Mohamed M. – Infos über den IS-Radikalislamisten aus Wien

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Mohamed M. droht Österreich mit Anschlägen. Mohamed M. droht Österreich mit Anschlägen. - © APA
Mohamed M. gilt als Radikalislamist, der auch Einfluss auf Salafisten in Österreich und Deutschland ausübt. Der in Wien geborene Sohn ägyptischer Einwanderer steckt hinter der IS-Terrordrohung, die gegen Österreich ausgesprochen wurde.

Laut deutschen Verfassungsschützern rief Mohamed M. – wie berichtet – via Twitter zu Anschlägen gegen Österreich auf. Die Drohbotschaften sollen direkt aus der Hochburg der Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) im syrischen Raqqa kommen, hieß es.

Mohamed M. ist untergetaucht

Zuletzt gesehen wurde M. Mitte des Vorjahres, als er aus türkischer Haft entlassen wurde. Er soll danach in Syrien untergetauscht sein. Der Islamist war 2013 in der Türkei verhaftet worden, als er mit einem gefälschten libyschen Pass auf dem Weg nach Syrien war.

2007 in Österreich festgenommen

Zu Bekanntheit gelangte Mohamed M. in Österreich, als er im September 2007 als 22-Jähriger gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau Mona S. wegen eines im März zuvor aufgetauchten Drohvideos gegen Deutschland und Österreich verhaftet wurde. In dem Video wurde Österreich nahe gelegt, seine Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Der Wiener wirkte aktiv beim deutschen Ableger der “Globalen Islamischen Medienfront” (GIMF) mit.

Seine Anfänge nahm Mohamed M. als Obmann der 2006 ins Leben gerufenen “Islamischen Jugend Österreich”. Der Verein wurde damals vom Innenministerium als radikal eingestuft.

“Wiener Terror-Prozess” im Jahr 2009

Wegen Bildung und Förderung einer terroristischen Vereinigung wurde M. im März 2008 – und nach Aufhebung des Urteils wegen eines Formfehlers erneut im Februar 2009 – im Zuge des “Wiener Terror-Prozesses” zu vier Jahren Haft verurteilt. Seine Frau Mona S. erhielt eine 22-monatige Haftstrafe. Beide bekannten sich “nicht schuldig”. Er habe mit der Entstehung des Drohvideos nichts zu tun und er wünsche sich einen ‘”islamischen Staat”, jedoch “nicht in Österreich, sondern in den islamischen Ländern”, so M. während der Verhandlung.

Islamist setzte sich ab

Nach Verbüßung der vollständigen Strafe veröffentlichte er weitere Videos unter dem Pseudonym “Abu Usama al-Gharib”, bevor er sich im Herbst 2011 nach Deutschland absetzte. “Ich bin stolz darauf. Ich bin für meinen Islam im Gefängnis gewesen”, so Mohamed M. in einem Interview nach seiner Haftentlassung. “Wir werden Rom erobern. Und dann wird der Petersplatz der Platz der Konvertierung sein. Der Platz um Allahs Gesetze umzusetzen, um Allahs Strafen umzusetzen”, so M. ein anderes Mal laut der Zeitung “Die Welt”.

Nach einem Aufenthalt in Berlin und Solingen ließ er sich Anfang 2012 in Erbach im deutschen Bundesland Hessen nieder – gemeinsam mit seiner neuen Ehefrau, der deutschen Konvertitin Miranda K., die als Bloggerin unter dem Namen “Muqatilah” regelmäßig islamische Videopredigten verbreitete.

Aus Deutschland ausgewiesen

Mohamed M. gilt als Anführer der in Deutschland verbotenen islamistischen Gruppierung “Millatu Ibrahim”. In Berlin hatte er demnach gemeinsam mit dem islamistischen Ex-Rapper “Deso Dogg” alias Denis C. die Gruppe gegründet.

Weil er “mit erheblicher Intensität zu Gewalttaten” aufgerufen und die “öffentliche Sicherheit und Ordnung in Deutschland” gefährdet habe, wurde der Austro-Islamist jedoch im April 2013 von den Behörden in Berlin ausgewiesen. Einer Abschiebung nach Österreich kam er zuvor und setzte sich nach Kairo ab. Vor dort aus verbreitete er unter der Marke der GIMF weiter islamistische Propagandavideos und rief seine Anhänger zum Kampf auf. Im Februar 2013 wurde eine Website, die nach Ansicht deutscher Sicherheitsbehörden von Mohamed M. und Miranda K. betrieben worden ist, wegen einer Morddrohung an die deutsche Bundeskanzlerin Merkel gelöscht.

Keine Verbindung mehr nach Österreich

Zu Österreich brach Mohamed M. die Brücken ab. In einem Video zeigte er, wie er seinen Reisepass verbrannte. Auch schwor er dem Land ab und drohte mit Anschlägen auf Züge, Städte und Parlamente. (APA)

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