Iron Bowl II: Titans ringen Knights in der Verlängerung nieder

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Ausgelassen: LA Titans feiern den Sieg in der Iron Bowl
Ausgelassen: LA Titans feiern den Sieg in der Iron Bowl - © expa/Haumer
Es war eine Werbeveranstaltung für American Football in Österreich: Die LA Titans und die Vienna Knights boten im Iron-Bowl-Finale großartigen und dramatischen Footballsport auf höchstem Niveau. Am Ende setzten sich die Titans 26:20 durch.

Defensivorientierte erste Halbzeit
In der ersten Halbzeit hatten die Defensivformationen auf beiden Seiten das Wort. Den LA Titans gelang gar nur ein Offensiv-Touchdown (durch einen Lauf von Robert Holocher). Für das Highlight in Halbzeit eins sorgte Ulrich Högler, der einen Interception-Return-Touchdown für die Mödlinger erzielen konnte.

Den Vienna Knights gelangen zwei Touchdowns in Halbzeit eins. Clemens Jagerhofer brachte die Wiener Ritter in Führung und Raphael Valenta sorgte nach einem sehenswerten Pass von Quarterback Roger Schlegelmilch für die neuerliche Führung der Knights mit dem Pausenpfiff. Mit 13:14 gingen beide Teams in die Halbzeitpause.

Knights bauen im drittel Viertel die Führung aus
Im dritten Viertel konnten die Knights durch Clemens Jagerhofer die Führung ausbauen. Den Zusatzpunkt vergaben die Ritter jedoch. Ansonsten dominierten die Verteidigungsreihen. Zwei Ballbesitze der Titans und einer der Knights blieb ohne zählbaren Erfolg.

Dramatik pur und eine Verletzung im vierten Viertel
Das letzte Viertel der Iron Bowl 2009 hatte in der Tat wirklich alles was ein großartiges Spiel benötigte. Dramatik, hochklassigen Sport, großartige Einzelleistungen und eine Schiedsrichterentscheidung welche die Dramatik weiter steigern sollte.

Knapp neun Minuten vor Ende des Spiels stockte den Zuschauern in der Ravellinstrasse der Atem. Nach einem herrlichen Laufspielzug blieb Runningback Lars Gabler verletzt auf dem Spielfeld liegen. Aufgrund einer Knöchelverletzung konnte Gabler nicht weiterspielen. Ein herber Schlag für die Mödlinger, denn Gablers Läufe stellten die Knights immer wieder vor große Probleme. An seiner Stelle trug nun Robert Holocher die Hauptverantwortung im Laufspiel der Mödlinger Titanen - und er enttäuschte nicht. Vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit erzielte er den Ausgleich zum 20:20.

Die Dramatik nahm ihren Lauf und die Vienna Knights kamen in der letzten Minute des Spiels nochmals an den Ball. Für wenige Sekunden fühlten sie sich als Sieger der Iron Bowl II. Roger Schlegelmilch bediente erneut mustergültig Raphael Valenta. Aber anstelle einer ritterlichen Siegesfeier ging das Spiel in die Verlängerung. Der Touchdown zählte wegen eines Regelverstoßes der Knights nicht!

Nervenzerreißende Verlängerung
Zum ersten Mal (!) in der österreichischen Footballgeschichte wurde ein Bowl-Spiel in einer Verlängerung entschieden. Laut Regelwerk bekommt jedes Team einen Ballbesitz zugesprochen. Am Ende der ersten Verlängerung sollte sich der Favorit aus Mödling knapp durchsetzen: Zuerst beendete Maximilian Boder die Angriffsbemühungen der Vienna Knights mittels Interception. Den eigenen Ballbesitz schlossen die Titans schließlich mit einem Touchdown durch Quarterback Martin Maw ab.

Werbung für den Footballsport
Mit 26:20 endete ein Footballspiel, das Werbung für die Sportart war. Das letzte Spiel auf der Schmelz wurde damit mehr als nur vergessen gemacht. Beide Teams zeigten Charakterstärke, Einsatz, Kampfgeist und Fairplay. Dieses Spiel hätte sich mehr als die anwesenden 500 Zuschauer verdient.

Ausgezeichnete Schiedsrichtercrew – fast perfekt
War nach dem letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams auf der Schmelz die Schiedsrichter noch heftig in der Kritik, konnten sich die Unparteiischen diesmal über eine beinahe fehlerfreie Leistung freuen. Sowohl Gewinner als auch Verlierer zollten der Schiedsrichtercrew ein Lob für ihre ausgezeichnete Leistung. Jedoch unterliefen ihnen zwei Fehler in der Verlängerung welche dem Spiel möglicherweise noch einige Minuten Dramatik kostete. Nach einer Passinterference Strafe (durchaus Diskussionswürdig) wurde der Ball nicht auf der 13-Yard-Linie sondern auf der 3-Yard-Linie positioniert. Im folgenden Spielzug – der zum Touchdown führte – wurde ein Fehlstart der Titans übersehen.

Es blieb der einzige Fehler der äußerst starken Schiedsrichtercrew an diesem Abend. So blieb auch die Kritik nach dem Spiel leise. Denn der Verband AFBÖ schickte zur Iron Bowl nur eine vier Mann starke Schiedsrichtercrew. Ein Finale, dessen Vorgeschichte für einige Brisanz gesorgt hatte, hätte quantitativ besser (mit sechs Unparteiischen) besetzt werden müssen. Der einzig negative Aspekt der Iron Bowl II (powered by Generali Group). Sportlich haben beide Teams gezeigt, dass sie auf dem Weg nach oben sind; organisatorisch sind sie mit dem Event bereits dort angelangt.

LA Titans vs. Vienna Knights 26:20 (20:20, 13:14) n.V.
Footballzentrum Ravelinstraße, 500 Zuschauer

Stimmen zum Spiel:
Hany Razi (Headcoach Knights): „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Wir haben alles gegeben und einen großartigen Kampf abgeliefert. Gratulation an die Titans und viel Glück gegen die Steelsharks.“

Michael Haider (Knights): „Wir haben alles gegeben. Viele haben gedacht, dass die Titans zu einen lockeren Sieg kommen werden. Aber wir haben gezeigt was wir können. Wer werden 2010 noch besser zurückkommen.“

Clemens Jagerhofer (Knights): „Klar tut es weh wenn du so knapp verlierst aber wir haben uns nichts vorzuwerfen. Wir können stolz auf unsere Leistung sein.“

Matthias Weinberger (Headcoach Titans): „Was für ein unglaubliches Footballspiel. Es ging so oft bergauf und bergab. Gratulation an beide Teams! Es war das von mir erwartet sehr schweres Spiel. In meiner Mannschaft haben viele Spieler den sprichwörtlichen „Step up“ gemacht. Jetzt werden wir feiern!“

Martin Maw (Titans): „Ein unglaubliches Spiel. Ich bin zwar ein ruhiger Mensch aber in einigen Situationen habe ich auch nicht mehr hinsehen können.“

Martin Kucher (Titans): „Das Spiel hat mir ein paar graue Haare mehr gebracht. Wir haben uns im Laufe des Spiel gesteigert und haben uns am Ende durchgesetzt. Alles andere ist momentan egal!“

Thomas Muck
In Kooperation mit sportreport.at

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