Moody’s stufte drei österreichische Banken herab

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Die US-Ratingagentur Moody’s hat eine Neubewertung österreichischer Banken vorgenommen und die Ratings der drei größten Banken herabgesetzt. Die Bewertung der Verbindlichkeiten und Einlagen der Raiffeisen Bank International (RBI) und der UniCredit Bank Austria wurden um eine Stufe gesenkt, die der Erste Group Bank AG um zwei Stufen, wie das Unternehmen in der Nacht auf Mittwoch mitteilte.


Das Downgrade reflektiere die Anfälligkeit der Banken durch ein ungünstiges Umfeld in einiger ihrer Kernmärkte in Zentral- und Osteuropa (CEE/CIS) sowie ein erhöhtes Risiko weiterer Erschütterungen in der derzeitigen Euro-Schuldenkrise, hieß es in der Begründung. Die Risiken durch Problemkredite in osteuropäischen Kernmärkten der Austro-Banken bleiben nach Ansicht der Ratingagentur 2012 und weiter hoch.

Notenbank-Chef Ewald Nowotny meinte am Mittwoch, die Rückstufung der drei Großbanken sollte nicht überbewertet werden. Sie sei im Zusammenhang mit der Neubewertung des gesamten europäischen Bankensektors im Zuge der Schuldenkrise in einigen Ländern zu sehen. “Das kommt also nicht überraschend und soll man nicht überbewerten”, so Nowotny. Auch sieben deutsche Banken seien zurückgestuft worden.

Heimische Ökonomen bezeichneten die Bewertung durch Moody’s als unverständlich und nicht nachvollziehbar. Insbesondere der Hinweis auf Osteuropa sei “ungerechtfertigt”, kritisierte der Linzer Finanzwissenschafter Friedrich Schneider im APA-Gespräch am Mittwoch das “Banken-Bashing”, denn die Situation im CEE-Raum habe sich nicht verschlechtert – in einigen Ländern sogar verbessert, etwa Polen. Auch Friedrich Mostböck, der Chefanalyst der Erste Group, weist das CEE-Argument zurück: Es werde übersehen, dass die Ostkredite dort auch durch Spareinlagen gedeckt seien, “das verstehen nicht alle”.

Ein weiterer Grund für die Herabstufung ist laut Moody’s das vergleichsweise geringe Eigenkapital der Finanzinstitute. Gemessen an ihren Risiken seien die Bank Austria, die RBI und die Erste schwach kapitalisiert. Zwar habe es in den vergangen Jahren einige Verbesserungen beim Kernkapital gegeben, doch im Vergleich mit anderen europäischen Banken hätten die drei großen österreichischen Institute für ihre Risikoprofile noch immer wenig Eigenkapital, was sie anfällig für Stress-Szenarien mache.

Im derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Umfeld in Europa sieht die US-Ratingagentur ein gestiegenes Risiko von plötzlichen Marktbewegungen und Veränderungen im Vertrauen der Investoren. Dies könnte sich auf die drei größten österreichischen Banken wegen deren Finanzierungsstruktur auswirken, so eine weitere Begründung der Herabstufung.

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