Pariser Selbstmordattentäter am Mittwoch war nicht polizeibekannt

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Blumen, Kerzen und Nachrichten nach dem Terror in Paris am Place de la Republique.
Blumen, Kerzen und Nachrichten nach dem Terror in Paris am Place de la Republique. - © APA/AFP
Die französische Polizei verlautete, dass es Ermittlern gelang aus den Leichenteilen des Selbstmordattentäters, der sich während des Anti-Terror-Einsatzes in der Pariser Vorstadt Saint-Denis am Mittwoch in die Luft sprengte, DNA zu isolieren. So konnte man feststellen, dass der Mann nicht polizeilich bekannt war.

Die Überprüfung des Erbguts habe nicht zur Identifizierung des Selbstmordattentäters geführt, da in den Polizei-Dateien zu verurteilten oder verdächtigen Straftätern niemand mit dieser DNA aufgeführt sei. Der Mann hatte sich in einer Wohnung in Saint-Denis verschanzt, die Spezialkräfte der französischen Polizei am Mittwoch auf der Suche nach den Hintermännern der Anschlagsserie mit 130 Toten stürmten. Bei dem Einsatz wurden drei Menschen getötet: der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge Abdelhamid Abaaoud, dessen Cousine Hasna Aitboulahcen und der noch nicht identifizierte Mann, der sich in die Luft sprengte.

Identitätsklärung bei Pariser Selbstmordattentätern

Die Ermittler fanden laut den Angaben aus Polizeikreisen noch nicht heraus, ob der Mann ebenso wie zwei weitere Pariser Selbstmordattentäter über Griechenland in die EU eingereist war. Bei den zwei Männern, die sich am vergangenen Freitag am Stade de France bei Paris in die Luft sprengten, hatten Fingerabdrücke zu dem Hinweis geführt, dass sie auf der griechischen Insel Leros kontrolliert worden waren. Die Identität der beiden Männer blieb allerdings unklar.

Die Geschehnisse des Tages zum Nachlesen

Paris-Terror Liveticker am Sonntag
19:54 | jschindl

Foto von drittem Selbstmordattentäter veröffentlicht

Die französische Polizei hat am Sonntag einen Zeugenaufruf zu dem dritten Selbstmordattentäter von der Fußballarena Stade de France gestartet. Ein Foto, das zusammen mit dem Aufruf veröffentlicht wurde, zeigte den Mann, der sich am 13. November am Eingang H des Stadions in die Luft sprengte. Die Ermittler erhoffen sich von der Veröffentlichung Hinweise auf die Identität des Mannes.
Am Freitag hatte die Polizei erklärt, der Mann sei am 3. Oktober auf der griechischen Insel Leros registriert worden - ebenso wie der Selbstmordattentäter von Eingang D am Stade de France.

(Foto: APA)

19:29 | jschindl

Höchste Terrorwarnstufe für Brüssel verlängert

Belgien verlängert die höchste Terrorwarnstufe für die belgische Hauptstadt Brüssel. Auch am Montag werde die Metro in Brüssel nicht fahren; Schulen und Universitäten bleiben geschlossen. Das teilte Belgiens Premier Charles Michel am Sonntag nach einer Sitzung des des nationalen Sicherheitsrates mit.
Stufe 4 bedeute, dass eine "ernste und unmittelbare" Bedrohung besteht. Seit Samstagmorgen gilt diese höchste Terrorwarnstufe für Brüssel, im Rest Belgiens gilt weiter die Stufe 3. "Wir werden die Lage morgen Nachmittag neu bewerten", sagte Michel. Das Ziel sei, so schnell wie möglich zu einem normalen Leben zurückzufinden.
18:21 | jschindl

Frankreichs Flugzeugträger "Charles de Gaulle" im Mittelmeer bereit

Der französische Flugzeugträger "Charles de Gaulle" ist im östlichen Mittelmeer angekommen. Ab Montag seien Kampfflugzeuge von dort einsatzbereit, sagte Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Sonntag dem Radiosender Europe 1.

Nach den Terroranschlägen vom 13. November hat Paris die Luftangriffe gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien massiv verstärkt. Mit der Verlegung des einzigen Flugzeugträgers der französischen Marine werde die Schlagkraft verdreifacht, hatte Präsident Francois Hollande vergangene Woche erklärt.
18:11 | jschindl

Medienhaus bei Brüssel wieder freigegeben - Sicherheitsrat tagt

Nach einer Bombendrohung ist das Medienhaus der flämischen Gruppe Medialaan in Vilvoorde bei Brüssel wieder freigegeben. "Das Gebäude wurde durchsucht und nichts Verdächtiges gefunden", sagte eine Sprecherin laut belgischer Nachrichtenagentur Belga. Die Mitarbeiter hätten ihre Arbeit wieder aufnehmen können.

Am Sonntagnachmittag war das Medienhaus geräumt worden; Polizisten durchsuchten die Etagen mit Spürhunden nach Sprengstoff.
18:03 | jschindl

Siemens-Chef Kaeser sorgt sich nach Terrorattacken um Wirtschaft

Siemens-Chef Joe Kaeser sorgt sich nach Medienberichten wegen der Terrorattacken von Paris um die Wirtschaftsentwicklung. Er schloss nicht aus, dass sich ein solcher Schock auf das Investitionsverhalten in der Kapital- und Güterindustrie auswirke, sagte Joe Kaeser in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" (Montag).

"Gerade der Mittelstand wird hier sicherlich vorsichtiger agieren", zitiert das Blatt den Siemens-Vorstandschef. Die Kunden könnten möglicherweise mit Investitionen abwarten.
17:34 | jschindl

Öffentliches Leben in Brüssel den zweiten Tag nahezu still

Das öffentliche Leben ist am Sonntag in Brüssel den zweiten Tag nahezu still gestanden. Auf dem historischen Marktplatz Grand Place, wo normalerweise das Leben der Stadt pulsiert und sich Hunderte Touristen unter die Einheimischen mischen, patrouillierten am Sonntag weiterhin Soldaten mit Maschinenpistolen und bewaffnete Polizisten neben gepanzerten Militärfahrzeugen.

Am Nachmittag waren auffallend wenige Touristen auf dem und rund um das Brüsseler Wahrzeichen unterwegs. Der Platz, auf dem das Rathaus und das Stadtmuseum stehen, gilt als einer der schönsten Europas. Einige Touristen machten gar Fotos von einem gepanzerten Militärwagen, der in einer Ecke des Grand Place stand. Obwohl die höchste Alarmstufe 4 galt, hatten zahlreiche Geschäfte und Lokale in der Innenstadt geöffnet. Die meisten Menschen blieben auch trotz der unübersehbaren Militär- und Polizeipräsenz gelassen. "Viele sind aber der Aufforderung der Behörden gefolgt und zu Hause geblieben", sagte die Verkäuferin eines Backshops im zentralen Brüsseler Hauptbahnhof.
17:06 | jschindl

London erhöht Ausgaben für Anti-Terror-Kampf um 30 Prozent

Die britische Regierung will die Ausgaben für den Anti-Terror-Kampf um 30 Prozent erhöhen. Dies werde durch "schwierige Entscheidungen" in anderen Bereichen des Staatshaushalts ermöglicht, sagte Finanzminister George Osborne am Sonntag der BBC.

Nach seiner Ankündigung sollen die Ausgaben für Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus in einem Zeitraum von fünf Jahren um insgesamt 15 Milliarden Pfund (rund 21 Milliarden Euro) aufgestockt werden. Nach den Pariser Anschlägen vom 13. November, bei denen 130 Menschen getötet wurden, hatte die Regierung in London bereits angekündigt, das Personal der Geheimdienste um etwa 15 Prozent zu verstärken.
16:42 | jschindl

Medienunternehmen nahe Brüssel wegen Bombendrohung evakuiert

Das Gebäude eines Medienunternehmens in der flämischen Stadt Vilvorde nahe Brüssel ist am Sonntagnachmittag evakuiert worden. Alle Mitarbeiter seien in Sicherheit evakuiert worden, berichtete mehrere belgischen Medien, darunter auch "Le soir", am Sonntag. Demnach durchsuche die Polizei das Gebäude nach Sprengstoff. Zu dem Unternehmen gehört der Fernsehsender VTM.

Ein Bombenalarm in der belgischen Stadt Mechelen stellte sich indes als falsch heraus. Der Bahnhof sei am Nachmittag ebenfalls evakuiert worden, berichtete "Le soir". Der Schienenverkehr war vorübergehend unterbrochen.
16:02 | jschindl

Menschen in Paris zurück im Nachtleben: Der Terror von Paris hat die Generation Nachtleben verunsichert. Doch eine Woche nach den Anschlägen holen sich die jungen Leute ihr Ausgehviertel zurück. Der Drink in der Hand wird zur Demonstration: Hier sind wir!
15:18 | jschindl

Bildungseinrichtungen könnten geschlossen bleiben

Die Schulen in Brüssel könnten am Montag wegen der Terrorgefahr geschlossen bleiben. Die belgische Bildungsministerin Joelle Milquet erklärte laut "Le Soir", dass die Chancen "50 zu 50" stünden. Eine Entscheidung dazu soll es am späten Nachmittag geben. Die Banken bereiten sich indes auf einen deutlich eingeschränkten Schalterbetrieb am Montag vor und wollen ihren Mitarbeitern Telearbeit anbieten.

Milquet erklärte zu Mittag, dass sie in permanentem Kontakt mit den Sicherheitsbehörden stehe, um die Lage zu analysieren. Auch die Universität in Brüssel (ULB) kündigte laut dem Medienbericht an, notfalls am Montag geschlossen zu halten. Die anderen Hochschulen dürften demnach ebenfalls nicht öffnen.
14:38 | jschindl

UNO will Plan zur Bekämpfung des Terrorismus vorlegen

Die Vereinten Nationen wollen schon bald einen Plan zur internationalen Bekämpfung des Terrorismus vorlegen. Aktuell würden Ideen zur Terrorismusbekämpfung gesammelt und Erfahrungen ausgetauscht. Anfang 2016 werde die UNO dann einen umfangreichen Plan vorstellen, wie Gewalt und Extremismus bezwungen werden könnten, kündigte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am Sonntag beim ASEAN-Gipfel in Malaysia an.

"Wir müssen dafür zusammenstehen", forderte Ban. Der gemeinsame Feind heiße IS. Auf französische Initiative hin hatte der UN-Sicherheitsrat am Freitag eine Resolution verabschiedet, die zum Kampf gegen den IS aufruft.
14:09 | jschindl

Obama: Wir haben vor Extremisten "keine Angst"

US-Präsident Barack Obama hat zu Entschlossenheit im Kampf gegen Bedrohungen durch gewalttätige Extremisten aufgerufen. Das "stärkste Instrument" im Kampf gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) sei das Bekenntnis, "dass wir keine Angst haben", sagte Obama am Sonntag nach dem ASEAN-Gipfel in Kuala Lumpur.

Es sei von "lebenswichtiger" Bedeutung Signale auszusenden, "dass die Bösartigkeit einer Handvoll Mörder die Welt nicht davon abbringen kann, ihre Aufgaben zu erledigen". Obama bekräftigte, dass er an dem Ende November in Paris beginnenden Weltklimagipfel teilnehmen werde.

Mit Blick auf die Pariser Anschläge vom 13. November, bei denen 130 Menschen getötet wurden, sagte Obama, die Attentäter seien "keine Vordenker", sondern eine "Bande von Killern". Paris sei "eine der schönsten, verführerischsten Städte der Welt", die französische Hauptstadt könne nicht "von gewalttätigen, verrückten Akten einiger weniger niedergedrückt werden", ergänzte Obama.
13:45 | jschindl

Bruder von Verdächtigem: Salah soll sich stellen

Der Bruder des gesuchten Terrorverdächtigen Salah Abdeslam hat diesen öffentlich aufgefordert, zur Polizei zu gehen. "Wir wollen, dass Salah sich stellt", sagte Mohamed Abdeslam am Sonntag dem belgischen Fernsehen RTBF. "Damit er uns, seiner Familie und den Familien der Opfer und all den anderen Menschen (...) die Antworten geben kann, auf die wir warten."

Zu der intensiven Fahndung der Polizei nach seinem Bruder sagte Mohamed Abdeslam: "Wir ziehen es vor, Salah im Gefängnis zu sehen als auf dem Friedhof." Die drei Brüder Abdeslam, die aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek stammen, stehen in Verbindung zu den Terroranschlägen von Paris. Brahim Abdeslam hatte sich im Restaurant "Comptoir Voltaire" in die Luft gesprengt. Nach seinem jüngeren Bruder Salah (26), der bei den Anschlägen beteiligt gewesen sein soll, wird gefahndet. Er wird in Brüssel vermutet.
12:55 | jschindl

Polizisten und Soldaten in den Straßen von Brüssel (Foto: EPA)
12:19 | jschindl

Brüssel-Terror - Nationaler Sicherheitsrat tagt um 17.00 Uhr

Der Nationale Sicherheitsrat in Belgien will am Sonntagnachmittag (17.00 Uhr) die Sicherheitslage im Land neu bewerten. Am Samstag wurde wegen "einer akuten Bedrohung" die höchste Terrorwarnstufe für den Großraum Brüssel ausgerufen. Seitdem fuhren keine U-Bahnen, Märkte blieben geschlossen, Großveranstaltungen wurden abgesagt, ein verstärktes Aufgebot an Polizisten und Soldaten war im Einsatz.

Am Vormittag hatte der Bürgermeister der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek, Bernard Clerfayt, bestätigte, dass in der belgischen Hauptstadt aktiv nach zwei gefährlichen Terroristen gesucht wird. Diese sollen im Zusammenhang mit den verheerenden Anschlägen von Paris stehen. Bereits zuvor hatte sich Gerüchte verdichtet, wonach sich Salah Abdeslam, der an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein soll und seither europaweit gesucht wird, im Brüssler Stadtteil Laeken aufhalten soll.
11:49 | jschindl

Musiker schildern Eindrücke im Musikclub Bataclan

Nach dem Terrorangriff auf den Pariser Musikclub Bataclan haben Mitglieder der Band Eagles of Death Metal zum ersten Mal in einem Interview über die Ereignisse der Nacht gesprochen. Mehrere Menschen hätten sich im Umkleideraum der Musiker versteckt, sagte Frontmann Jesse Hughes dem "Vice"-Magazin.

Die Attentäter seien in den Raum gekommen und hätten alle getötet - "außer einer Person, die sich unter meiner Lederjacke versteckte". Viele Menschen hätten sich tot gestellt, berichtete Hughes. "Ein Hauptgrund, warum so viele Menschen getötet wurden, ist, weil so viele ihre Freunde nicht verlassen wollten. So viele Leute haben sich vor andere gestellt."
11:22 | jschindl

Vier Oberbefehlshaber suchen Strategie gegen den Terror

Finden die Alliierten des Zweiten Weltkrieges 70 Jahre danach wieder zusammen - dieses mal gegen die Terrormiliz IS? In Umrissen zeichnet sich ein ähnliches Bündnis wie damals ab, doch der Weg zu Einigkeit ist schwierig. Und der Gegner ist nur schwer zu fassen.

Die großen Militärmächte USA, Russland, Frankreich und Großbritannien suchen in dieser Woche nach einem Bündnis gegen den Terror des "Islamischen Staates" (IS). Im Mittelpunkt steht der französische Präsident Francois Hollande, dessen Land durch die Anschläge von Paris tief erschüttert wurde. Hollande wird am Dienstag (24.11.) in Washington mit US-Präsident Barack Obama sprechen, zwei Tage (26.11.) später in Moskau mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin. Schon am Montag (23.11.) kommt der britische Premierminister David Cameron nach Paris.
10:48 | jschindl

Cameron will Plan zum Kampf gegen IS-Milizen in Syrien vorlegen

Der britische Premierminister David Cameron will einen umfassenden Plan zum Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vorlegen. Wie der Sender BBC am Sonntag berichtete, soll das Papier bereits kommende Woche präsentiert werden. Nach den Terrorattacken von Paris dringt Cameron verstärkt auf eine Ausweitung britischer Luftangriffe auf IS-Stellungen auch in Syrien.

Dazu strebt er eine breite Mehrheit im Parlament an. Bisher bombardieren britische Piloten IS-Kämpfer im Irak, nicht aber in Syrien. Am Montag trifft Cameron den französischen Staatspräsidenten Francois Hollande in Paris, um über den Anti-Terror-Kampf zu beraten.
10:24 | jschindl

Hollande und Valls steigen in der Wählergunst

Nach der entschlossenen Reaktion auf die Terroranschläge in Paris hat Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande seine schlechten Umfragewerte deutlich verbessert. In einer am Sonntag veröffentlichten Erhebung des Instituts Ifop zeigten sich 27 Prozent der Befragten mit der Amtsführung von Hollande zufrieden, sieben Prozentpunkte mehr als noch im Oktober.

Das ist der beste Wert für den Staatspräsidenten seit dem Terroranschlag auf die Redaktion der Satirezeitung "Charlie Hebdo" im Jänner. Premierminister Manuel Valls kam in der Umfrage auf 39 Prozent und damit drei Prozentpunkte mehr als vor einem Monat.
09:46 | jschindl

Brüssel - Bürgermeister bestätigt Suche nach zwei Terroristen

In Brüssel wird aktiv nach zwei gefährliche Terroristen gesucht, die im Zusammenhang mit den verheerenden Anschlägen von Paris stehen sollen. Das bestätigte der Bürgermeister der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek, Bernard Clerfayt, am Sonntag im belgischen Rundfunk "RTBF".

"Es gibt diese Gefahr. Wir haben erfahren, dass sich zwei Terroristen auf Brüsseler Territorium befinden und gefährliche Taten verüben könnten", sagte Clerfayt. Deshalb müsse man sehr wachsam bleiben. Bereits zuvor hatte sich Gerüchte verdichtet, wonach sich Salah Abdeslam, der an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein soll und seither europaweit gesucht wird, im Brüssler Stadtteil Laeken aufhalten soll.
08:51 | jschindl

Franzosen billigen überwiegend Sicherheitsmaßnahmen

Die Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen nach den islamistischen Anschlägen von Paris stößt bei den Franzosen ganz überwiegend auf Zustimmung. Laut einer Umfrage des Instituts Ifop, die in der Sonntagszeitung "Dimanche Ouest-France" erschien, billigen 91 Prozent der Befragten die Verlängerung des Ausnahmezustands auf drei Monate.

94 Prozent stimmen der Wiedereinführung von Grenzkontrollen zu und 95 Prozent unterstützen, dass Franzosen bei "Angriffen auf die grundlegenden Interessen der Nation oder Terrorakten" die Staatsbürgerschaft aberkennt werden kann.
08:21 | jschindl

Paris-Terror - Experten: Gefahr in Österreich so groß wie vorher

Die Terrorgefahr in Österreich ist nach Ansicht des Geheimdienst-Experten Siegfried Beer und des Islamwissenschafters Rüdiger Lohlker so groß wie vor der Anschlagsserie in Paris vergangene Woche auch schon. "Man hat jederzeit damit rechnen müssen, und man muss jederzeit damit rechnen. Allerdings ist das noch lange kein Grund, in Panik zu verfallen", sagte Lohlker im Gespräch mit der APA.

Beer pflichtete bei. Auch er hält Anschläge in Österreich für möglich. Die Antwort sollte jedoch nicht "Angst und Zuhausebleiben" sein, "sondern Achtsamkeit": "Anzuerkennen, dass man selbst auch für die Sicherheit in einem Land, in einer Stadt, in einem Ort und in einer Nachbarschaft zuständig ist." Oft schon hätten in der Vergangenheit Beobachtungen aufmerksamer Bürger entscheidende Hinweise gegeben, bei der Aufklärung von Verbrechen ebenso wie etwa auch beim Anschlag auf den Boston-Marathon vor zwei Jahren.

(apa/red)

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