Drogendealer in Wien angeschossen

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Bei einer Amtshandlung im Zuge eines Scheingeschäftes ist am Dienstag in Wien-Hütteldorf ein Drogenhändler von einem Kriminalbeamten angeschossen worden – Zwei Verdächtige festgenommen.

Der Verletzte und seine beiden Komplizen sollen einer organisierten Bande angehören, gegen die schon länger in Österreich ermittelt wurde. Die Männer seien sehr professionell vorgegangen, berichtete Gerald Hesztera, Sprecher des Bundeskriminalamtes, am Mittwoch. Der Beamte wurde über Umwege nach Hietzing gelockt, damit eine Verfolgung durch andere Kriminalisten nur schwer möglich war.

Die Bundespolizeidirektion Linz war seit einiger Zeit der Gruppe auf der Spur. Für diese Woche wurde ein Scheinkauf ausgemacht, die Verdächtigen schlugen Wien als Treffpunkt vor. Das Bundeskriminalamt (BK) unterstützte dabei die Kollegen aus Oberösterreich.

Trio wollte Beamten das Geld stehlen

Ein Kriminalbeamter traf sich mit den Männern, im Alter von 28, 29 und 38 Jahren. „Sie wussten sehr genau, was sie machten“, so Hesztera. Der Polizist wurde so lange herumgeführt, bis er auf sich allein gestellt war. Ein Kollege, der trotzdem auf der Fährte blieb, sah plötzlich, wie sich die Dealer auf den vermeintlichen Drogenkäufer stürzten. Offenbar wollte das Trio dem Beamten das Geld wegnehmen.

„Zuerst hat der Beamte einen Schreckschuss abgegeben“, beschrieb Hesztera die folgenden Ereignisse. Dann habe er die Verdächtigen verbal gewarnt und noch einen Warnschuss abgegeben. Erst dann habe der Polizist zwei Mal gezielt auf die Beine eines Dealers geschossen – und ein Mal getroffen. Es handelte sich um einen nicht lebensgefährlichen Steckschuss, so der BK-Sprecher.

Ein Täter konnte entkommen

Der Verletzte versuchte sich trotz der Beinwunde seiner Festnahme zu entziehen. Auch seine Komplizen wollten davonlaufen. Der 28-jährige Angeschossene wurde ebenso festgehalten wie einer seiner Mittäter. Der 38-Jährige, dessen Identität bekannt ist und gegen den per Haftbefehl gesucht wird, konnte entkommen.

Sichergestellt wurden 500 Gramm Kokain im Wert von 20.000 bis 30.000 Euro. Die Behörde ist überzeugt, dass die Festgenommenen der mittleren und oberen Führungsschicht der Bande angehören. Hingewiesen wurde auf die Mitarbeit der Bevölkerung bei der Amtshandlung.

Redaktion: Michael Grim

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