Mehrheit der Wirte in Österreich für Rauchverbot-Umsetzung

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Auch die Mehrheit der Raucher ist für die Umsetzung des Verbots in Österreich.
Auch die Mehrheit der Raucher ist für die Umsetzung des Verbots in Österreich. - © APA/HELMUT FOHRINGER
Einige Gastronomen haben sich unlängst bei einer Informationsveranstaltung in Wien gegen die Umsetzung des Rauchverbots in Lokalen ausgesprochen. Die Mehrheit der Wirte in Österreich fordert allerdings ein umfassendes Rauchverbot.

Die Mehrheit der Wirte würde mittlerweile ein umfassendes Rauchverbot ohne Hintertürchen befürworten, betonte die Initiative für gesunden Wettbewerb in der Gastronomie. “Es kann nicht sein und es ist rechtlich bedenklich, dass Lokale, die in den letzten Jahren im Vertrauen auf ein Rauchverbot umgestellt haben, dafür bestraft werden”, argumentierte Peter Tappler, Innenraumklimatologe und Obmann der Initiative, die nach eigenen Angaben auf die Erfahrung zahlreicher Wirte zurückgreifen kann. Sollte das Tabakgesetz wieder geändert werden, drohe eine Flut an Klagen. Denn zahlreiche Lokalbesitzer hätten in Hinblick auf das kommende Rauchverbot die Prämie für eine vorzeitige Umstellung auf “qualmfrei” in Anspruch genommen und ihre teuren Zwischenwände abgebaut.

Wirte wollen Rauchverbot ohne “Hintertürchen”

Wenn nun doch weiter geraucht werden dürfe, befürchten diese Wirte einen Wettbewerbsnachteil. “Wir werden sicher auf Einhaltung des Vertrauensschutzes klagen”, kündigte laut Initiative ein Gastronom aus Wien-Neubau an, der anonym bleiben will. Tappler prognostizierte im Gespräch mit der APA im Fall einer erneuten Änderung des Gesetzes ein “juristisches Chaos”.

Als weiteren Beleg für den Wunsch einer Umsetzung des beschlossenen Tabakgesetzes zitierte die Initiative aus einer Befragung der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Vorarlberg von 469 Gastronomen und Hoteliers im Ländle vom März des Jahres: 66 Prozent der Wirte gaben an, bereits auf “rauchfrei” umgestellt zu haben. Von diesen hätten 83 Prozent über positive und nur drei Prozent über negative Erfahrungen berichtet (14 Prozent: gemischt).

Wirte laut Wirtschaftskammer für Beibehaltung der Raucherregelung

Die Wirtschaftskammer präsentierte am Donnerstag andere Zahlen: 63 Prozent der Gastronomen haben sich bei einer Umfrage des Marketingforschungsinstitutes Eyett im Auftrag der Wirtschaftskammer (WKÖ) für eine Beibehaltung der derzeitigen Raucherregelung in Lokalen ausgesprochen. Dieser Wert ist über die vergangenen Jahre konstant geblieben, betonte die Wirtschaftskammer am Donnerstag in einer Aussendung. Wie die Umfrage unter 503 Wirten (repräsentativ) von dieser Woche zeigt, sei die Zustimmung für eine Beibehaltung im Bereich der Unterhaltungsgastronomie mit rund 72 Prozent besonders hoch. Bars, Pubs, Diskotheken und ähnliche Lokale wären von dem ab 1. Mai 2018 in Kraft tretenden Rauchverbot auch am stärksten betroffen.

Die aktuelle Regelung zur Raumabtrennung “hat sich in der Praxis bewährt”, meinte der Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der WKÖ. Aus Sicht der Gastronomen gebe es keinen Grund, davon abzuweichen.

APA/Red.

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