Heather Nova über ihr neues Album, Hakenhände und Dawson’s Creek

Von Rainer Voggenberger
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Heather Nova war mit ihrem neuen Album "The Way It Feels" in Wien und hat mit VIENNA.at darüber gesprochen
Heather Nova war mit ihrem neuen Album "The Way It Feels" in Wien und hat mit VIENNA.at darüber gesprochen - © Embassy Of Music
Heather Nova, die Sängerin von den Bermudas, die viele durch die Serie Dawson’s Creek kennengelernt haben, hat es endlich wieder getan. Nach vier Jahren Pause bringt Heather Nova ihr neues -mittlerweile 9. Studioalbum, „The Way It Feels“ am 29. Mai heraus. Die Frau rund um Hits wie “London Rain” und “Walk This World” war vorab in Wien und hat mit VIENNA.at über ihre neue Platte, gruselige Männer mit Hakenhand und Dawson’s Creek gesprochen.

Ihr neues Album „The Way It Feels“ ist sehr gut gelungen. Können Sie es vielleicht in ein paar Worten beschreiben?

Ich glaube nicht, dass ich das in ein paar Worten kann (lacht). Für mich ist es immer eine sehr persönliche Angelegenheit, eine Platte aufzunehmen. Als erstes schreibe ich die Songs und dann muss ich mich entscheiden, wie ich sie anordne und produziere. Nur so entsteht die richtige Atmosphäre. „Gold In The Shadows“ von William Fitzsimmons war ein wichtiger Faktor für mein Album. Die natürliche Stimmung darauf faszinierte mich auf Anhieb. Genau so wollte ich mein Album machen. Also begann ich, die Produzenten im Internet zu recherchieren und rief sie an.

Was passierte dann?

Nun, ich stellte mich vor und fragte sie ob sie ein paar Lieder mit mir machen wollen. Sie waren sehr entspannt und meinten, dass ich doch nach Charleston kommen solle. Da dachte ich mir dann, dass das wohl wirklich Fügung ist, weil ich immer schon nach Charleston wollte.

Wie ging es dann weiter?

Ich kam am Abend in der Straße in Charleston an und war komplett hilflos, weil mein Handy nicht funktionierte. Ohne Information über die Herberge stand ich nun da und suchte mein Zimmer. Das ist das Problem, wenn man sich auf diese Geräte verlässt (lacht). Ich habe begonnen, an Haustüren zu klopfen um zu fragen, ob sie mir helfen können. Ein Mann auf der Straße lieh mir dann sein iPad, um meine Herberge zu suchen. Ich fand sie, ging hin und eine bildhübsche alte Frau öffnete mir die Türe. Plötzlich kam ihr Mann mit einem Haken als Hand! Ich fragte ihn, ob ich am Abend das Fenster öffnen könne und er antwortete, dass das okay wäre, weil sie genügend Waffen im Haus hätten.

Das klingt ja beinahe wie im Märchen.

Das tut es in der Tat. Neben dem Bett lag dann auch noch ein Buch mit dem Titel „Haunted Houses Of Charleston“. Sie können sich vorstellen, dass ich diese Nacht nicht viel geschlafen habe. Sollte ich mich nun vor den Waffen des Hausherren fürchten, vor seinem Haken oder vor den Geistern (lacht). Aber am nächsten Tag im Studio ist dann genau die Magie passiert, die das Album zu dem gemacht hat, was es heute ist (lacht).

Die ganze Geschichte klingt wirklich nach einem magischen Start. Die anfängliche Planlosigkeit, der Mann mit dem Haken…

Ja, es war verrückt. Aber als ich dann in das kleine heruntergekommene Haus kam, fühlte ich mich total zu Hause. Die Produzenten waren cool und sie mochten meine Songs. Als sie begannen Musik unter meine Lieder zu legen, fühlte sich das perfekt an.

Es war also eine perfekte Verbindung vorhanden?

Das exakt war es, eine perfekte Verbindung. Was ich daraus gelernt habe ist, dass ich immer meinen Instinkten folgen werde. Ich wollte mit diesen Jungs zusammen arbeiten, habe es getan und es niemals bereut.

Wie viele Songs haben Sie mit ihnen aufgenommen?

Ich habe zwei Songs mit ihnen aufgenommen und fuhr nach Hause. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich aber ganz genau, dass ich die gesamte Platte mit ihnen machen will.

Wir wollen bei Ihrem Album „The Way It Feels“ bleiben. Es erinnert sehr stark an das hochgelobte Album „Storm“ aus 2003.

Ja, sie haben total recht! Das ist die Platte, die „The Way It Feels“ am nächsten kommt.

Wie kam es allgemein dazu, dass diese Verbindung zu „Storm“ entstanden ist?

Das ist eigentlich ganz einfach. Die Produzenten wollten genauso wenig wie ich, dass das Album perfekt produziert klingt. Es soll mit den Songs schwingen und eine perfekte Atmosphäre kreieren. Genau das mochte ich an „Storm“. Und die Jungs haben sogar meine Folk-Seite hervorgebracht.

Genau das führt zu meiner nächsten Frage. Mir ist aufgefallen, dass am neuen Album viele Dark-Folk Einflüsse zu hören sind. Wie kommt es dazu?

Das stimmt. Genau das ist es, was diese Produzenten machen. Sie haben den coolen Teil in mir gesehen und mir gezeigt, dass ich nicht immer die Rock-Schiene fahren muss (lacht). Beeinflusst hat mich auch stark Becks neues Album. Und ein bißchen unheimliches Banjo in Songs zu haben ist doch schön (lacht).

Sie sagten, Sie wollen uns mit Ihrem neuen Album auf eine Reise nehmen. Wohin soll die Reise gehen?

Das kann ich nicht genau sagen, weil die Reise jeden einzelnen wo anders hinführt. Was mir wichtig ist, ist dass Menschen Alben als Alben hören. Ich befürchte nämlich, dass das fast keiner mehr tut, weil man einfach schnell gelangweilt ist und von Song zu Song springt.

Sie sind ja ein großer Fan von Patti Smith.  Könnten Sie sich eine Zusammenarbeit mit ihr vorstellen?

Oh ja! Mit Patti Smith zusammenzuarbeiten wäre unglaublich. Wobei ich vermutlich viel zu nervös dafür wäre. Ich habe sie einmal getroffen und konnte dabei kein einziges Wort sagen. Dabei hätte ich ihr so viele Fragen stellen können.

Aber mit Verlaub, wie kommt es, dass Sie nervös sind?

Ich weiß, es ist ziemlich dämlich. Ich denke mir ja auch immer, wie normal ich bin und Menschen rund um mich nicht nervös sein müssen. Aber dann ist es auch bei mir genau umgekehrt.

Das ist doch nur menschlich, oder?

Ich finde, wenn man sein ganzes Leben mit der Arbeit eines Menschen verbracht hat –wie ich mit den Werken von Patti, dann ist es fast komisch, solche Menschen als menschliche Wesen anzusehen.

Lassen Sie uns doch über Wien reden. Sie sind ja nicht zum ersten Mal hier. Gibt es vielleicht irgendwelche Plätze, die Sie am meisten mögen?

Ich bin in Wien immer relativ ausgebucht. Ich gehe aber immer wieder gerne in’s Museum. Der Naschmarkt würde mich interessieren, nur laufe ich dann wahrscheinlich Gefahr, Dinge zu kaufen, die nicht in meinen Koffer passen (lacht).

Können Sie Wien in ein paar Worten beschreiben?

Wenn ich an Wien denke, dann denke ich an eine vornehme Stadt. Als ich das letzte Mal hier war, besuchte ich die Oper. Es war unglaublich die Gäste mit ihren Roben, Juwelen und alten Fellen zu beobachten.

Wird es eine Tour geben, die Wien beinhaltet?

Es wird eine Tour im Herbst geben und darunter wird sicherlich auch Wien sein.

Kommen wir zur letzten Frage: Drei Wörter über Dawson’s Creek? (Anmerkung der Redaktion: „London Rain“ ist ein großer Hit von Heather Nova der den Soundtrack zu Dawson’s Creek bekleidet)

„London“, „Rain“ (lacht) und „Jugend“, denke ich. Ich war aber eher der „Friends“-Typ (lacht). Und dann war da noch Twin Peaks. Das habe ich auch geliebt.

Danke vielmals für das Interview

Es war mir eine Freude

(Red.)

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