German Pellets insolvent: Drei Werke über Kärntner Hypo finanziert

German Pellets - Drei Werke über Kärntner Hypo finanziert
German Pellets - Drei Werke über Kärntner Hypo finanziert - © Bilderbox.at (Sujet)
Der insolvente Pelletshersteller German Pellets hat nach Recherchen der “Wiener Zeitung” intensive Beziehungen zu Österreich, konkret zu einer Privatstiftung in Wien.

Außerdem seien vier Werke über einen Kredit der Kärntner Hypo mit 68 Mio. Euro finanziert worden – wobei der frühere Hypo-Vorstand und -Aufsichtsratschef Wolfgang Kulterer eine sehr aktive Rolle gespielt habe, so die Zeitung.

Kulterer im Hypo-Aufsichtsrat?

2006 habe die Hypo vier Pelletswerke in Sachsen mit zusammen 68 Mio. Euro finanziert. Nachdem die Kredite zur Hälfte abgeschrieben wurden, stehen sie heute mit 30 Mio. Euro in den Büchern. Den ursprünglichen Deal habe der frühere Hypo-Vorstand Kulterer “eingefädelt”, so die “Wiener Zeitung”. Als der Kredit von der Bank genehmigt wurde, sei Kulterer im Hypo-Aufsichtsrat gesessen.

Am 24. März 2007 habe sich Kulterer “über die Firma WBG GmbH, die in seinem Einflussbereich stand”, bei der Hypo Alpe Adria in München gemeldet, wo innerhalb von zwei Tagen die Kredite beschlossen worden seien, schreibt die “Wiener Zeitung” in ihrer Donnerstagausgabe. 2008 sei Kulterer von den vier kreditnehmenden Gesellschaften bevollmächtigt worden, Kredit- und andere Verträge mit der Hypo abzuschließen. Kulterer habe sich später an der Wiener Erneuerbare Energieträger Verwertung- und Beteiligungs GmbH (EEVB) beteiligt, die über die Tochter Woodox den Pelletsvertrieb der hypo-finanzierten Werke in Sachsen und Sachsen-Anhalt übernommen habe.

VMH Holding als Käufer?

2009 habe German Pellets Interesse an den Werken bekundet. In der Interessensbekundung sei von 12 Mio. Euro Kaufpreis die Rede gewesen, im anschließenden Vorvertrag dann nur mehr von 6,5 Mio. Euro, so die “Wiener Zeitung”. Die Angebote seien unter anderem an Kulterer und die WBG gerichtet gewesen. Käufer sei dann aber nicht die German Pellets, sondern eine VMH Holding mit Sitz in Wien gewesen.

Diese steht im Besitz der Pele Stiftung, deren Begünstigte Kathrin Leibold, Ehefrau des German-Pellets-Gründers Peter Leibold, ist. Die Pele-Stiftung hält auch zahlreiche weitere Firmen im Zusammenhang mit German Pellets. Bei der Vertriebsgesellschaft Woodox wiederum sei nach Angaben ehemaliger Mitarbeiter Leibold als Chef empfunden worden, unabhängig von den juristischen Eigentumsverhältnissen, so die Zeitung.

Heta strebt Insolvenz an

Auch habe sich Peter Leibold selber darum bemüht, die inzwischen auf 30 Mio. Euro halbierten Kreditverbindlichkeiten der Werke weiter zu kürzen, zitiert die Zeitung Insider aus der Heta, der Bad Bank, die die ehemaligen Hypo-Kredite abwickelt. Leibold wolle die Werke weiterführen, während die Heta eher die Insolvenz anstrebe, um einen möglichst großen Teil der 30 Mio. Euro zurückzuerhalten.

>> Weltgrößte Pelletfirma German Pellets mit Verbindung nach Wien insolvent

(APA)

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