Israelitische Kultusgemeinde boykottiert Gedenkveranstaltungen mit FPÖ-Ministern

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IKG-Präsident Deutsch wird Veranstaltungen mit FPÖ-Ministern boykottieren.
IKG-Präsident Deutsch wird Veranstaltungen mit FPÖ-Ministern boykottieren. - © APA/HANS PUNZ
Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) will im heurigen Gedenkjahr Veranstaltungen boykottieren, an denen auch FPÖ-Minister teilnehmen. Die jüdische Gemeinde plant stattdessen eigene Parallelveranstaltungen.

Den ersten Boykott könnte es laut Berichten von “Presse” und “Heute” bereits Ende Jänner anlässlich des Holocaust-Gedenktags geben. Die Kultusgemeinde hatte erst vergangene Woche in einer Vorstandssitzung beschlossen, weiterhin keine politischen Kontakte zu Vertretern der FPÖ unterhalten zu wollen, auch nicht zu Regierungsmitgliedern. Begründet wurde die Ablehnung der FPÖ damit, dass die in der freiheitlichen Partei stark verankerten deutschnationalen Burschenschaften Vordenker des politischen Antisemitismus gewesen seien.

IKG nimmt nicht an Gedenkveranstaltungen mit FPÖ teil

IKG-Präsident Oskar Deutsch hatte danach gegenüber israelischen beziehungsweise jüdischen Medien erklärt, dass man nicht an Gedenkveranstaltungen teilnehmen werde. “Wenn Minister der Freiheitlichen anwesend sind – und ich bin sicher, dass sie das sein werden – werde ich nicht imstande sein, ihnen die Hand zu reichen. Das heißt, dass die jüdische Gemeinde nicht teilnehmen wird”, so Deutsch.

Bei den Freiheitlichen bedauert man den geplanten Boykott von Gedenkveranstaltungen mit FPÖ-Beteiligung. “Ein solcher Entschluss der IKG wäre sehr bedauerlich. Ich möchte festhalten, dass meine Türen für Gespräche über vertrauensbildende Maßnahmen immer offen sind und bleiben”, meinte Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) gegenüber der “Presse”.

Regierung bedauert IGK-Beschluss

Regierungssprecher Peter Launsky-Tieffenthal hat am Freitag namens der Bundesregierung bedauert, dass die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) im heurigen Gedenkjahr Veranstaltungen boykottieren will, an denen auch FPÖ-Minister teilnehmen. Man respektiere die Entscheidung des IKG-Vorstandes, würde sich aber über die Teilnahme von Mitgliedern der jüdischen Community freuen.

APA/Red.

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