Digitaler Bauernmarkt “markta” in Wien als Airbnb für Lebensmittel

Von Lea Luna Holzinger
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Theresa Imre möchte mit markta einen digitalen Bauernmarkt anbieten.
Theresa Imre möchte mit markta einen digitalen Bauernmarkt anbieten. - © markta.at/Anna Zora/Lukas Ilgner
Wer Lebensmittel direkt vom Bauernhof kaufen möchte, aber keine Zeit hat, auf einen Markt zu gehen, kann nun über die Plattform “markta” Ab-Hof-Produkte im Internet bestellen. Wir haben mit markta-Gründerin Theresa Imre über ihr Projekt gesprochen.

Das Prinzip von markta ist einfach. Auf der Plattform, die man als digitalen Bauernmarkt bezeichnen kann, hat jeder Produzent seinen eigenen Marktstand, auf dem er seine Produkte anbieten kann. Die Anbieter bestimmen selbst, welche Produkte sie zu welchen Preisen verkaufen möchten. “Uns war ein hohes Maß an Selbstbestimmung wichtig, also, dass wir keine Vorgaben zu den Preisen machen”, erklärt markta-Gründerin Theresa Imre.

Den Konsumenten wird auf markta angezeigt, welche Produzenten sich in ihrer näheren Umgebung befinden. Sie können sich die einzelnen Marktstände anschauen und auf Produzenten- oder Produktebene sehen, was angeboten wird. Die Produkte werden direkt am Bauernhof, bei eigenen Vertriebsständen der Bauern oder bei markta-Abholstationen in Empfang genommen. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit des Postversands der Lebensmittel.

markta als “Brücke zwischen Produzent und Konsument”

“Wir wollen diese Unmittelbarkeit zwischen Produzent und Konsument wieder herstellen”, meint Imre. “Wir schaffen die Brücke zwischen Produzent und Konsument. Wir bieten die offene Plattform. Ein bisschen wie auch Airbnb funktioniert.” Die Menschen können sich auf markta mit den Lebensmitteln auseinandersetzen. So soll ein Umdenken stattfinden und qualitative, regionale Produkte mehr wertgeschätzt werden. Ein weiteres Ziel von markta ist es, wie Imre erklärt, “den Menschen ihren Verdienst zurückzugeben”. Ohne den Zwischenschritt des Supermarktes erhalten die Bauern den gesamten Preis ihrer Produkte. Für die Konsumenten bestehe der Vorteil darin, dass sie nur den Ab-Hof-Preis zahlen müssen, der geringer ausfallen kann als jener im Supermarkt.

Regionale Produkte auf markta in Szene gesetzt

Die Idee für markta entstand aus dem Foodblog “Eingebrockt und Ausgelöffelt“, den Imre gemeinsam mit ihrer Kollegin Anna Zora betreibt. 2015 gewann der Blog den AMA Food Blog Award. “Nach dem Gewinn haben uns viele Produzenten angeschrieben, ob wir über sie schreiben wollen. Aber bezahlte Werbung wollten wir nicht machen”, erklärt Imre.

So entwickelte sich die Idee, eine Plattform zu machen, auf der sich die Produzenten selbst präsentieren können. Das Team von markta leistet dabei Unterstützung. So wird zwischen Bauern und Kreativschaffenden vermittelt. Fotografen und Texter können von den Produzenten engagiert werden, um ihre Produkte richtig in Szene zu setzen.

Ab-Hof-Produkte im Internet bestellen

Darüber hinaus produziert Imre mit ihrem Team sogenannte “Hofgespräche”. Sie drehen Kurzvideos über die Produzenten, in denen diese und ihre Produkte vorgestellt werden. Über markta sollen die Konsumenten neue Produkte kennenlernen, die jederzeit bequem über das Internet bestellt werden können.

Insgesamt soll der digitale Bauernmarkt, der österreichweit verfügbar ist, eine Möglichkeit für nachhaltigen Konsum bieten. “Es wäre schön, wenn ich durch markta ein Umdenken erreichen könnte. Ich glaube nicht, dass man die Leute disziplinieren muss. Ich glaube, es ist wichtig, eine Lösung anzubieten und zu zeigen, es geht auch anders und es ist nicht so viel komplizierter mit unserem Online-Tool”, so Imre.

(Red.)

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