Kontrollen bei “Henry am Zug”: Letzte ungarische Arbeitnehmer gekündigt

Do&Co-Chef Attila Dogudan steht in der Kritik rund um Henry am Zug
Do&Co-Chef Attila Dogudan steht in der Kritik rund um Henry am Zug - © APA/Harald Schneider
Nächste Runde in der Causa um das Unternehmen “Henry am Zug”: Das Teil-Unternehmen des Do&Co-Konzerns ist mit dem Vorwurf konfrontiert , bei seinen ungarischen Beschäftigten gegen Arbeitszeit- und Lohnvorschriften verstoßen zu haben. Am 28. Jänner führte das Arbeitsinspektorat deswegen Kontrollen am Zug durch.

Dies schreibt die “Presse”. Mitte April hat der Personalvermittler Randstad 15 verbliebene ungarische Servicekräfte gekündigt.

Kollektivvertrag-Versprechungen um “Henry am Zug”

Ende 2014 hatten noch 120 Ungarn für den ÖBB-Caterer gearbeitet, im heurigen Jänner waren es 33, heute sind es 18, wie der Cateringkonzern Do&Co von Attila Dogudan der “Presse” am Wochenende bestätigte. Der Personalvermittler Randstad ist erst seit Mitte Jänner 2016 für “Henry am Zug” zuständig, zuvor war es Trenkwalder.

Do&Co-Chef Dogudan hatte der Gewerkschaft im März versprochen, bei “Henry am Zug” nur noch nach dem österreichischen Kollektivvertrag zu entlohnen.

712 Euro brutto verdienten Mitarbeiter des ÖBB-Unternehmens

Die ungarischen “Henry-am-Zug”-Mitarbeiter haben laut “Presse” zuletzt umgerechnet rund 712 Euro brutto im Monat verdient. Ihre österreichischen Kollegen hätten den österreichischen Kollektivvertrag von 1.400 Euro brutto bekommen. Seit Anfang April hätten die ungarischen Beschäftigten offiziell nur noch bis zum Grenzort Hegyeshalom fahren dürfen, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter. Sonst wären sie als geleaste ungarische Arbeitskräfte, die für ein österreichisches Unternehmen in Österreich tätig werden, wie bisher unter die europäische Entsenderichtlinie gefallen – und hätten für die Arbeitszeit in Österreich nach dem österreichischen Gastro-KV entlohnt werden müssen.

Ungarische Mitarbeiter erst in Wien registriert

De facto, so die “Presse”, seien aber die Touren nach Deutschland, in die Schweiz und nach Österreich weitergegangen. Laut einer nicht namentlich genannten ehemaligen ungarischen Mitarbeiterin wurden die Ungarn erst in Wien an ihrer Kassa registriert. “Dann scheint im System nicht auf, dass man aus Budapest kommt”, wird die Frau zitiert. Bei Do&Co hieß es dazu gegenüber der “Presse”, dass in der Sache bereits alles gesagt sei.

Die Arbeiterkammer bietet den Ungarn nun grenzüberschreitende Hilfe an. Seit vermehrt unterbezahlte Ungarn anklopften und nach ihren Rechten in Österreich fragten, sei ein Sonderfonds eingerichtet worden.

>>“Moderne Sklaven”: Arbeitsinspektorat hat Do&Co im Visier

(apa/red)

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