Margos Spuren – Trailer und Kritik zum Film

Margos Spuren – Trailer und Kritik zum Film
Teenager-Zeit ohne Revolte? Geht gar nicht. In “Margos Spuren” (ab Freitag im Kino) inszeniert Regisseur Jake Schreier einen Aufstand der Braven. Dahinter steckt die unverschämte, lebenshungrige Margo, die eines Tages spurlos verschwindet.

Doch ihr Freund aus Kindertagen, der biedere Quentin, ist fest überzeugt, dass sie ein Spiel mit ihm treibt. Er glaubt, dass sie Hinweise versteckt hat, die ihn nach und nach zu ihr führen sollen. Gemeinsam mit seinen braven Streberfreunden begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise, die ihr Leben völlig auf den Kopf stellen wird. Ganz nebenbei geht es um die Suche nach Identität, nach Echtheit gerade in einem Alter, in dem altvertraute Strukturen wie Familie ins Wanken geraten und junge Menschen sich selbst neu erfinden.

Margos Spuren – Die Geschichte

Nach dem berührenden Jugend-Drama “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” wird mit “Margos Spuren” erneut ein Roman von John Green verfilmt. Jake Schreier hat daraus ein unterhaltsames und anrührendes Coming-of-Age-Werk gemacht, das an einigen kleinen Schwächen leidet. So sind manche Entwicklungen nicht immer nachvollziehbar und scheinen bisweilen etwas konstruiert. Und auch manche Sätze wirken etwas altklug, etwa wenn Margo sagt: “Du musst dich erst verlieren, bevor du dich selber findest.”

Cara Delevingne spielt diese geheimnisvolle Schöne, die in ihrer Abenteuerlust eine selbstzerstörerische Seite offenbart und einen ungestillten Wunsch nach Aufmerksamkeit und echten Gefühlen. Das legt auch der englische Original-Titel nahe: “Paper Towns” – in Anlehnung an den fiktiven Ort Agloe, den zwei Kartographen nur auf der Landkarte erschaffen hatten, um Plagiaten ihres Materials auf die Spur zu kommen.

Margos Spuren – Die Kritik

Margo empfindet ihre Heimatstadt Orlando als “Paper Town”, als unwirkliche Stadt, mit falschen Geschäften, Straßen und Menschen. Die Leute dort erschaffen sich ihre Realität immer und immer wieder. In der allgemeinen Suche nach Authentizität wird die mutige Margo vor allem für ihre Mitschüler zur Reflektionsfläche für heimliche Wünsche und Träume und somit zu einem Kunstwesen, das in Wirklichkeit völlig anders ist, als alle denken.

Delvingne spielt diese Margo sehr überzeugend – attraktiv, und dabei markant, mysteriös und rotzfrech. Nat Wolff gibt den braven Quentin, genannt Q, dessen Lebensinhalt gute Noten sind und der sich nicht vorstellen kann, über die Stränge zu schlagen. Statt Mädchen anzusprechen, reißt er mit seinen Freunden heimlich dreckige Witze und ist ansonsten reichlich unbeholfen und naiv. Erst als Margo so wie früher in Kindheitstagen eines Nachts an seinem Fenster auftaucht und um seine Hilfe bittet, wird seine Abenteuerlust geweckt. Gemeinsam gehen sie auf einen Rachefeldzug an Margos Ex-Freund und ihren Freundinnen, die sie hintergangen haben. Während Q nach dieser nächtlichen Eskapade beseelt ist von Margo, ist diese am nächsten Morgen spurlos verschwunden, und Q tröstet sich mit ihren geheimen Botschaften, die er fortan überall aufzuspüren glaubt.

Die besten Szenen des Films sind die, in denen Q und seine Freunde auf einmal entdecken, dass das Leben mehr zu bieten hat als gute Noten und Lob von Lehrern. So entstehen viele wunderbare, vor allem aber auch herrlich komische Dialoge und Situationen, etwa wenn einer der Burschen auf einer langen Autofahrt dringend auf die Toilette muss. Weil keiner ihn ernst nimmt und anhält, bleibt ihm nur ein Ausweg: eine Getränkedose. Dass Szenen wie diese nicht banal wirken, sondern vielmehr unheimlich komisch und erfrischend ungekünstelt, macht den Film trotz ein paar kleiner Schwächen auf jeden Fall sehenswert.

(APA)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen
Mehr auf vienna.at

Werbung