Eigene Schulklassen in Wien für Flüchtlinge ab Herbst 2015

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Eigene Schulklassen für Flüchtligskinder in Wien ab Herbst.
Eigene Schulklassen für Flüchtligskinder in Wien ab Herbst. - © dpa/Sujet
Ab Herbst soll es in Wien eigene Schulklassen für Flüchtlingskinder geben, die kein Deutsch sprechen. In den Klassen wird nach einer eigenen Stundentafel unterrichtet. Auf dem Programm steht dabei viel Deutschunterricht, dazu kommen noch Themen wie Freizeitgestaltung bis zur Traumabewältigung.

Das berichtet die die “Presse” (Samstag-Ausgabe). Außerdem soll es gemeinsame Projekte und Unterrichtsstunden – etwa Turnen – mit regulären Klassen geben. Das Konzept ähnelt dem “Neu in Wien”-Programm des Stadtschulrats für “Quereinsteiger” ohne Deutschkenntnisse, das bisher allerdings nur für Kinder ab zehn Jahren konzipiert war.

Der Unterricht dafür fand in Kursform meist an zwei Tagen pro Woche an einigen Schwerpunkt-Standorten statt. In dieser Zeit besuchten die als außerordentliche Schüler geführten Kinder nicht den regulären Unterricht. Nun soll das Kurs- auf ein Klassensystem ausgeweitet werden, so Ulrike Doppler-Ebner vom Stadtschulrat.

“Neu in Wien”: Schule für Flüchtlingskinder

Laut Plan sollen die “Neu in Wien”-Klassen maximal ein Jahr besucht werden – spätestens dann sollen die Kinder in eine reguläre Klasse wechseln. “Es hat keinen Sinn, wenn ein Kind im Unterricht etwas über Eichhörnchen lernen soll, aber kein Deutsch versteht”, betonte Doppler-Ebner. Sie möchte das System aber “so flexibel wie möglich” halten. Die erwarteten Schüler hätten völlig unterschiedliche Bildungsniveaus. “Wir haben schon jetzt Schüler aus Syrien, die sind fließend in Englisch und hoch ausgebildet in Mathematik, während andere nicht schreiben können.”

Für sie soll es Alphabetisierungs- oder Umalphabetisierungskurse geben, heißt es.

Keine “Ausländerklassen”

Das Büro von Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) hat Darstellungen aus ihrer eigenen Behörde, wonach die Einführung von “Ausländerklassen” geplant sei, zurückgewiesen.

Vielmehr handle es sich nicht um Klassen sondern um Kurse, die auch nicht automatisch ein Jahr dauern müssten sondern dann verlassen werden könnten, wenn die Schüler das entsprechende Kompetenzniveau erreicht hätten. Ferner betonte eine Sprecherin des Stadtschulrats, dass es sich um keine Jahrgangskurse handle sondern um schulstufenübergreifende. Sie würden auch unabhängig vom Herkunftsland geführt. Das heißt, in den Kursen können Kinder mit unterschiedlichen Muttersprachen gemeinsam sitzen.

(APA)

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