Fack Ju Göhte 2 – Kritik und Trailer zum Film

Fack Ju Göhte 2 – Kritik und Trailer zum Film
Mit mehr als sieben Millionen Kinobesuchern wurde “Fack Ju Göhte” zu einem der erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten – und zum Kult. Jetzt kommt die Fortsetzung der Schulkomödie von Regisseur Bora Dagtekin ins Kino. Frauenschwarm Elyas M’Barek spielt darin wieder den Ex-Knacki Zeki Müller, der sich als Lehrer mit ungewöhnlichen Unterrichtsmethoden in die Herzen seiner Schüler geschlichen hat.

Von der Läuterung eines Kriminellen erzählte die deutsche Schulkomödie “Fack ju Göhte” 2013 und zog mehr als sieben Millionen Kinobesucher an. Teil Zwei erzählt mehr oder weniger dieselbe Geschichte, verlegt den unorthodoxen Lehrer Zeki Müller und seine “Schwachomaten” aber aus dem Klassenzimmer nach Thailand.

Fack Ju Göhte 2 – Inhalt zum Film

Vier Monate nach dem Happy End mit seiner Lehrerkollegin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) und der von ihm gezähmten Horror-Klasse 10B nimmt es Ex-Bankräuber Zeki Müller (Elyas M’Barek) mit dem Gesetz noch immer nicht so genau. Mit Urkundenfälschungen hält er die Fassade, er sei gelernter Pädagoge, weiter aufrecht – bis der Tod seines Komplizen in Haft neue Möglichkeiten eröffnet: Der hat ihm nämlich seinen Teil der Beute hinterlassen. Und die Handvoll Diamanten sollen ihm endlich den Traum einer eigenen Bar erfüllen.

Musste Zeki in “Fack ju Göhte” einen Tunnel unter der Schule graben, um seine versteckte Beute wiederzuerlangen, gerät sein begehrter Schatz in der Fortsetzung in einem Plüsch-Faultier per Spendencontainer nach Thailand. Da trifft es sich gut, dass die Image-geile Schuldirektorin Gudrun Gerster (Katja Riemann) nach einem “Klassenausflug in ein Schwellenland” verlangt, um sich die Werbekampagne des Bildungsministeriums zu sichern. Vorgebend, dem elitären Schiller-Gymnasium und dessen Superpädagogen Hauke Wölki (Volker Bruch) die thailändische Partnerschule abluchsen zu wollen, macht sich Zeki mit Lisi und sieben Schülern auf den Weg. Und muss sich, nachdem Lisi wegen eines Streichs am Flughafen unter Terrorverdacht festgehalten wird, allein mit einer Horde partywütiger Jugendlicher unter Palmen herumschlagen.

Hat Regisseur und Drehbuchautor Bora Dagtekin (“Türkisch für Anfänger”) im ersten Teil noch die aufkeimende Romanze zwischen dem politisch unkorrekten Proll Zeki und der überkorrekten Rechtschreibfanatikerin Lisi ins Zentrum gerückt, wird nun also die Beziehung zwischen Zeki und seinen aus Teil Eins bekannten Problemschülern Chantal (Jella Haase), Zeynep (Gizem Emre), Danger (Max von der Groeben) und Burak (Aram Arami) gepflegt. “Auf Klassenfahrt wächst man erst richtig zusammen mit seinen Schülern”, weiß Lisi, und wird recht behalten – wenn Zeki auch erstmal die Sorge packt: “Was, wenn einer stirbt?”

Inmitten schäbiger Thai-Pingpong-Stripschuppen, riesiger Hanfplantagen, moralisch scheinbar überlegener Konkurrenten und diebischer “Wellenkinder” gibt es jedenfalls jede Menge Problem-Potenzial für die Chaos-Truppe. Während sich die braven Musterschüler gegen die 10B-Prolls behaupten müssen, liefert sich Zeki ein Duell mit seinem Gegenspieler Hauke, der – natürlich – zufällig auch Lisis Exfreund ist und mit eigenem “Bio is awesome”-YouTube-Kanal scheinbar die Sprache seiner Schüler spricht, während Zeki stets allzu rasch an seiner (Gedulds-)Grenze ist.

Kritik zu “Fack Ju Göhte 2”

YouTube ist dann auch das Zauberwort, scheint “Fack ju Göhte 2” doch wesentlich stärker als sein Vorgänger an ein junges Zielpublikum gerichtet: So wird die chaotische “Klassenfart” von YouTube-Filmchen der selbstverliebten Chantal begleitet, die – sobald sie herausfindet, dass sie doch nicht hochbegabt ist – einem Studium dann doch eine “echte Karriere” als YouTube-Star vorzieht. Auch der im Stil der Online-Plattform gestaltete Abspann und eine eigene App machen klar: Die Filmemacher wissen, wo sie ihre jungen Fans abzuholen haben, und kommen ihnen nicht zuletzt mit noch derberen, politisch unkorrekten Sprüchen, Actionszenen auf offenem Meer, visuell spektakulärer Kulisse und dem am Ende blankziehenden, österreichischstämmigen Mädchenschwarm M’Barek entgegen.

Der Riesenerfolg von 2013 dürfte damit jedenfalls überboten werden – auch, wenn ein älteres Publikum außerhalb der Schul-Szenerie diesmal weniger Anknüpfungspunkte hat. Der nicht der YouTube-Generation zugehörige Zuseher stößt sich vielmehr an der simplifizierten Schlussmoral des “Gebens und Nehmens” samt Tsunami-Thematik, die durch eine gar konstruierte Wendung am Ende eher fehl am Platz wirkt. Wenn “Fack ju Göhte 2” einen etwas lehrt, dann, welch ein Horror eine Klassenfahrt für Lehrer ist – so unterhaltsam sie in diesem Fall auch anzusehen ist.

(APA/red)

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