Ex-Freundin in Leobersdorf getötet: Prozess ab Montag in Wiener Neustadt

Ein Mordprozess um eine Bluttat in Leoben steht bevor
Ein Mordprozess um eine Bluttat in Leoben steht bevor - © APA (Sujet)
Am Montag beginnt am Landesgericht Wiener Neustadt ein zweitägiger Mordprozess gegen einen 30-Jährigen. Der Mann soll in Leobersdorf (Bezirk Baden) seine Ex-Freundin laut Anklage erst gewürgt und dann mit einem Messer auf sie eingestochen haben.

Laut Anklage soll er seine Ex-Freundin in deren Haus zuerst minutenlang mit beiden Händen intensiv gewürgt und ihr dabei den Kehlkopf mehrfach gebrochen haben, dann rammte er ihr ein Messer mit einer 19 Zentimeter langen Klinge wuchtig gegen den Hals und in die Brust. Die 31-Jährige verblutete.

Bluttat im November 2014 in Leobersdorf (Bezirk Baden)

Obwohl sich der Mann nur wenige Stunden nach der Tat am 15. November 2014 in Begleitung seiner Mutter bei der lokalen Polizeiinspektion selbst stellte, will er den Mordvorwurf der Staatsanwaltschaft nicht gelten lassen. Es sei ein “Unglücksfall” gewesen, sagt Verteidiger Wolfgang Blaschitz. Zugedröhnt durch Alkohol und andere Drogen sei es zu einem Handgemenge gekommen, sein Mandant habe seiner schreienden Freundin die Kehle zugedrückt. Als er bemerkt habe, dass sie nicht mehr lebe, habe er ihr in einem sogenannten “Overkill” auch noch Messerstiche zugefügt.

Kurze Beziehung endete mit tödlichem Streit

Das Paar hatte keine lange Beziehung gehabt. Im Mai 2014 lernte man einander kennen, im August zog der Mann bei der Frau in ihrem Reihenhaus in Leobersdorf (Bezirk Baden) ein. Es gab Auseinandersetzungen, vier Monate später folgte dann der tödliche Zwist. Zuvor hatten sich die beiden in einer Bar getroffen. Gerichtsgutachtern zufolge war der Mann trotz mehr als zwei Promille Alkohol im Blut sowie Kokain-Einfluss bei der Tat zurechnungsfähig.

SM-Spielchen und Drogen Thema beim Prozess in Wiener Neustadt

In dem Prozess wird wohl auch Schmutzwäsche gewaschen werden. Von Sado-Maso-Spielchen und Drogenkonsum des Opfers wird gemunkelt. Der Anwalt beschreibt die Liaison von Angeklagtem und Opfer als “On-off-Beziehung”.

(apa/red)

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