Eine Frau mit Biss: Simone Feichtinger nimmt an der Salzkammergut Trophy teil

Von Nina Tatschl
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Simone Feichtinger nimmt an der Salzkammergut Trophy teil
Simone Feichtinger nimmt an der Salzkammergut Trophy teil - © Rene Huemer
“Einmal Hölle und zurück…”, so beschreibt Simone Feichtinger ihr bisheriges Leben. Trotz vieler Schicksalsschläge und jahrelanger Schmerzen stellt sie sich bald einer der größten Herausforderungen – einem der härtesten Mountainbike-Rennen der Welt.

Simone Feichtinger ist eine Frau, die sich durch das Leben kämpft. Das wird schnell klar, wenn man der Frau gegenüber sitzt, die von einem harten Leben erzählt, trotz allem stark geblieben ist und einem entgegen lächelt.

Simone Feichtinger: Eine Frau, die kämpft

Als sie noch zur Schule ging, wurde Simone Feichtinger von einer Gebäudedecke getroffen und schwer an der Wirbelsäule verletzt. Am 11. September 2001 war sie in Richtung World Trade Center unterwegs und kam gerade an, als dieses vom ersten Flugzeug getroffen wurde. Es folgten zahlreiche persönliche Schicksalsschläge und jahrelange körperliche Schmerzen.

Erst 2009 entdeckten die Ärzte ein Gewächs im Unterleib von Feichtinger und stellten die Diagnose „Endometriose“. Bei dieser Erkrankung in der Gebärmutter treten teils sehr starke Schmerzen auf und in extremen Fällen können die Organe gefährdet sein.

“When nothing goes right, go left”

Zwei erfolglose Operationen, dazwischen erlitt sie einen Atemstillstand, musste Simone Feichtinger über sich ergehen lassen, bis die Ärzte beschlossen, dass sie keinen weiteren Versuch, die Endometriose, die tumorartige Struktur angenommen hatte, zu entfernen, unternehmen werden, da Feichtinger an weiteren Eingriffen sterben könnte. Doch Aufgeben kennt die 34-jährige Oberösterreicherin nicht. Da ihr in Österreich kein Arzt helfen konnte, machte sie sich auf die Suche und fand in der Schweiz einen Spezialisten.

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Nach einem Kampf mit der Versicherung, die zuerst die Kosten nicht übernehmen wollte, wurde Feichtinger von der Volksanwaltschaft unterstützt und erhielt schlussendlich die wichtige Operation. Es folgten eine achtstündige OP, ein langer Genesungsprozess und schließlich der Wunsch, sich einer neuen Herausforderung zu stellen und den Menschen zu zeigen, dass, egal was passiert, man die Hoffnung niemals aufgeben darf.

Die Challenge: Die Salzkammergut Trophy

211,3 Kilometer und 7049 Höhenmeter will Simone Feichtinger Jahre nach der schweren Diagnose bewältigen. Sie nimmt an der Salzkammergut Trophy teil – einem der härtesten Mountainbike-Rennen der Welt. Mit 4000 Teilnehmern aus 44 Nationen ist dieser der größte Mountainbike-Marathon in Österreich und zugleich das härteste Rennen Europas. Die Strecke geht dabei durch Hallstatt-Dachstein im Salzkammergut.

“Zeit die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt”

„Sport war schon immer ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens“, meint Simone Feichtinger auf die Frage, warum sie sich nach all den Strapazen dieser Herausforderung stellen möchte und weiter: „Ich möchte den Menschen zeigen, dass wenn man an sich glaubt, alles schaffen und einen nichts aufhalten kann“. Ihre Ärzte haben ihr grünes Licht für das Projekt gegeben. Ein Team vor Ort wird sie unterstützen.

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Mit ihrer Teilnahme an der Salzkammergut Trophy, die sie in 14 Stunden bewältigen will (2014 gewann der Schweizer Hansueli Stauffer mit 10:24:40 Stunden und die erste Frau im Ziel, Milen Cesnakova, schaffte es mit einer Zeit von 13:03:38 Stunden, Anm. d. Red.), möchte die 34-jährige Sportlerin zeigen, dass man sich selbst niemals aufgeben und an sich glauben sollte.

Die Sportlerin will „anderen Menschen zeigen, dass sich das Leben lohnt, egal wie aussichtslos es scheint“. Menschen, die wie sie mit harten Schicksalsschlägen zu kämpfen haben, Mut machen. Das ist Simone Feichtinger eines der wichtigsten Anliegen. Am 11. Juli stellt sie sich der nächsten Herausforderung in ihrem Leben. Wenn man ihr in die Augen sieht, ist man eigentlich sicher, sie wird auch diese Aufgabe mit Stärke bewältigen.

(Bilder: Rene Huemer/Simone Feichtinger)
(NTA)

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