In schwangerer Frau “den Satan” gesehen: Prozess in Wien nach Angriff

Die Frau musste sich nach der Messerattacke vor Gericht verantworten.
Die Frau musste sich nach der Messerattacke vor Gericht verantworten. - © APA
Eine 28-Jährige ist am Freitag vor Gericht gestanden, weil sie Anfang Oktober in Wien mit dem Messer auf eine Schwangere losgegangen war, da sie in dieser den Satan gesehen hatte.

Die Staatsanwaltschaft beantragte die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Die Angeklagte leidet an einer schizophrenen Krankheitsform.Da allerdings das Opfer, die 37-jährige Nachbarin der jungen Frau, nicht vor Gericht erschienen war, musste Schöffensenatsvorsitzender Andreas Böhm die Verhandlung am Landesgericht Wien vertagen.

Schwangerer Messer an den Hals gehalten

Die beiden Frauen, die im gleichen Haus in Rudolfsheim-Fünfhaus wohnten und einander ab und zu zum Kaffee trafen, waren am Abend des 3. Oktobers in ein Lokal gegangen. Als sie wieder nach Hause kamen, lud die Ältere die Jüngere ein, in ihrer Wohnung Abend zu essen. Während die Schwangere kochte, nahm die Bekannte ein Küchenmesser und hielt es der 37-Jährigen plötzlich an den Hals.

Das Opfer konnte sich in einem Gerangel losreißen und ins Stiegenhaus flüchten. Da die Frau zuvor laut um Hilfe gerufen hatte, war die Polizei bereits von einem Anrainer alarmiert worden. Die Beamten entdeckten die 28-Jährige mit dem Messer in der Hand im Stiegenhaus. Laut Protokoll ging sie mit den Worten “Ich muss töten, Satan!” und lautem Geschrei erneut auf die Schwangere los. Die Polizisten konnten Schlimmeres verhindern und die junge Frau festnehmen.

Angeklagte bat um Behandlung in Rumänien

“Ich habe nichts dergleichen gesagt, ich hab nur gesagt, dass ich krank bin”, sagte die gebürtige Rumänin, die ohne ihre Familie zum Arbeiten nach Wien gekommen war, vor Gericht. Denn es sei zwischen den beiden Frauen ausgemacht gewesen, dass die 28-Jährige mit dem Messer herumfuchteln soll, die 37-Jährige würde dann die Rettung holen, damit die Jüngere eine krankheitsbedingte Pension bekäme. “Doch dann hat sie stattdessen die Polizei geholt und gelogen. Sie hat gemeint, ich hätte was von Satan gesagt. Ich hab sie noch gefragt: ‘Was machst du?'”, erklärte die Beschuldigte.

Der psychiatrische Sachverständige hielt eine dauerhafte Unterbringung für notwendig, weil Krankheitsschübe wieder auftreten könnten. Die 28-Jährige bat Richter Böhm inständig, die Behandlung in Rumänien fortzusetzen, da sie ihre Familie und ihre Tochter wieder sehen wollte. Die Frau hatte nämlich ihre Medikamente abgesetzt, da ihr eine Wiener Ärztin gesagt habe, dass die Tabletten die Leber angreifen würden.

(APA)

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