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Drohungen gegen Tagungsort? Israelkritischer Vortrag in Wien abgesagt

Gegen die Veranstaltung gab es Drohanrufe.
Gegen die Veranstaltung gab es Drohanrufe. ©APA/dpa/Sujet
Ein Vortrag der palästinensischen Rechtsanwältin Salma Karmi-Ayyoub über "Apartheid und seine Anwendbarkeit auf Israel/Palästina" in Donaustadt wurde abgesagt. Nach Angaben des Hotel Kaiserwasser, wo die Veranstaltung hätte stattfinden sollen, gab es "unangenehme Anrufe und persönliche Vorsprachen".

Laut der Kampagne “Boykott – Desinvestition – Sanktionen gegen Israel bis zum Ende von Apartheid und Besatzung in Palästina” (BDS) kam es zu “Drohanrufen” gegen den Veranstaltungsort.

Das Hotel Kaiserwasser habe den Vertrag storniert, nachdem Hotelmitarbeiter am Telefon bedroht und des Antisemitismus’ bezichtigt worden seien, teilte BDS am Montag in einer Aussendung mit.

Geplanter Vortrag in Hotel Kaiserwasser

In einer ersten Stellungnahme sprach das Hotel Kaiserwasser am Montag von “unangenehmen Anrufe und persönlichen Vorsprachen im Hotel. Daher haben wir uns aus Verantwortung unseren Mitarbeitern gegenüber entschieden, diese Veranstaltung im Hotel nicht stattfinden zu lassen.” In einer zweiten Stellungnahme hieß es später: Man habe vorige Woche der Anmietung eines Raumes zugestimmt, später aber festgestellt, dass es um eine “öffentliche Veranstaltung” gehe, was der Veranstalter aber nicht mitgeteilt habe.

“Aufgrund des bereits stark gebuchten Hotels ist eine öffentliche Veranstaltung mit einer unlimitierten Anzahl an Teilnehmern in diesem Seminarraum an diesem Tag nicht möglich. Aufgrund der operativen Undurchführbarkeit haben wir diese Veranstaltung sofort nach der Information, dass sie öffentlich ist, bereits in der vergangenen Woche abgesagt.”

Drohanrufe vor geplanter Tagung in Wien

Die Drohanrufer hätten sich teils als “VertreterInnen der Israelitischen Kultusgemeinde” ausgegeben, so BDS. Zuvor habe bereits das Wiener WUK (Werkstätten- und Kulturhaus) eine Zusage für Räumlichkeiten zurückgezogen. Der Vortrag von Karmi-Ayyoub sollte im Rahmen der diesjährigen “Israeli Apartheid Week” (IAW) stattfinden.

Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) sprach bezüglich des Vorwurfs von “Drohanrufen” von einem “absoluten Unsinn”. Es sei jemandes gutes Recht, Israel zu kritisieren. Man habe aber das Hotel “in der Tat” darüber informiert, dass BDS und die Veranstaltung “für uns einen antisemitischen Hintergrund” hat, sagte IKG-Generalsekretär Raimund Fastenbauer. Wenn sich jemand bedroht gefühlt habe, stehe es ihm frei, dies anzuzeigen.

Vortrag von Salma Karmi-Ayyoub findet statt

Im Vorjahr waren nach Protesten von Intellektuellen sowie der Wiener Oppositionsparteien FPÖ und ÖVP drei israelkritische IAW-Veranstaltungen im Wiener Kulturzentrum Spittelberg (Amerlinghaus) abgesagt worden.

Die österreichische BDS-Sektion ist laut eigenen Angaben seit dem Jahr 2014 aktiv. Die Ziele der “gewaltfreien”, “zivilgesellschaftlichen” und rein aus Spenden finanzierten Kampagne seien: Das Ende der “Besetzung und Kolonisation allen arabischen Landes und ein Abriss der Mauer”, die vollkommene rechtliche Gleichstellung der arabisch-palästinensischen BürgerInnen Israels und die Anerkennung der Rechte der palästinensischen Flüchtlinge gemäß UNO-Resolution. Der Vortrag von Karmi-Ayyoub soll dennoch am Mittwoch (15. März) stattfinden. Wo, sei noch unklar.

(APA)

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