Hitze: Tierschutzverein fordert von Bürgermeister Häupl Fiaker-Fahrverbot

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Durstige Fiaker-Pferde in Wien
Durstige Fiaker-Pferde in Wien - © APA
In einem Offenen Brief wandte sich der Wiener Tierschutzverein am Mittwoch an Bürgermeister Michael Häupl – und zwar in der Causa Fiaker. Das Anliegen des Briefes ist, “einen vernünftigen Kompromiss zum Wohle der Tiere zu finden.” Denn die Pferde leiden dem WTV zufolge besonders unter der Hitze in der Stadt.


Seit Jahren setzt sich der Wiener Tierschutzverein (WTV) für das Wohl der Fiakerpferde Wiens ein. Es geht dem Verein nach eigenen Angaben darum, die Fiaker aus Ballungsräumen mit hohem Verkehrs- und Menschenaufkommen, wie der Wiener Innenstadt, zu verbannen.

WTV beanstandet Fiaker-Betrieb in Wien

“Abgesehen davon, dass Pferdekutschen das romantische Flair des 18. Jahrhunderts längst verloren haben, sind die Bedingungen in modernen Großstädten wie Wien für Pferde längst nicht mehr zumutbar: starkes Verkehrsaufkommen, Abgase, Smog oder Lärm sind nur einige tierschutzrelevante Probleme, die Stress, Panik, Verletzungen und nicht arttypisches Verhalten bei Fluchttieren auslösen können. Hinzu kommen Bewegungseinschränkungen durch das ständige Tragen von Geschirr während der Stehzeiten, Gelenksverletzungen vom Laufen auf Straßenasphalt, psychische Belastungen durch das Tragen von Maulkörben oder stundenlanges Warten auf den nächsten Fahrgast in der brütenden Hitze im Sommer,” so der WTV in dem Brief, der am Mittwoch an Bürgermeister Michael Häupl gerichtet wurde.

Kein Schatten: Pferde leiden unter Hitze

Auch im “aktuell heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen” werde den Fiakerpferden keine Pause gegönnt, dutzende Fiakerpferde würden ihren Dienst versehen und in der “Bruthitze” ausharren, selbst wenn Touristen unter diesen Bedingungen das Angebot gar nicht nutzen wurden. Dass an Standplätzen wie dem Michaelerplatz und dem Stephansplatz keine ausreichenden Schattenplätze für die Pferde gegeben seien, wurde vom WTV besonders beanstandet.

Tierquälerei: Hitzefahrverbot gefordert

Dass nun auch noch eine zweitägige Sperre der Ringstraße hinzukomme, welche die “ohnedies schon begrenzten Auslaufmöglichkeiten” der Fiakerpferde in der Wiener City massiv einschränke und den Tieren dennoch keine Auszeit gegönnt werden, sei ein “nicht tragbarer Zustand und eine monströse Tierquälerei”, so der WTV weiters.

Der von Tierschutzvereins-Präsidentin Madeleine Petrovic gezeichnete Brief schließt mit dem Appell an Bürgermeister Häupl: “Wir ersuchen Sie daher eindringlich, sofortige Maßnahmen zum Schutz der Pferde zu treffen. Es darf nicht sein, dass die Tiere unter diesen Bedingungen dennoch ihren Dienst versehen müssen und nicht zumindest ein temporäres Hitzefahrverbot ausgesprochen werden kann.”

(red)

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