Junge Grüne über Parteiausschluss-Drohung empört

Die Jungen Grünen werfen der Bundespartei um Chefin Eva Glawischnig einen autoritären Kurs vor.
Die Jungen Grünen werfen der Bundespartei um Chefin Eva Glawischnig einen autoritären Kurs vor. - © APA/Herbert Neubauer
Die Junge Grünen-Bundessprecherin Flora Petrik nennt die Ausschlussdrohung “verantwortungslos” und vermutet, man wolle nur vom Kern des Konflikts ablenken.

Die Jungen Grünen nennen die Ausschlussdrohung durch den Erweiterten Bundesvorstand der Grünen “verantwortungslos”. Es sei bedauerlich, dass die Parteispitze mit Unterstellungen, Diffamierungen und Unwahrheiten gegen die eigene Jugendorganisation vorgeht, um vom Kern des Konflikts abzulenken, erklärte Junge Grünen-Bundessprecherin Flora Petrik am Samstag.

“Die Jungen Grünen in Geiselhaft zu nehmen, um einen demokratischen Aufbruch der Grünen Studierenden zu unterbinden, widerspricht allem, wofür die Grünen und ihre Grundwerte stehen”, so Petrik. Wie es nun weitergehe, werde in den nächsten Tagen in den Gremien besprochen. “De facto sind wir ja schon ausgeschlossen. Wir sind schockiert, dass erfolgreiche Projekte wie die Jungen Grünen einfach abgedreht werden”, sagte Petrik zur APA.

Flora Petrik: “Politisches Armutszeugnis” der Grünen

Wenn das der autoritäre Kurs ist, den die Grünen fahren wollen, müssten man sich genau überlegen, ob man unter dem Dach dieser Partei überhaupt noch bleiben wolle, meinte Petrik, die von einem “politischen Armutszeugnis” sprach. Im Kern des Konflikts steht die Frage: “Will die Partei sich öffnen, demokratisieren und wachsen – oder aus Angst alles klein halten? Die Parteispitze will sich mit der GRAS offenbar weiterhin einen winzigen, leicht kontrollierbaren Kreis als Studierendenorganisation mit 20 bis 40 Leuten halten, der mit einem totalen Konsensprinzip nicht wachsen kann.” Die Jungen Grünen seien jedenfalls für eine Öffnung.

Für den Vorabend des 1. Mai soll nun ein Kongress einberufen werden, bei dem der gesamte Verband die politischen Perspektiven und Optionen diskutieren wird. “Falls sich unsere politischen Wege trennen sollten, gehen wir davon aus, dass die Partei so fair sein wird, uns nicht mitten im Jahr unsere Förderungen zu entziehen”, meinte Petrik. “Ansonsten werden wir uns natürlich um eine saubere Abwicklung der Übergabe kümmern, falls es soweit kommt.”

(APA, Red.)

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