Mainframe: Der Treffpunkt von Wiens Drum ‘n’ Bass-Szene

DJ DisasZT alias Daniel Fürst Zoffel hat Mainframe ins Leben gerufen.
DJ DisasZT alias Daniel Fürst Zoffel hat Mainframe ins Leben gerufen. - © Daniel Fürst-Zoffel
Wenn die lauten Beats die Arena Wien regieren, dann heißt es wieder: Das Mainframe herrscht an den Turntables. VIENNA.AT traf Mastermind DJ DisasZt alias Daniel Fürst-Zoffel und sprach mit ihm über die pulsierende Drum ‘n’ Bass-Partyszene der Stadt.

2002 fanden die ersten Mainframe Parties im WUK statt. Wie kam es dazu, was war die Idee hinter der Entstehung des Clubs?

Es hat eigentlich nichts speziell mit dem Ort zu tun. Das Mainframe selbst ist eine Plattform für Musiker, durch Events und durch ein Musiklabel. Es ging von Anfang an darum, Eigenproduktionen heimischer Künstler zu fördern, darauf haben wir immer viel Wert gelegt. Du kannst die österreichische Szene ja nur beleben, wenn man viel Einheimisches hört und die Leute dafür begeistern kann.

2002 haben wir im WUK angefangen, aber irgendwann hat die Location nicht mehr den Sound liefern können, den ich mir für die Musik vorgestellt habe. Also sind wir in die Arena und zu vielen weiteren Veranstaltungsorten übersiedelt.

War eine Fokussierung auf Drum ‘n’ Bass-von Beginn an geplant?

Da muss ich etwas weiter ausholen. Meine Mutter hatte in Wien schon einen Club, sprich ich stand bereits mit 11 Jahren hinter den Turntables. Mit 14 Jahren hab ich zum ersten Mal Drum ‘n’ Bass gehört – das hat mich elektrisiert, es war eine richtige Gänsehaut. Ich habe gemerkt, welche Emotionen diese Musikrichtung hervorrufen kann, was sie in einem Menschen auslösen kann.

Als ich Teenager war, gab es aber noch nicht viele Veranstaltungen dafür. Ich kam durchs Auflegen in kleineren Clubs schließlich in diese versteckte Szene rein – und bin dabei geblieben. Mainframe wird daher immer Drum ‘n’ Bass bleiben, auch wenn wir jetzt Elektro-House, Dubstep und Ähnliches mit hineinnehmen.

Wer fühlt sich vom Mainframe angesprochen?

Mainframe hat immer die Musik im Vordergrund, es ist keine klassische Veranstaltung, es ist ein Rave. Die Leute sollen hingehen und die Musik genießen. Daher ist es an keine bestimmte Zielgruppe gerichtet – wer guten Drum ‘n’ Bass haben möchte, ist hier richtig aufgehoben. Es ist eine Drum ‘n’ Bass-Party von Fans für Fans.

Und für wen ist das Event eher nicht geeignet?

Die Leute zahlen 10 bis 12 Euro Eintritt für das Mainframe – das würden sie wohl nicht tun, wenn sie mit der Musik absolut nichts anfangen könnten. Die Fans wissen genau, dass sie hier ihren Sound bekommen, dass wir hier auch Newcomer fördern, die selbst mal auflegen wollen. All jene, die Teil der Drum ‘n’ Bass-Szene sein möchten und dabei richtig abgehen wollen, kommen gerne her.

Wie schätzt du die derzeitige Entwicklung der Wiener Club Szene ein?

Es gibt derzeit wahnsinnig viele Clubs und Events in Wien, aber es ist nicht immer leicht, den richtigen Sound für sich zu finden. Viele machen etwas im elektronischen Bereich, weil sie glauben, dass es gerade „cool“ und „angesagt“ ist, haben aber nicht wirklich Ahnung davon. Und man erkennt schnell, ob ein DJ sein Handwerk tatsächlich versteht oder nicht. Da erlebt man bei so manchem Event der Stadt hin und wieder böse Überraschungen.

Und wie hebt sich Mainframe von anderen Veranstaltungsreihen ab?

Bei Mainframe stehen wirklich Leute dahinter, die Drum ‘n’ Bass leben. Das hören Fans auch, der Sound passt eben. Die DJs beim Mainframe legen diese spezielle Musik nicht auf, weil es gerade „in“ ist, sondern weil es sie und die ganze Party repräsentiert. Das spüren die Leute, und können dabei so richtig abgehen. Das macht das Mainframe einzigartig.

Wo siehst du dich selbst in fünf Jahren?

 (lacht) Mit drei Kindern, und vielleicht einem bisschen ruhigeren Rhythmus. Klar werde ich selbst auch weiter auflegen, aber vielleicht nicht mehr ganz so non-stop wie jetzt. Aber mal sehen. Drum ‘n’ Bass wird mich aber stets begleiten. Wie gesagt, ich habe bislang keine andere Musikrichtung gefunden, die mich so elektrisieren kann. Mir wäre es daher auch wichtig, die Szene etwas mehr aus dem „Underground“ hervorzuholen, und sie einem noch breiteren Publikum zugänglich zu machen.

 

Tickets für das nächste Mainframe gewinnen

Unser Partyportal verlost hier noch 2×2 Tickets für das nächste Mainframe am 01. Dezember in der Arena Wien.

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen