Ernteausfälle: Schlumberger-Sekt wird 2017 teurer

Sekthersteller kämpfen mit Ernteausfällen - Schlumberger-Sekt wird teurer.
Sekthersteller kämpfen mit Ernteausfällen - Schlumberger-Sekt wird teurer. - © AP Photo/Ronald Zak
Ernteausfälle und die Wiedereinführung der Schaumweinsteuer 2014 machen den Sektherstellern heuer besonders zu schaffen.

“Um mehr als 20 Prozent ist der Sektmarkt zurückgegangen, bei nur 2,5 Millionen Euro ‘Netto’-Einnahmen für den Staatshaushalt”, rechnete Schlumberger-Chef Eduard Kranebitter am Dienstag vor. Die Sekthersteller kämpfen heuer auch mit besonders hohen Rohstoffpreisen.

Sekthersteller rechnen mit Preisanstieg

Die Wetterkapriolen und damit einhergehende Ernteausfälle machten den österreichischen Sektherstellern, wie vielen anderen Branchen auch, einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. “Durch die Ernteeinbußen stiegen die Rohstoffpreise um 30 bis 40 Prozent”, betonte Kranebitter vor Journalisten. Deshalb werde es 2017 zu einem Preisanstieg bei Schlumberger-Sekt für Konsumenten in der Größenordnung zwischen sechs und neun Prozent kommen.

Alle heimischen Hersteller, die mit Trauben aus Österreich arbeiten, seien mit der gleichen Problematik konfrontiert. Andere würden Preiserhöhungen vielleicht noch etwas hinauszögern, aber langfristig nicht drumherum kommen.

Österreicher trinken weniger Sekt

Insgesamt war der Schaumweinmarkt in den ersten neun Monaten 2016 leicht rückläufig, bei Sekt habe sich die Lage aber stabilisiert. Die verkauften Sektmengen gingen um 2 Prozent zurück, beim Ertrag gab es ein Plus von 3 Prozent – Sekt wurde also teurer. Machte Sekt vor Einführung der Schaumweinsteuer noch knapp 80 Prozent des Markts aus, liege der Anteil aktuell bei 65 Prozent. Mengen- wie wertmäßige Steigerungen gab es von Jänner bis September bei Frizzante und Champagner, die von der Schaumweinsteuer nicht betroffen sind.

Im Jahresendspurt hoffen die Sektkellereien auf zahlreiche knallende Korken, denn mit Weihnachten und den zahlreichen Feiertagen beginnt die Hochsaison für die heimischen Sekthersteller. Allein zu Silvester werden in Österreich jährlich rund 2 Millionen Flaschen Sekt, das entspricht 14 Millionen Gläsern, getrunken. Der Anteil von Schlumberger liegt in diesem Zeitraum nach eigenen Angaben bei über 30 Prozent.

Kritik an Schaumweinsteuer

Auf die Schaumweinsteuer will Schlumberger nach wie vor nicht anstoßen, sie sei sogar in den Augen von Politikern ein “Blödsinn”. Netto habe sie dem Fiskus 2015 nur 2,5 Mio. Euro gebracht, so Kranebitter. Brutto spielte die Steuer im Vorjahr 19 Mio. Euro ein, ursprünglich sei von Einnahmen in der Höhe von 36 Mio. Euro pro Jahr die Rede gewesen. Außerdem hätte der Markt nicht beeinflusst werden sollen, was nicht funktioniert habe. “Jetzt ist es an der Zeit, die Steuer abzuschaffen”, so der Schlumberger-Chef.

(APA/Red)

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