Lange Nacht der Museen am 3. Oktober: 731 Museen öffnen ihre Pforten

Eindruck von der langen Nacht der Museen.
Eindruck von der langen Nacht der Museen. - © APA
In ganz Österreich, der Schweiz und Liechtenstein öffnen 731 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen bis ein Uhr früh ihre Pforten, denn es ist wieder “Lange Nacht der Museen”. Zum 16. Mal findet am 3. Oktober die “größte Kulturinitiative des Landes” statt und erfreute sich bisher auch großer Beliebtheit: Fünf Millionen Besucher standen in den letzten Jahren am Plan.

Der ORF verstehe sich als Kultur-Plattform und daher sei es auch eine besondere Aufgabe, maßgeblich “zu einem Off-Air-Kulturerlebnis” beizutragen. “Gerade in bewegten Tagen wie diesen sieht man, dass es ein unglaubliches Privileg ist, dass wir uns nächtens durch das Land bewegen, um Kulturschätze zu sehen”, so der Generaldirektor in Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingssituation. Diese war naturgemäß auch beim Statement des Chefs der ÖBB Werbung, Manfred Oschounig, Thema. So habe die ÖBB, die für die “Lange Nacht der Museen” auch Spezial-Tickets ab 18 Euro anbietet, an sechs österreichischen Bahnhöfen ein umfangreiches Kulturprogramm geplant. Aufgrund der zahlreichen Flüchtlinge auf den Bahnhöfen werde man dann kurzfristig entscheiden, wie man mit diesen Projekten umgehen werde. Der menschliche Umgang mit den Schutzsuchenden gehe in diesem Fall vor.

Angebot der langen Nacht der Museen

13 Euro kostet das Kombi-Ticket (11 Euro ermäßigt, Kinder bis 12 Jahren haben freien Eintritt), mit dem den Besuchern von 18 Uhr bis ein Uhr früh die Museen offenstehen. Die Tickets gelten in Wien auch für den öffentlichen Verkehr, zusätzlich werden Shuttle-Busse angeboten. Neben den laufenden Ausstellungen gibt es fast überall auch Spezialprogramme, 267 Museen in ganz Österreich warten mit kindgerechten Zusatzangeboten auf. Vom “Treffpunkt Museum”, die es in jeder Landeshauptstadt (nur in Vorarlberg ist es Dornbirn) geben wird, führen die Pfade in die Vielfalt der Regionen.

In Wien ist der Maria-Theresien-Platz Ausgangspunkt zu den 127 teilnehmenden Institutionen. Zu den Highlights zählt etwa die Albertina, die sich ganz dem Künstler Edvard Munch verschreibt und u.a. den “eigenen Schrei” der Besucher auf die Wände der Eingangshalle projizieren wird. Im Kunst Haus Wien erwartet die Besucher die Ausstellung des amerikanischen Fotografen Joel Meyerowitz, der als zentrale Figur der amerikanischen “New Color Photography” gilt. Das Leopold Museum steuert mit einem Schiele-Selbstporträt heuer gar das Motiv für die “Lange Nacht der Museen” bei und lässt das Publikum in die Kunstwelt rund um 1900 eintauchen. Das Verkehrsmuseum der Wiener Linien wiederum lädt auf eine Zeitreise durch 150 Jahre öffentlichen Verkehr und bietet einen eigenen Oldtimershuttle zwischen Schwedenplatz und “Remise”. Zum ersten Mal dabei ist u.a. das im März 2015 eröffnete Viktor Frankl Museum, das die Besucher einlädt, mit dem Begründer der Logotherapie in Dialog zu treten. Eine Sonderausstellung zu den Beatles gibt es anlässlich des 75. Geburtstags von John Lennon im Wiener Phonomuseum, das ebenfalls erstmals dabei ist.

Teilnehmer des Kultur-Events

40 Museen nehmen im Burgenland teil, darunter die Rathaus Galerie in Eisenstadt oder die Burg Forchtenstein. Rund um den Schuh dreht sich alles in der Stadtgalerie Klagenfurt im Rahmen der Ausstellung “Shoeting Stars”; insgesamt stehen in Kärnten 74 Museen offen. Gleich 16 Neuzugänge unter den insgesamt 138 Museen gibt es in Niederösterreich, zum reichhaltigen Angebot für die Jüngsten zählt etwa eine Rätselrallye auf der Burgruine Falkenstein und ein “Zuckerlzug” im Eisenbahnmuseum Schwechat. Kletterfreunde freuen sich hingegen über die Ausstellung “Zwischen Himmel und Erde – Gerlinde Kaltenbrunner und die Welt der 8000er” im Alpinmuseum in Spital am Pyhrn in Oberösterreich, das diesmal mit 51 Museen vertreten ist.

Wer sich für besonders junge Künstler interessiert, wird im Salzburger Atelier & Galerie Reiser fündig, rätselhafte Wasserexperimente für Kinder gibt es in der Wasserwelt Salzburg. Im ganzen Bundesland nehmen 60 Kultureinrichtungen teil. Vom Lippizanergestüt Piber bis zur Bibliothek des Benediktinerstifts Admont reicht das 82 Institutionen umfassende Angebot in der Steiermark. Zahlreiche Neuigkeiten gibt es in den Tiroler Swarovski Kristallwelten, 32 der 68 Museen bieten ein spezielles Kinderprogramm. Länderübergreifend geht es ganz im Westen zu, wo 91 Museen in Vorarlberg, Liechtenstein und der Schweiz ihre Tore öffnen, darunter die Dornbirner Mohrenbrauerei oder das Frauenmuseum Hittisau, wo Kinder auf einem Matratzenlager rasten und dabei in die Welt der Sagen eintauchen können.

Bei jedem “Treffpunkt Museum” sind Tickets, Booklets mit umfangreichen Informationen zu den Programmangeboten und Infos zu den Bus- und Fußrouten der “ORF-Langen Nacht der Museen” erhältlich. Gleichzeitig nehmen hier die meisten Bus- und Fußrouten ihren Ausgang.

(apa/red)

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