Geschmuggelt: 90 Elefanten-Stoßzähne in Wiener Wohnungen sichergestellt

In zwei kleinen Wohnungen in Wien ist eine große Menge Elfenbein sichergestellt worden
In zwei kleinen Wohnungen in Wien ist eine große Menge Elfenbein sichergestellt worden - © APA/BMF/BERNHARD HRADIL
Riesenmenge illegaler Schmuggelware in zwei Garconnieren entdeckt: In zwei kleinen Wohnungen in Wien ist eine große Menge Elfenbein sichergestellt worden – der bisher größte Aufgriff dieser Art in Österreich.

Laut Zollfahndung handelt es sich um 90 Stoßzähne von Elefanten. Teilweise wies die illegale Schmuggelware mit einem Gesamtgewicht von über 560 Kilo Schnitzereien auf, der Rest war “Rohmaterial”. Zwei Verdächtige wurden angezeigt. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen Cites verbietet seit dem Jahr 1989 den Handel mit Elfenbein. Trotzdem töten Wilderer die Tiere weiterhin zu Tausenden.

Bisher größter Elfenbeinaufgriff in Österreich

Den Fahndern zufolge handelt es sich um den bisher größten Elfenbeinaufgriff in Österreich und einen der größten in der EU. Ins Rollen waren die Ermittlungen durch einen Hinweis gekommen: Dank einer detailreichen Zeugenaussage bezüglich einer Übergabe von drei Stück Stoßzähnen gegen Geld “auf offener Straße in Wien” wurden sowohl der Abnehmer als auch der Anbieter, beides österreichische Staatsbürger, ausgeforscht.

Beim Käufer handelt es sich um einen wegen Verstößen gegen das Artenhandelsgesetz “bereits amtsbekannten” Mann, der auch in der “Szene” als jemand bekannt war, der Elfenbein ankauft. Ob er mit dem Verkäufer schon zuvor einschlägig illegale Geschäfte gemacht hatte, ist noch Gegenstand von Ermittlungen.

Elefantenstoßzähne auf dem Schwarzmarkt sehr begehrt

Bei der Durchsuchung von zwei Wohnungen des Ankäufers wurde dann die große Menge an Elfenbein sichergestellt. “Die Exemplare haben eine Länge von 37 bis 213 Zentimeter, das Gesamtgewicht beträgt 563,74 Kilogramm”, berichtete der Wiener Zoll. “Insiderangaben zufolge werden Elefantenstoßzähne auf dem Schwarzmarkt mit 1.000 Euro je Kilogramm gehandelt.”

Die Schmuggelware war in den nur 30 bis 50 Quadratmeter großen Wohnungen in Decken gewickelt und hinter Kästen versteckt. Der Beschuldigte dürfte dort “Schritt für Schritt ein Lager aufgefüllt haben”, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums auf APA-Anfrage. Die Ermittler vermuten, dass die Stoßzähne meist per Schiff nach Europa geschmuggelt wurden und dann auf dem Straßenweg nach Österreich kamen. Zielorte wären wahrscheinlich asiatische Länder gewesen. China und Vietnam gelten als größte Märkte für Elfenbein.

Ermittlungen zu den Schmuggelmodalitäten

Die von der Staatsanwaltschaft Wien beauftragten Ermittlungen laufen noch, sowohl bezüglich der Schmuggelmodalitäten als auch möglicher weiterer Beteiligter. Die Herkunft des Elfenbeins soll mittels Untersuchungen im Labor festgestellt werden. Einen Bericht der “Kronen Zeitung” (Mittwoch-Ausgabe), wonach es sich beim Ankäufer um einen ehemaligen Box-Weltmeister handle, hat das Finanzministerium der APA nicht bestätigt.

(apa/red)

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