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Maria Vassilakou plant 100 Euro-Jahreskarte für Auto-Verzichter in Wien

Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou will Anreize für Car-Sharing schaffen Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou will Anreize für Car-Sharing schaffen - © APA/HERBERT P. OCZERET
von Daniela Herger - Car-Sharing oder Öffis statt eigenem Auto – das wünscht sich Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou von Wiens Autofahrern laut einem Interview. Als Belohnung dafür sollen die Verzichter das 100 Euro-Öffi-Jahresticket bekommen, das sich trotz Wahlversprechen ja doch nicht ganz ausgegangen ist.

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Eine neue Idee von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou soll passionierte Autofahrer zum Verzicht auf den eigenen Pkw bewegen und die Nutzung der Wiener Linien schmackhaft machen. “Mein Wunsch ist, bis Herbst ein Angebot zu haben, wo Wiener, die auf das eigene Auto komplett verzichten, weil sie Car Sharing nutzen, die Öffi-Jahreskarte um 100 Euro bekommen”, so Vassilakou  in einem Interview, das am Sonntag in der Tageszeitung “Österreich” erschien.

In diesem Zusammenhang versprach die Vizebürgermeisterin allen Wienerinnen und Wienern, die auf Car Sharing umsteigen würden, eine 265-Euro-Förderung für die 365-Euro-Jahreskarte zu bekommen.

Für Vassilakou ist Auto-Verzicht das Ziel

Wie Andreas Baur, Pressesprecher von Vassilakou, VIENNA.AT auf Anfrage mitteilte, geht es den Grünen in erster Linie darum, Anreize bei Herrn und Frau Wiener zu schaffen, auf das eigene Auto zu verzichten. Bei dieser Idee von Vassilakou handelt es sich laut Baur um eine mögliche Variante, wie dies umzusetzen sein könnte.

Auf den geplanten Zeitrahmen für das Vorhaben angesprochen, will er sich noch nicht festlegen – ebensowenig gäbe es bereits konkrete Pläne, wie dieser Plan zu finanzieren sei. “So bald wie möglich” wolle man hier tätig werden, müsse aber noch die rechtlichen Möglichkeiten diesbezüglich klären.

Die Vorteile von Car Sharing

In Bezug auf das verstärkte Car Sharing, das laut Vassilakou geplant sei, erklärt Baur: “Jedes Auto in Wien steht von 24 Stunden 23 ungenutzt am Standplatz herum.” Durch die verstärkte Initiative des Car Sharing solle man ein Auto zur Verfügung haben können, wenn man es brauche – und einen eigenen Pkw nicht mehr benötigen. Baur spricht auch von dem großen Platzgewinn, der durch Car Sharing erzielt werden könne:

“Jedes Car Sharing-Auto ersetzt bis zu acht Pkws – das schafft Platz, wo sonst Privat-Autos parken.” Aus diesem Grund plane man, zusätzlich zu den bestehenden Car Sharing-Plätzen, die sich derzeit in erster Linie in Tiefgaragen befänden, in jedem Bezirk mehrere Car Sharing-Stellplätze an der Oberfläche zu schaffen.

Kritische Stimmen zum Vorhaben von Vassilakou kommen übrigens unter anderem von der ÖVP. “Es ist erfreulich, dass Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou nun einen Konsens mit der ÖVP Wien in Sachen Parkpickerl sucht, noch wichtiger wäre es aber eine Lösung zu finden, die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern findet”, so Landesparteiobmann Manfred Juraczka über die Pläne von Vassilakou.

Förderung soll es nur einmal geben

Später äußerte sich Vassilakou selbst gegenüber der APA noch einmal konkreter zu den Ideen: Es solle sich um eine einmalige Förderung der Jahreskarte handeln, die den Auto-Verzichtern zuteil werdr. Bekommen sollten diese all jene, die schon jetzt das Carsharing-Angebot nutzen, aber auch wer neu auf den Geschmack käme: “Voraussetzung ist, dass man kein eigenes Auto besitzt”, erklärte Vassilakou. Bei der Initiative soll es sich außerdem um eine zeitlich begrenzte Aktion handeln: “Danach müsste man sehen, wie sie angenommen wurde.”

Der Regierungspartner der Grünen, die SPÖ, wartet, wie aus dem Gespräch mit Vassilakou hervorging,  auf den Finanzierungsvorschlag und wollte, bis dieser vorläge, keine Wertung zur grünen Idee abgeben. Ein Sprecher des roten Rathausklubs erklärte, wenn es diesen gebe, könne man sich “auf Basis dessen weiter unterhalten.”

Wie Vassilakou betonte, sei das Geld dafür durchaus da: “Reserven gibt es hier, weil eben die Förderaktion, die es etwa für E-Bikes gegeben hat, ausgelaufen ist. Es gibt kein Problem, eine Einmal-Förderaktion in diesem Bereich zu finanzieren.” Die administrativen und organisatorischen Details sollen laut Vassilakou in den kommenden Monaten geklärt werden.
(DHE)



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