Lesefestival Rund um die Burg 2017: Start in den literarischen Sommer

Akt.:
Das große Lesefestival beim Burgtheater.
Das große Lesefestival beim Burgtheater. - © rundumdieburg.at
Gar nicht schmähbefreit zeigt sich das Literaturfestival heuer am 23. und 24. Juni 2017 vor dem Burgtheater: Wiener Schmäh als Alternative zu „alternativen Fakten“ und Hass-Postings.

Unter dem Motto „Schmähohne!“ widmet sich das Lesefestival Rund um die Burg heuer dem Wiener Schmäh. Mehr als 20 Autorinnen und Autoren werden die Literaturfans im Lesezelt vor dem Burgtheater mit Schmäh packen und für die eine oder andere Inspiration für die perfekte Lektüre in den Sommermonaten sorgen.

Unter anderen bestreiten Felicitas Auersperg, Otto Brusatti, Manfred Chobot, Kurt Palm, Andreas Pittler und Tex Rubinowitz den Lesereigen.

“Schmähohne!“ am Lesefestival

„Der Wiener Schmäh ist ein altbewährtes Mittel gegen ‚alternative Fakten’ und Hass-Postings. Wir haben uns heuer für ein durchaus ironisches Motto entschieden, um auf diese wichtige Funktion von Literatur und Wissenschaft hinzuweisen“, sagt Programmverantwortlicher Helmut Schneider aus dem echo medienhaus.

Gleich zwei Premieren werden heuer bei Rund um die Burg gefeiert: Erstmals gibt es das Lesetheater mit einem Stück des deutschen Autors Akin E. Sipal zu sehen, in dem es um die Begegnung einer jungen Türkin und eines jungen Deutschen am Kalami-Strand auf Korfu geht. Das Stück war bereits im Frühjahr beim Festival „Neues Wiener Volkstheater“ – einer gemeinsamen Aktion von Volkstheater Wien und Max-Reinhardt-Seminar – zu sehen. Die szenische Lesung werden die Max-Reinhardt-Seminar-Studenten Philipp Auer und Alina Ilonka Hagenschulte unter der Regie von Maria Sendlhofer bestreiten.

Literatur-Workshop in Wien

Gemeinsam mit der Universität für angewandte Kunst findet auch erstmals ein Literatur-Workshop im Vorfeld von Rund um die Burg statt: Studenten des Instituts für Sprachkunst arbeiten unter der Anleitung des bekannten Autors Ferdinand Schmatz an eigenen Texten zum Thema „Schmähohne!“, die beim Festival erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die Eröffnung von Rund um die Burg fällt heuer musikalisch aus: Band-Gründer, Sänger, Tatort-Drehbuchautor, Dramatiker und Texter Max Gruber hat seine Wiener Musikformation „Des Ano“ neu aufgestellt und wird gemeinsam mit Angelika Steinbach (Violine) und Heinz Ditsch (Akkordeon) für feine Klänge zum Auftakt des Literaturfestivals sorgen. Im Sommer wird Gruber „Figaros Hochzeit“ für Adi Hirschals Wiener Lustspielhaus bearbeiten.

Publikumslieblinge im Lesezelt

Mit dabei sind auch heuer wieder so bekannte Autoren wie Radek Knapp („Der Mann, der Luft zum Frühstück aß“) und Kurt Palm, dessen Roman „Strandbad Revolution“ vom Erwachsenwerden in der österreichischen Provinz in einem von Politik und Sex erhitzten Sommer im Jahr 1972 handelt, sowie Publikumsliebling Tex Rubinowitz. Der Zeichner und Autor begeisterte schon vor zwei Jahren das Publikum im Lesezelt vor dem Burgtheater. Heuer liest – oder besser gesagt spricht – er über seinen neuen Roman „Lass mich nicht allein mit ihr”. Denn Vorlesen – so klärt er seine Fans gerne auf – ist nicht so seine Sache.

Aus ihren neuen Werken lesen außerdem unter anderen Natalka Sniadanko („Sammlung der Leidenschaften“), Martin Amanshauser („Typisch Welt“), Otto Brusatti („34 – Der einfache Schrecken oder die Welt heute“) oder Andreas Pittler („Die Spur der Ikonen“). Nadine Kegele hat – inspiriert von den berühmten Tonbandprotokollen Maxie Wanders („Guten Morgen, du Schöne“, 1977) – 40 Jahre später 19 Frauen zwischen Madrid und Berlin, im Alter zwischen 16 und 92 Jahren über ihr Leben befragt und die Gespräche aufgezeichnet. Ihr Buch „Leben muss man unfrisiert“ ist daher so etwas wie eine Bestandsaufnahme der Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte heute lebender Frauen.

Politik und Wissenschaft mit Schmäh genommen

Laut Robert Hochner ist das Archiv die Rache der Journalisten an den Politikern. Klaus Oppitz hat in seinem Büchlein „Lösungen sind nicht die Antworten“ die „originellsten“ Sager von Politikern gesammelt. Aussagen, die die Betroffenen lieber vergessen würden. Oppitz wird das Publikum raten lassen, von wem die skurrilsten Sprüche stammen. Aber auch Wissenschaftlerinnen dürfen beim Thema „Schmähohne!“ nicht fehlen. Die Evolutionsbiologin Elisabeth Oberzaucher von den Science Busters stellt ihre Überlegungen zum Verhalten von Menschen in Städten vor („Homo Urbanus“) und die Psychologin Felicitas Auersperg legt „Das merkwürdige Verhalten von Schimpansen in Kinderkleidung“ dar.

Abgerundet wird das Festival durch eine kleine Ausstellung der Komischen Künste mit Cartoons von Heike Drewelow zum Thema „LITERATIERE“ (von Emilia Galoppi bis Panthersilea). Vor Ort ist auch die Buchhandlung Buchkontor zugegen, bei der alle vorgestellten Bücher gekauft werden können. Das Selfpublishing-Start-up mymorawa präsentiert erste Publikationen.

Für italienisches Kulinarik-Flair sorgt die Mionetto Bar mit ihrer Italo-Ape, um Literaturfans mit ausgewählten Prosecco-Spezialitäten zu verwöhnen und auch abseits der Literatur prickelnde Momente zu bieten. Snacks und Getränke kommen heuer von der Lieferei. Wer einfach nur das schöne Sommerwetter genießen möchte, kann sich in bequemen Liegestühlen unter den Sonnenschirmen niederlassen und schon vom bevorstehenden Urlaub träumen.

>> Das gesamte Programm und detaillierte Informationen finden sich online.

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen