Markus Kraetschmer: Der “omnipräsente” Funktionär feiert sein Austria-Jubiläum

Austria-Manager Markus Kraetschmer, hier auf der Baustelle der Generali-Arena.
Austria-Manager Markus Kraetschmer, hier auf der Baustelle der Generali-Arena. - © APA/Hans Punz
Mit Mitte 20 fasste Markus Kraetschmer im Management von Austria Wien Fuß. Heute spielt der erfahrene Funktionär in ganz Fußball-Österreich eine wichtige Rolle.

Im November feiert Markus Kraetschmer ein kleines violettes Jubiläum. 20 Jahre sind es dann, seit der nunmehrige Vorstand bei der Austria im Management Fuß fasste. Der damals 25-Jähriger stieß von der Schoellerbank zum Verein, bei dem er zehn Jahre später mit der Umwandlung der Profisektion in eine AG einen Meilenstein setzte. Inzwischen ist er auch in Gremien der Liga und des ÖFB am Ruder.

Im Aufsichtsrat der Fußball-Bundesliga befindet sich der Absolvent der Wirtschaftsuniversität seit knapp elf Jahren, Vizepräsident ist er seit Ende 2009 und sitzt damit auch im Präsidium des ÖFB. Zuletzt stand Kraetschmer als Mitglied der Task Force bei der Wahl von Peter Schöttel zum neuen Sportdirektor in der medialen Öffentlichkeit. Auch bei der Bestellung des Nachfolgers von Marcel Koller ist jene Task Force federführend.

Rapid-Kritik an “Omnipräsenz” Kraetschmers

Dass Kraetschmer in der österreichischen Fußball-Landschaft an diversen Hebeln der Macht sitzt, sorgt mancherorts für Stirnrunzeln. “Er ist omnipräsent und in verschiedensten Gremien sehr verankert”, meinte Rapids Wirtschaftsgeschäftsführer Christoph Peschek. Vor dem neuerlichen Aufeinandertreffen der Wiener Großklubs am Mittwochabend im ÖFB-Cup-Achtelfinale irritierte beim Stadtrivalen, dass Austrias Thorsten Fink auf der Liste der Teamchef-Kandidaten aufschien.

“Es hat schon eine schiefe Optik und einen schalen Beigeschmack, dass möglicherweise sein Trainer auf eine Liste kommt und er vielleicht eine Ablöse für seinen Klub kassiert”, betonte Peschek schon im Vorfeld des ersten Derbys am Sonntag. Ein Vorwurf, dem Kraetschmer gegenüber der APA entgegentrat. Der ÖFB könne Gespräche mit Fink führen. “Wenn es aber ein konkretes Thema wird, dann ist klar, dass ich mich aus der Task Force zurückziehe und ein anderer mein Mandat übernimmt.” Dies sei auch mit dem Fußballbund so besprochen.

Mit der mancherorts getätigten Formulierung, er sei ob seiner Posten aktuell vielleicht der wichtigste Mann im österreichischen Fußball, kann Kraetschmer ohnehin nichts anfangen. “Das sehe ich nicht so und würde ich mir auch niemals anmaßen”, betonte der dieser Tage intensiv beschäftigte 45-Jährige. “Ich bin im Moment gefordert, aber kann sehr wohl über den Tellerrand hinausblicken.”

Kraetschmer als Rinner-Vertreter in ÖFB-Task-Force

So sei der Posten im ÖFB mit seiner Funktion in der Bundesliga verbunden. Als einer der drei Ligavertreter neben Präsident Hans Rinner und Erste-Liga-Boss Erwin Fuchs stimmte Kraetschmer für die Bestellung von Schöttel. Den Platz in der Task Force des ÖFB nimmt der Wiener in Vertretung des erkrankten Rinner ein, der als unabhängiger Bundesliga-Boss diesen Posten eigentlich innehätte. “Dass ich mich jetzt damit beschäftige, ist deshalb, weil ich ihn (Rinner, Anm.) bestmöglich entlasten möchte”, betonte Kraetschmer. Es gehe schließlich darum, dass sich die Liga in gewisse Prozesse einbringe.

Diesbezüglich wollte der Austria-Vorstand festhalten, dass dies auch auf die Zusammenarbeit mit Rapid umgemünzt werden darf. Gemeinsam wolle man die Liga voranbringen. Dass zwischen den Stadtrivalen im Anschluss an das Ligaderby Anfang August dicke Luft herrschte, war aber ersichtlich. Peschek wertet es auch nachträglich noch als “schweres Foul”, dass Kraetschmer als Aufsichtsratsmitglied und Vizepräsident der Liga nach Fanausschreitungen eine Strafe für ein Mitglied der Bundesliga forderte.

Kraetschmer selbst betonte, dies auf Initiative von Rinner mit dem ebenfalls im Aufsichtsrat sitzenden Rapid-Präsidenten Michael Krammer bereits persönlich besprochen zu haben. “Ich habe das damals nicht als spezifisches Austria-Rapid-Problem gesehen. Aber das wurde klar ausdiskutiert.”

(APA, Red.)

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