Magic Mike XXL – Trailer und Kritik zum Film

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Magic Mike XXL – Trailer und Kritik zum Film
Manch unsicherer Mann verspricht in punkto Größe gern mal mehr, als er halten kann. Mit “Magic Mike XXL”, der Fortsetzung zu Steven Soderberghs als Stripperfilm getarntem Drama aus dem Jahr 2012, verhält es sich ähnlich.

Auch ein “XXL” im Titel kann bei der substanzlosen Mischung aus Buddy- und Roadmovie nicht über fehlenden Plot und griffige Charaktere hinwegtäuschen. Ab Freitag im Kino.

Magic Mike XXL- Die Geschichte

Nach Regisseur Soderbergh, der unter seinen Pseudonymen Peter Andrews und Mary Ann Bernard noch für Kameraführung und Schnitt verantwortlich zeichnet, übernimmt nun dessen langjähriger Regieassistent Gregory Jacobs das Ruder. Die Fortsetzung von “Magic Mike” setzt – erneut mit einem Drehbuch von Reid Carolin – drei Jahre nach Mikes (Channing Tatum) Ausstieg aus dem Stripper-Geschäft an. Den Traum vom eigenen Möbeldesignunternehmen hat er sich mittlerweile in Tampa erfüllt, wenn das auch viel von ihm abverlangt und der Freundin scheinbar nicht genug war, um seinen Heiratsantrag anzunehmen.

Dass eines Tages die einstigen Kumpel der strippenden “Kings of Tampa” vor der Tür stehen, kommt da wie gerufen. Von ihrem Anheizer Dallas im Stich gelassen, sehen sich auch “Big Dick” Richie (Joe Manganiello), Tito (Adam Rodriguez), Ken (Matt Bomer) und Tarzan (Kevin Nash) gezwungen, den Stripper-Job an den Nagel zu hängen. Die letzte große Show wollen sie bei der jährlichen Stripper-Messe in Myrtle Beach abliefern, jedoch nicht ohne ihren früheren Headliner Magic Mike. Der hat immer noch Spaß am Tanzen – zu dröhnenden Hip-Hop-Beats in seiner Werkstatt, etwa – und macht sich mit der Gang in Titos Frozen-Yogurt-Truck auf den Weg.

Ist die passive Aggression, die Mike von seinen Ex-Kollegen wegen seines Abgangs noch entgegenschlägt, erstmal aus dem Weg geräumt, ist alles beim (geölten) Alten: Auf dem Weg nach Myrtle Beach werden Männerfreundschaften gestärkt, neue Bekanntschaften geschlossen und alte wieder aufgewärmt. Nebenbei entledigen sich die Männer jener alter Kostüme und Zuschreibungen, die ihnen Dallas einst aufgedrückt hat: So sagt sich Feuerphobiker Richie von seinem Feuerwehrmann-Outfit los und realisiert sich Tarzan auf der Bühne seinen Traum vom Maler-Dasein.

Magic Mike XXL – Die Kritik

Matthew McConaughey, da besteht kein Zweifel, wird bei “Magic Mike XXL” schmerzlich vermisst: Mit dem kongenial selbstverliebten, abgehalfterten Mentor Dallas geht ein Charakter mit Augenzwinkern verloren, mit Alex Pettyfer als Newcomer Adam der frische Wind in der Truppe abhanden. Als Dallas’ Ersatz tritt mit Rome (Jada Pinkett Smith) eine mysteriöse, exklusive Stripklub-Besitzerin aus Mikes Vergangenheit auf den Plan, die dann auch die überraschend feministische Färbung einbringt.

Der Grundtenor: Frauen sind Königinnen, die begehrt werden wollen. Und Stripper sind die einzigen Männer, die noch weibliche Bedürfnisse erfragen und Frauen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Als “Heiler” bezeichnet Romes Steckenpferd Andre (Donald Glover) sich und seine Kollegen, die konsequent über Figur, Hautfarbe und Alter hinwegsehen. Da geben Mike & Co. bei einem Zwischenstopp auch den reiferen Südstaaten-Ladys noch einmal das Gefühl, begehrenswert zu sein – und kommt Richie, wegen seines Frauen überfordernden “Big Dick” seit Monaten auf Sexentzug, bei der erfahrenen Nancy (sichtlich amüsiert: Andie McDowell) endlich zum Zug.

Für Hollywood mag der Fokus auf der weichen Seite der muskulösen Testosteron-Pakete, die auch mal “die innere Dragqueen” rauslassen und ihren “Königinnen” huldigen, bemerkenswert sein. Hier wie da steht natürlich das Geld dahinter: Das Feintuning für die weibliche sowie beim ersten Teil vernachlässigte, ältere Zuseherschaft soll die Kinokassen zum Klingeln bringen, das Lächeln der umtanzten Frauen einen Dollarschein in den Tanga zaubern. Vielleicht wirkt genau wegen dieser Zielvorgabe der Film so verloren in Rhythmus und Bildsprache, hängt in der Luft, und scheint sich mitunter ebenso rechtfertigen zu wollen wie die Stripper als legitime “männliche Entertainer”.

Das Frauenbild ähnelt dabei dem der dumpfen, pseudofeministischen “Fifty Shades of Grey”-Reihe, wie die gemeinsame Show in Myrtle Beach, die in voller Länge fast ein Drittel des Films ausmacht und die Männer dann doch noch freizügig in Aktion zeigt, vor Augen führt: Da wird eine glückliche Besucherin von Richie erst “geheiratet” und dann auf die SM-Schaukel geschnallt. Und Zoe (Amber Heard), die sich zierende Angebetete von Mike, wird auf der Bühne simuliertem, hartem Sex ausgesetzt und wild herumgewirbelt – inklusive High Five, das Mike seinem Tanzpartner gibt, während beide Frauen gerade von hinten rangenommen werden. Gefragt wird Zoe vorher übrigens nicht.

(APA)

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