Heimisches Filmschaffen bei der 55. Viennale in Wien

"Licht" feiert auf der Viennale Österreichpremiere
"Licht" feiert auf der Viennale Österreichpremiere - © Filmladen / Christian Schulz / Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion
Beim 55. Viennale Filmfestival in Wien findet sich neben zahlreichen internationalen Werken auch eine feine Auswahl des heimischen Filmschaffens.

Die 55. Festivalausgabe, die am Donnerstag in einer Woche mit John Carroll Lynchs “Lucky” eröffnet, bietet dabei unter anderem die Österreichpremiere von Barbara Alberts neuem Werk “Licht”, ungewöhnliche Beziehungsdramen sowie ein filmisches Experiment, an dem acht Jahre lang gewerkt wurde.

Österreichs Vertreter bei der 55. Viennale in Wien

Bei den Spielfilmen ist Albert der wohl bekannteste Namen: Die renommierte Regisseurin hat sich erneut Zeit gelassen, um dem Drama “Die Lebenden” einen neuen Kinoausflug folgen zu lassen. Mit “Licht” ist die 47-Jährige diesmal ins historische Fach abgetaucht und erzählt die wahre Geschichte der blinden Pianistin Maria Theresia Paradis, die im 18. Jahrhundert unter Anleitung des “Wunderheilers” Franz Anton Mesmer kurzzeitig wieder das Sehen lernt. Diesem barocken Gesellschaftsporträt steht wiederum “Abschied von den Eltern” gegenüber, in dem Astrid Johanna Ofner den Originaltext von Peter Weiss’ gleichnamiger Erzählung in den Mittelpunkt rückt – gelesen und zum Leben erweckt von Sven Dolinski.

Birgit Minichmayr und Philipp Hochmair in “Tiere”

Mit heimischer Beteiligung entstanden ist auch “Western” von Valeska Grisebach, die darin deutsche Bauarbeiter im tiefsten Bulgarien auf einige Widerstände stoßen lässt und so auf ein Abenteuer schickt. Wie dieser Film war auch “Teheran Tabu” bereits bei den Filmfestspielen von Cannes zu sehen: Das animierte Werk geht sehr eigenwillig auf die gesellschaftliche Situation im Iran ein, wobei das Spiel der Schauspieler nachträglich mittels Rotoskopieverfahren “überzeichnet” wurde. Und in “Tiere” (Regie: Greg Zglinski) begeben sich Birgit Minichmayr und Philipp Hochmair auf einen gemeinsamen Urlaub, der die Beziehung retten soll, dabei aber ins Surreale abzudriften scheint. Hier verschwimmen Traum und Wirklichkeit.

Acht Jahre bis zur Fertigstellung: Johann Lurfs ungewöhnliches Werk “*”

Traumhaft gibt sich auch “*” von Johann Lurf, an dem der Filmemacher immerhin acht Jahre gewerkt hat: Das Himmelszelt in unterschiedlichsten Variationen, aus verschiedensten Blickwinkeln der Filmgeschichte gezeigt und inszeniert, bietet folglich ein höchst ungewöhnliches Sehvergnügen, das sich stilistisch von der Stummfilmzeit bis ins Heute zieht. Den Herausforderungen des Elternseins werden in “Cry Baby, Cry” zur Sprache gebracht, wenn Regisseur Antonin Svoboda junge Familien begleitet. Die titelgebende Gwendolyn in Ruth Kaaserers Dokumentation ist hingegen eine Zusammenführung von zwei zunächst sehr verschieden scheinenden Welten – ist die knapp über 60-jährige, pensionierte Anthropologin doch begeisterte Gewichtheberin und feiert nach überstandener Krebserkrankung ein Comeback in ihrem Sport.

Dokumentation und Kurzfilme aus Österreich

Komplettiert wird das heimische Dokuschaffen bei der Viennale von “Tarpaulins” (Regie: Lisa Truttmann), in dem man nicht nur US-amerikanischen Kammerjägern näher kommt, sondern auch dem Objekt ihrer Begierde – oder Abscheu, je nachdem. Wie üblich gibt es auch im Kurzfilmsegment einige Highlights aus rot-weiß-roter Sicht, ist doch unter anderem eine Programmschiene ganz auf das heimische Schaffen zwischen drei und 21 Minuten angelegt. Und natürlich sollten Österreichs Cineasten nicht die Sonderreihen außer Acht lassen, wo etwa “Kopfstand” eine frühe Begegnung mit Christoph Waltz ermöglicht oder mit Carmen Cartellieri eine Königin des hiesigen Stummfilmschaffens neu entdeckt werden kann.

Infos zur Veranstaltung

V17

Viennale – Vienna International Film Festival (V’17)

Wann: 19.Oktober bis 2.November 2017
Wo: Gartenbaukino, Stadtkino im Künstlerhaus, Urania, Metro, Filmmuseum
Start des VVK: Samstag, 14.Oktober um 10 Uhr
Programm: Online auf viennale.at am 10.Oktober um 20 Uhr
Link zur Homepage

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>> Alle News und Infos zur Viennale 2017

(APA/Red.)

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