Hanekes “Happy End” im Wettbewerb der 70. Filmfestspiele von Cannes

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Regisseur Michael Haneke nimmt im Rennen um die Goldene Palme 2017 teil
Regisseur Michael Haneke nimmt im Rennen um die Goldene Palme 2017 teil - © APA
Der österreichische Regisseur Michael Haneke nimmt mit seinem neuen Film “Happy End” zum bereits siebenten Mal im Rennen um die Goldene Palme bei den Filmfestspielen Cannes teil.

Bei der 70. Ausgabe des renommierten Filmfestivals könnte der 75-jährige Regisseur damit zum dritten Mal – nach  “Das weiße Band” im Jahr 2009 sowie “Amour” im Jahr 2012 – den Hauptpreis gewinnen.

Haneke mit “Happy End” im Rennen um die Goldene Palme in Cannes

Für Haneke ist es die achte Einladung in den Wettbewerb bzw. die siebente ins Rennen um die Goldene Palme – 2003 nämlich lief seine Endzeitstudie “Wolfzeit” außer Konkurrenz. “Happy End” erzählt von einer gutbürgerlichen Familie im nordfranzösischen Calais, deren Schicksal von Migranten betroffen ist. Neben Isabelle Huppert und Jean-Louis Trintignant, die beide auch in “Amour” mitwirkten, stand Mathieu Kassovitz für Haneke vor der Kamera. Als erster Regisseur überhaupt könnte der Österreicher damit drei Mal den Hauptpreis des bedeutendsten Filmfestivals der Welt gewinnen.

(Fast) Alle Werke des Regisseurs feierten in Cannes Premiere

Vor ihm war es nur sechs weiteren Regisseuren gelungen, zwei Goldene Palmen zu holen – darunter Größen wie Francis Ford Coppola, Emir Kusturica sowie die Dardenne-Brüder. Die neuerliche Einladung vonseiten des Festivals in den offiziellen Wettbewerb ist Hanekes achte; 2003 jedoch lief die Endzeitstudie “Wolfzeit” außer Konkurrenz, da Jurypräsident Patrice Chereau in einer Nebenrolle mitwirkte. Seit beinahe drei Jahrzehnten ist Haneke der österreichische Fixstarter an der Croisette. All seine Kinoarbeiten – mit Ausnahme des US-Remakes von “Funny Games” – feierten hier ihre Premiere. Schon sein Kinoerstling “Der siebente Kontinent” war 1989 in der renommierten Nebenschiene “La Quinzaine des Réalisateurs” gelaufen.

Filme von Haneke im Wettbewerb von Cannes mit Jahr und Auszeichnungen, Factbox Haneke, Foto GRAFIK 0398-17, 88 x 100 mm

“Funny Games” war erster österreichischer Film in der Hauptkonkurrenz

Mit der aufsehenerregenden Gewaltstudie “Funny Games” wurde 1997 in der traditionsreichen Geschichte des Festivals das erste Mal überhaupt eine heimische Produktion in die Hauptkonkurrenz geladen. Haneke gastierte als erster Österreicher nach 35 Jahren im Wettbewerb und läutete damit die jüngere Welle heimischer Filmerfolge ein. (1962 konkurrierten u.a. der gebürtige Österreicher Herbert Vesely mit der deutschen Produktion “Das Brot der frühen Jahre” sowie die austro-amerikanische Regiegröße Otto Preminger mit “Sturm über Washington” um die Goldene Palme.)

Haneke erfolgreicher als alle anderen heimischen Filmemacher zusammen

Den ersten großen Erfolg erzielte Haneke 2011 mit der Elfriede-Jelinek-Verfilmung “Die Klavierspielerin”: Der Film gewann neben den beiden Darstellerpreisen für Isabelle Huppert und Benoit Magimel auch den Großen Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals. Für “Caché”, seinen fünften Film im Wettbewerb, gewann er 2005 die Auszeichnung als bester Regisseur. Alles in allem hielt Haneke die rot-weiß-rote Fahne im Wettbewerb öfter hoch als alle anderen heimischen Filmemacher zusammen. Dazwischen liefen 2004 “Die fetten Jahre sind vorbei” von Hans Weingartner und 2007 “Import Export” von Ulrich Seidl im Wettbewerb, 2003 war Virgil Widrich mit “Fast Film” in die Kurzfilmkonkurrenz eingeladen, 2011 trat Markus Schleinzer – seines Zeichens Hanekes Castingdirektor – mit seinem Regiedebüt “Michael” den Weg an die Croisette an. Ebenfalls Cannes-Geschichte schrieb Christoph Waltz, der 2009 für seine Rolle in “Inglourious Basterds” den Darstellerpreis erhielt. 2012 gab es mit “Amour” und Seidls “Paradies: Liebe” das erstmalige österreichische Doppel in der Hauptkonkurrenz.

(APA/Red.)

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