“Love-Scam”-Fälle in Österreich: 90.000€ entlockten Frauen verliebten Männern

Über Online Datingseiten kommen die Betrüger mit ihren Opfern in Kontakt.
Über Online Datingseiten kommen die Betrüger mit ihren Opfern in Kontakt. - © EPA (Sujet)
Mit einer neuen Masche bereichern sich junge, vermeintlich beziehungswillige Frauen an verliebten Männern. Sie nehmen über Online-Dating-Plattformen Kontakt auf und locken den Männern das Geld aus der Tasche. Bereits auf 90.000 Euro beläuft sich der Schaden. Die Polizei warnt davor, sich über das Internet zu Geldüberweisungen verleiten zu lassen.

Auf Datingseiten werden die Männer von den vermeintlich attraktiven Frauen – meist Russinnen – kontaktiert. Sie halten mit ihren Opfern regelmäßig Kontakt, zunächst über Mails, später auch über Telefonanrufe und SMS. Dabei werden auch Bilder geschickt. Laut BK empfinden die Opfer diese Kontakte als “richtige Beziehung”.

Betrugsmasche der Frauen beginnt mit kleinen Summen

Die Frauen geben an, gerne mal nach Österreich zu kommen, sich aber die Reisekosten nicht leisten zu können. Sie würden in ärmlichen Verhältnissen leben und die Kosten das Visum, den Flug oder einen neuen Reisepass seien zu hoch. Ein Besuch, so wird vorgegeben, könne nicht stattfinden, wenn nicht eine finanzielle Unterstützung geleistet werde, berichtete das BK.

Auf diesem Weg werden zunächst kleinere Beträge in der Höhe von 100 bis 500 Euro herausgelockt. “Zeigen sich die Opfer zahlungswillig, werden die geforderten Beträge schnell höher und können dann mehrere tausend Euro betragen”, so das BK. Mit immer neuen Problemen und Ausreden gepaart mit Geldforderungen wird der Österreichbesuch nicht möglich und jedes Mal verschoben.

“Love-Scam”: Immer mehr Fälle

Die Ermittler registrierten in den vergangenen Jahren einen Anstieg von sogenannten Love-Scam-Fällen. 2013 und 2014 gab es in Österreich insgesamt 13 Opfer, 2015 waren es bereits 31 Opfer. “Wobei die Dunkelziffer natürlich sehr hoch sein wird. Wir raten jedem Opfer, Anzeige zu erstatten. Die Polizei behandelt das vertraulich und nur so können wir auch Täter ausforschen”, sagte BK-Sprecher Mario Hejl.

Geldübermittlungen erfolgen meist über sogenannte Geld-Transfer-Dienstleister. Zuletzt stellten die Ermittler fest, dass auch Banküberweisungen auf zumeist russische Bankkonten gefordert werden.

In den derzeit vorliegenden Fällen handelt es sich immer um männliche Opfer, die auf Dating-Seiten nach weiblichen Kontakten suchen und ein eigenes Profil erstellt hatten. Das BK warnte jedoch, dass auch Frauen zu Opfer werden könnten. Daten sollten daher nicht leichtfertig über das Internet bekannt gegeben werden.

Rat der Polizei: Kein Geld im Voraus

Um sich vor Love-Scam zu schützen können Daten und Bilder des neuen Online-Kontaktes im Netz gesucht werden. “Sehr oft finden sich die Namen und Bilder des vermeintlichen Liebesglücks schon auf diversen Warnseiten”, erklärte das Bundeskriminalamt. Bei Telefonaten wäre es ratsam, eine Webcam zu verwenden. So kann man sicherstellen, dass das Bild, das man zugesandt bekommen hat, auch mit der Anruferin übereinstimmt.

In keinem Fall sollte Geld im Voraus überwiesen werden, nur damit es zu einem persönlichen Kontakt kommt. Falls bereits Geld überwiesen wurde, sollte Anzeige bei der Polizei erstattet werden, was viele Opfer aus Scham aber nicht tun.

(apa/red)

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