Doctor Strange – Trailer und Kritik zum Film

Von Christoph Stachowetz
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Doctor Strange – Trailer und Kritik zum Film
Das sogenannte Marvel Cinematic Universe wächst ohne absehbare Grenzen: Jahr für Jahr holt der Comic- und mittlerweile auch Filmgigant zunehmend skurrilere Figuren aus seinem reichhaltigen Fundus, aktuell findet sich daher der Brite Benedict Cumberbatch in der Rolle des Zauberers Dr. Strange wieder.

Mit dem in den 60er Jahren geschaffenen Charakter wandelt Marvel auf schrägeren Bahnen als man anzunehmen vermag. War die bislang 13 Werke umfassende Filmschau gespickt mit bekannteren Helden der Marke “Iron Man”, “Captain America” und dem grünen Giganten “Hulk”, finden sich im Masterplan des US-Comicverlags nun auch vergleichsweise abwegige Figuren wie die “Guardians of the Galaxy”, “Ant-Man” oder die bereits in Vorproduktion befindlichen “Black Panther” und “Captain Marvel”.

Zeichnen sich die genannten und bisher zum Einsatz gekommenen Superhelden vor allem durch ihre übernatürlichen Kräfte oder Fähigkeiten aus, so dreht sich bei der neuen Marvel-Verfilmung “Doctor Strange” alles um Magie.

Doctor Strange – Die Handlung

Dr. Stephen Strange (perfekter Look: Benedict Cumberbatch) ist ein gleichermaßen anerkannter wie auch talentierter Neurochirurg in New York City, der sich seiner Fähigkeiten nur allzu bewusst ist – was sich auch in seiner grenzenlosen Geltungssucht, Egoismus und Arroganz widerspiegelt. Nach einem verheerenden Verkehrsunfall und langwierigen Heilungsprozess steht der Doktor jedoch vor dem beruflichen Aus: Ein Nervenleiden lässt seine Hände zittern, an eine weitere Arbeit als Chirurg ist nicht mehr zu denken.

Verzweifelt und nahe dem finanziellen Ruin wagt er nun einen letzten sowie für ihn irrationalen Schritt in Richtung fernöstlichen Mystizismus: In der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu soll für den Mitgenommenen eine Chance auf Heilung bestehen. Über Umwege gelangt er dabei an die enigmatische Lehrmeisterin “The Ancient One” (gewohnt überragende Präsenz: Tilda Swinton), die sein Verständnis über die Zusammenhänge der Welt für immer verändert. Strange wird in weiterer Folge zum Magier ausgebildet, um gegen die bösen Mächte, verkörpert unter anderem vom abtrünnigen Kaecilius (unterfordert: Mads Mikkelsen), anzutreten und die Erde zu retten bzw. zu schützen.

Doctor Strange – Die Kritik

Die Verfilmung von “Doctor Strange” vermag sich gerade am Anfang als zweischneidiges Schwert zu entpuppen, kann sich doch auch eine so seltsame Figur wie diese trotz allem CGI-Bombast nicht einer recht banalen Entwicklung entziehen: Stark an Robert Downey Jrs Charakter in “Iron Man” angelehnt muss auch hier erst einmal ein Unglück eintreten, um die Sinneswandlung hin zum Superheldentum in Gang zu setzen. Ausgehend von diesem überaus konventionellen, aber zumindest zügig abgehandelten Storyverlauf kann auch sonst kaum ein Handlungselement des Films durch besondere Kreativität hervorstechen: Mads Mikkelsen wird als eindimensional motivierte, aber immerhin bedrohlich wirkende Figur dargestellt, Swinton als kahlrasierte Mentorin birgt natürlich ein dunkles Geheimnis in sich und Rachel McAdams darf als überaus belangloses Love-Interest des Doktors einige Male auftreten.

Dennoch vermag der Film in Ansätzen zumindest bei der Präsentation zu überzeugen, kann er doch mit dem Wandel durch unterschiedliche Dimensionen ein CGI-Spektakel auf die Leinwand zaubern, wie man es noch in kaum einer Comicverfilmung zuvor gesehen hat. Die Actionsequenzen sprühen vergleichsweise nur vor Kreativität und Zügellosigkeit, vor allem die bereits durch die Trailer bekannten, an Christopher Nolans Traum-Thriller “Inception” erinnernden Szenen mit in sich zusammenfaltenden bzw. -fallenden Stadtteilen sind ein Augenschmaus auch für verwöhnte Comic-Connoisseure. Beim 08/15-Showdown gegen das mutmaßlich allmächtige Böse wird zudem mit einer vergleichsweise phantasievollen Auflösung gearbeitet, die doch überraschen und begeistern kann.

Schade daher, dass “Doctor Strange” großteils humorfrei und viel zu seriös abgehandelt wird, als es eine Erzählung rund um einen skeptischen Magier, der Zeit und Raum nach Belieben manipulieren kann, erlaubt. So sehr sich Regisseur Scott Derrickson (“Sinister”, “The Day the Earth Stood Still”) auch bemüht, mit einer grundsätzlich hochkarätigen Besetzung der Comicfigur Flair zu verleihen: Konkurrenz hinsichtlich des Charmes eines Robert Downey Jr. als Tony Stark oder der überraschenden Humorigkeit der “Guardians of the Galaxy” stellt seine Comicverfilmung nicht wirklich dar. Comicfans dürften jedoch trotzdem auf ihre Kosten kommen.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Doctor Strange”

(APA)

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