Ermittlungen bei Hakenkreuz-Opfer “in alle Richtungen”: Mann “erschüttert”

Hakenkreuz-Opfer in NÖ: Ermittlungen "in alle Richtungen"
Hakenkreuz-Opfer in NÖ: Ermittlungen "in alle Richtungen" - © APA (Sujet)
Nach zwei angeblichen Hakenkreuz-Attacken auf einen 52-Jährigen wird “in alle Richtungen” ermittelt. Angeblich zweifelt die Polizei an den Aussagen des Opfers.

Überprüft werde auch die Plausibilität der Angaben des Mannes, sagte Sprecher Erich Habitzl am Donnerstag auf Anfrage. Die Erhebungen dauern an. Der “Kurier” berichtete in seiner Donnerstag-Ausgabe, dass die Polizei an den Angaben des 52-Jährigen zweifle. Nun werde ein Gutachter herangezogen.

Ermittlungen nach Hakenkreuz-Attacke

Der Fall hatte erstmals im Frühherbst vergangenen Jahres für Aufsehen gesorgt. Damals sollen drei vermummte Täter den Schichtarbeiter in der Nacht vom Fahrrad gerissen und malträtiert haben. In die Stirn des Mannes war ein Hakenkreuz geritzt. Das Opfer und seine Frau vermuteten als Motiv einen jahrelang andauernden Nachbarschaftsstreit. Der verdächtige Schwiegersohn des Nachbarn wurde nach drei Monaten U-Haft knapp vor Weihnachten aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Mitte Februar zeigte der 52-Jährige einen neuerlichen Überfall an. Er sei in Bad Fischau bei Wiener Neustadt bewusstlos geschlagen, gefesselt und auf die gleiche Art wie im Herbst auf der Brust verletzt worden. Mordermittler des Landeskriminalamtes bestätigten in der Folge, dass es “eine Amtshandlung” gebe.

Mann wurde zum zweiten Mall überfallen

Laut Medienberichten war der 52-Jährige auf dem Weg in die Arbeit mit dem Auto zum Bahnhof unterwegs gewesen, als ihm ein Fahrzeug mit eingeschalteter Warnblinkanlage auffiel. Ein junger Mann hielt ihn unter dem Vorwand ein, seine Freundin sei eingeklemmt. Der 52-Jährige stieg aus, um zu helfen – und wurde von hinten niedergeschlagen. Als er wieder zu sich kam, sei er zur Hälfte in einem eiskalten Bach gelegen, die Hände am Rücken mit Kabelbindern gefesselt. Die Verdächtigen ritzten ihm ein Hakenkreuz in die Brust und sagten, das sei die Rache für die U-Haft ihres Freundes.

52-Jähriger ist “erschüttert”

Im Morgengrauen sei es dem stark unterkühlten Verletzten gelungen, sich die Böschung hinauf zu einem Feldweg zu schleppen. Dort bemerkte ihn ein Lkw-Fahrer und verständigte die Rettung und Polizei. Den Ermittlern gegenüber beschrieb das Opfer das Fahrzeug der Verdächtigen und nannte einen Teil des Kennzeichens.

Laut “Kurier” hat der 52-Jährige das Vertrauen in die Polizei, die Justiz und den Rechtsstaat verloren. “Ganz ehrlich? Ich bin erschüttert. Was muss noch alles geschehen, bis der Schuldige gefasst wird?”, wurde er zitiert.

>> Mann wurde Hakenkreuz auf die Stirn geritzt

(APA)

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