Die Peanuts – Der Film – Trailer und Kritik zum Film

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Die Peanuts – Der Film – Trailer und Kritik zum Film
An “Star Wars” kommt gerade niemand vorbei, dabei wird zu Weihnachten still und leise ein noch älterer Kult in den Kinos wiederbelebt: “Peanuts – Der Film” bringt die seit 65 Jahren beliebten Charaktere um Charlie Brown und Snoopy erstmals als 3D-animierte Figuren auf die große Leinwand.

Das Ergebnis dürfte vor allem den Kleinen gefallen und bei den Großen nostalgische Gefühle wecken.

Die Peanuts – Der Film – Die Geschichte

Mit ganz eigenem, minimalistischen Stil und viel Herz gestaltete der US-Zeichner Charles M. Schulz (1922-2000) ab 1950 sämtliche der fast 18.000 Comic-Strips um den ewigen Pechvogel Charlie Brown, seinen abenteuerlustigen Hund Snoopy und seine Mitschüler selbst. Mit “Charlie Brown und seine Freunde” erschien 1969 eine erste Kinoversion, “A Charlie Brown Christmas” ist in den USA ein Fixpunkt im weihnachtlichen TV-Programm. Lange verwehrte sich Schulz’ Familie gegen einen Studiofilm – bis Artdirector und Regisseur Steve Martino (“Ice Age 4”) anklopfte, hat der doch mit dem Animationsfilm “Horton hört ein Hu” (2008) schon die populären Illustrationen von Dr. Seuss möglichst originalgetreu auf die Leinwand übertragen.

Auch “Peanuts – Der Film”, hinter dem das Kreativteam der “Ice Age”-Filme steht, ist die Liebe zur Vorlage anzusehen. Dreidimensional und doch eine gewisse Künstlichkeit der Cartoons erhaltend, finden sich zahlreiche Details aus Schulz’ Zeichnungen auf der Leinwand wieder: Vom einzelnen Haar an Charlie Browns kahlem Kopf bis zum Zickzack-Muster auf seinem gelben T-Shirt, vom sich ständig im Baum verheddernden Drachen bis zur roten Hundehütte des Beagles Snoopy. Abseits der beiden Hauptfiguren wird die gesamte Truppe zusammengetrommelt, darunter die besserwisserische Lucy, der an seiner Schmusedecke nuckelnde Linus, die sportliche Peppermint Patty, der philosophierende Franklin oder das kleine rothaarige Mädchen, in das sich Charlie Brown unsterblich verliebt.

Die Peanuts – Der Film – Die Kritik

Wobei wir auch schon bei der von Drehbuchautor Craig Schulz, Sohn von Charles M. Schulz, erdachten Story wären: Der Einzug des namenlosen Mädchens und seiner Familie in das Haus auf der anderen Straßenseite nämlich weckt in Charlie Brown die Hoffnung eines Neuanfangs. Zu sehr plagen ihn seine Missgeschicke und Niederlagen, für die er an seiner Schule bereits berühmt-berüchtigt ist. Auf Anraten der raubeinigen Hobbypsychologin Lucy setzt er sich das Ziel, für das rothaarige Mädchen zum “Gewinner” zu werden. Eine Verwechslung macht den Underdog kurzzeitig zum Star der Schule – und löst im Film einen Charlie-Brown-Kult samt Merchandising-Wahn aus, wie er in der Realität seit Jahrzehnten ungebrochen ist.

Auf dem Weg zum Happy End gibt es für erwachsene “Peanuts”-Fans viel Bekanntes zum Schmunzeln, was bei der dünnen, wenn auch liebenswerten Story im Laufe der 90 Minuten aber allmählich an Reiz verliert. Die Zielgruppe ist hier klar das jüngere Publikum, für das parallel eine actionreiche, ausgedehnte Geschichte gesponnen wird: Auf einer Schreibmaschine nämlich imaginiert Snoopy seine ganz eigene Romanze mit Pudeldame Fifi. Um die zu erobern, muss er auf seiner fliegenden Hundehütte seinen Erzfeind, den “Roten Baron”, ausstechen. Die 3D-Effekte sind – den Kleinsten zuliebe – zurückhaltend.

Am Ende ist “Peanuts – Der Film” nicht mehr und nicht weniger als das, was man sich erwartet: Eine sanfte Heranführung von Kindern an die liebenswerten, mit ihren Fehlern und Wünschen zutiefst menschlichen Charaktere aus Schulz’ Feder. Und eine nostalgische Reise für die “Großen”, die ihre geliebten Charaktere wiedersehen und sich für eineinhalb Stunden in einer bunten, naturbelassenen Welt wiederfinden, die ganz ohne Computer, Smartphones und Fernseher auskommt. Hier fegen Kinder beim Schultanz gemeinsam über das Parkett, lassen Drachen steigen, spielen Baseball und fahren auf dem zugefrorenen See Schlittschuh – und das ganz ohne Erwachsene. Die spielen nämlich wie schon bei den Comic-Strips keine Rolle.

(APA)

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