Medizin-Uni Wien sucht neuen Rektor

Medizin-Uni Wien: Suche nach neuem Rektor geht in finale Phase
Medizin-Uni Wien: Suche nach neuem Rektor geht in finale Phase - © APA
An der Medizinischen Universität Wien beginnt mit den am Mittwoch und Donnerstag stattfindenden Kandidaten-Hearings die finale Phase der Suche nach einem neuen Rektor.

Langzeit-Amtsinhaber Wolfgang Schütz, der seit 1996 zunächst als Dekan und dann als Rektor an der Spitze der Medizin-Fakultät bzw. späteren Medizin-Uni stand, bewarb sich nicht mehr. Die neue Amtsperiode beginnt am 1. Oktober. Die Stelle des Rektors ist nicht nur für den Uni- und Wissenschaftsbetrieb relevant: Die Medizin-Uni ist gleichzeitig unter anderem Arbeitgeberin der Ärzte am AKH der Stadt Wien – neben Wissenschaft und Lehre versorgen sie also auch die Patienten im größten Spital Österreichs.

Suche nach einem Rektor

Dementsprechend gingen schon vor den Hearings die Wogen hoch: Der Vorsitzende des Uni-Rats, Ex-Vizekanzler Erhard Busek (ÖVP), beklagte in der Vorwoche im “Kurier” Interventionen aus zahlreichen Richtungen. Dem Leiter des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds, Michael Stampfer, sprach er darin außerdem die Erfüllung der Ausschreibungskriterien ab. Der Jurist erfülle diese nicht, da als Qualifikation ein “abgeschlossenes Universitätsstudium, vorzugsweise ein Medizin- oder verwandtes Studium” verlangt sei – auch wenn er ihm als “Freund des Bürgermeisters” angetragen worden sei.

In einem Offenen Brief protestieren nun wiederum zwei Unirats-Mitglieder anderer Hochschulen gegen Buseks Vorgehen. Edeltraud Stiftinger (Veterinärmedizinische Universität) und Silvia Angelo (Wirtschaftsuniversität) zeigten sich darin laut “Standard” (Montag-Ausgabe) “schockiert” darüber, dass dieser öffentlich zu einzelnen Bewerbern Stellung beziehe. Mit diesen “persönlichen, bis hin zu rufschädigenden Wertungen und Andeutungen” habe er “sowohl dem Bestellungsverfahren als auch dem Ansehen aller UniversitätsrätInnen geschadet und deren Kompetenz zur Durchführung eines sorgfältigen, objektiven und sachlichen Verfahrens in Frage gestellt”. Auch die Grüne Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer nannte Buseks Äußerungen in einer Aussendung “sicher nicht mit der gesetzlichen Sorgfaltspflicht des Unirats vereinbar”.

Medizin-Uni ist auf der Suche

Neben Stampfer sind dem Vernehmen nach neben Kandidaten aus dem Ausland die beiden Vizerektoren Karin Gutierrez-Lobos und Markus Müller sowie einige Abteilungsleiter und Instituts-Vorstände im Rennen. Das weitere Procedere bis zur Rektorswahl kann sich nun noch bis in den Juni ziehen.

Bis Anfang Mai muss die aus den Vorsitzenden von Senat und Uni-Rat bestehende Findungskommission einen (weitgehend unverbindlichen) Dreiervorschlag an den aus Vertreter der Professoren, des Mittelbaus, der Studenten und des allgemeinen Uni-Personals bestehenden Senat übermitteln. Dieser wiederum hat anschließend vier Wochen Zeit, einen eigenen (verbindlichen) Dreiervorschlag an den Uni-Rat zu erstellen – hält er sich nicht an den Vorschlag der Findungskommission, muss er dies nur schriftlich begründen.

Der je zur Hälfte von der Regierung und vom Senat bestellte Uni-Rat (plus einem weiteren Mitglied, das anschließend einvernehmlich bestimmt wird) muss dann aus dem Dreiervorschlag des Senats den künftigen Rektor auswählen.

(APA)

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