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Frauenhäuser-Aufreger: FP-Politikerin sorgt mit umstrittenen Aussagen für Empörung

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek zeigte sich von der Wortmeldung von Brigitte Kashofer entsetzt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek zeigte sich von der Wortmeldung von Brigitte Kashofer entsetzt - © APA
Für große Aufregung sorgte eine Aussage der Amstettner FPÖ-Stadträtin Brigitte Kashofer zum Thema Frauenhäuser. Sie kritisiert diese massiv und sieht in deren Existenz eine Gefährdung für Ehen und Partnerschaften. Frauenministerin Heinisch-Hosek, ÖVP und Grüne sind empört.

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Die Kontroverse zum Thema Frauenhäuser wurde ausgelöst, weil Kashofer am Wochenende auf der Website der FPÖ Amstetten anlässlich der blauen Ablehnung der Subventionierung des örtlichen Frauenhauses und der Frauenberatung erklärt hat, Frauenhäuser seien “an der nachhaltigen Zerstörung von Ehen und Partnerschaften maßgeblich beteiligt”. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (S) zeigte sich am Mittwoch gegenüber der APA über die Aussagen ebenso empört wie die VP-Niederösterreich und die Grünen.

Heinisch-Hosek: “Nachhilfe in Mitmenschlichkeit nötig”

“Ich bin erschüttert und zutiefst empört über die Aussagen der FPÖ Amstetten. Die FPÖ braucht dringend Nachhilfe in Mitmenschlichkeit”, so die Ministerin. “Denn dass Frauenhäuser Ehen zerstören, diese Aussage kann nur jemand machen, der keine Ahnung hat, was diese Frauen in ihrem Leben schon durchgemacht haben.”

Niemand würde in ein Frauenhaus “aus Jux und Tollerei” gehen, so die Ressortchefin. Vielmehr müssten die betroffenen Frauen vor Gewalt, vor Verletzung und Ausbeutung flüchten. “Das zu verleugnen, das ist nicht nur zynisch, das ist zutiefst verletzend und frauenverachtend.” Sie erwarte sich eine Klarstellung der Bundes-FPÖ, so die Ministerin. “Denn Gewalt gegen Frauen derart zu verharmlosen, das ist schlichtweg inakzeptabel.”

Kashofer lehnt Frauenhäuser-Förderung ab

Kashofer hatte im aktuellen “Freiheitlichen Gemeindekurier” laut einem Bericht des “Standard” vom Wochenende darüber hinaus Frauenquoten und “staatlich subventionierte Frauenförderprogramme” als “Ungeheuerlichkeiten” bezeichnet.

Auf ihrer Website forderte sie, die Stadt möge das für die Förderung des Frauenhauses und der Frauenberatung vorgesehene Geld in eine Eltern- und Familienberatung investieren, in denen Väter und Mütter sitzen sollten – “und nicht willfährige, ahnungslose oder gar parteipolitisch motivierte Soziologie- und Psychologiestudenten”.

Schutz suchende Frauen brauchen jede Unterstützung

Kritik an den Aussagen Kashofers kam auch von der für Frauenfragen zuständigen Landesrätin Barbara Schwarz (V): “Auf dem Rücken der von Gewalt bedrohten Frauen und Kinder in unserem Land darf kein politisches Kleingeld gemacht werden”, erklärte sie via Aussendung. Frauen, die Schutz für sich und ihre Kinder suchen, würden in Niederösterreich “jede nur erdenkliche Unterstützung” erhalten, betonte sie.

Für den Amstettner Grünen Gemeinderat Thomas Huber und Landesgeschäftsführer der Grünen Niederösterreich hat Kashofer “den Bogen endgültig überspannt”, sie müsse “sofort zurücktreten”, so seine Forderung in einer Aussendung als Reaktion auf die Frauenhäuser-Aussagen der FPÖ-Politikerin.

(apa/red)

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