Die bekanntesten Filmrollen der “Game of Thrones”-Stars

Von Christoph Stachowetz
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Die Karrieren der "Game of Thrones"-Schauspieler abseits der Serie
Die Karrieren der "Game of Thrones"-Schauspieler abseits der Serie - © HBO
Die sechste Staffel der Hit-Serie “Game of Thrones” hat am Sonntag ihr Ende genommen und die Wartezeit auf die nachfolgenden (und in Sachen Episodenanzahl kürzeren) Staffeln beginnt. Das die Schauspieler der Serie aber auch abseits davon kräftig an ihren Karrieren basteln, ist wohl kein Wunder.

Spannend zu beobachten ist vor allem, in welchen Rollen sich die “Game of Thrones”-Stars wiederfinden bzw. welche sie durch ihre dargestellten Figuren am ehesten angeboten bekommen. In der nachfolgenden Auflistung sind auch einige ältere Auftritte der Schauspieler zu finden, frei nach dem Motto “Wer hätte das gedacht?”.

Ebenso ist anzumerken, dass einige Schauspielgrößen, die schon eine längere oder auch abseits von “Game of Thrones” erfolgreiche Karriere haben (oder hatten), bewusst ausgelassen wurden. Damit sind unter anderem etwa Charles Dance, David Bradley, Max von Sydow, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Ian McShane, Jonathan Pryce und (natürlich) Sean Bean gemeint.

Noch ein Hinweis: Der Artikel hat keine Spoiler zur aktuellen Staffel 6.

Emilia Clarke (Daenerys Targaryen)

daenerys

Die taffe, zielstrebige Powerfrau mit zerstörerischer Wirkung auf ihr gesamtes Umfeld: Als Daenerys “Mother of Dragons” Targaryen hat sich Emilia Clarke nicht nur im “Game of Thrones”-Universum einen Namen gemacht, sondern auch weit darüber hinaus. Als Sarah Connor spielte die Britin bereits in “Terminator Genisys” eine Figur mit vergleichbarer Durchsetzungskraft, wenn auch von Kritikern ihre Leistung als nicht besonders nennenswert deklariert wurden (immerhin musste sie in die Fußstapfen von Linda Hamilton aus “Terminator 2: Tag der Abrechung” treten). Unlängst erschien auch die romantische Komödie “Ein ganzes halbes Jahr” mit Clarke in der Hauptrolle, bei der die Schauspielerin vor allem mit ihren expressiven Augenbrauen-Einsatz die Zuseher faszinierte.

Lena Headey (Cercei Lannister)

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Die nächste Powerfrau des “Game of Thrones”-Ensemble: Fans von Lena Headey werden wissen, dass auch diese Britin schon die Mutter des Widerstands in einer postapokalyptischen Zukunft gespielt hat. Wie schon Emilia Clarke übernahm Headey die Rolle von Sarah Connor aus dem “Terminator”-Franchise, jedoch in einer TV-Serie “Terminator: The Sarah Connor Chronicles”, die nach zwei Staffeln wieder angesetzt wurde. Apropos Widerstand: Als sadistische Rädelsführerin Ma-Ma lehrte sie niemand anderen als Judge Dredd in der gleichermaßen unterschätzten wie blutigen “Dredd”-Verfilmung das Fürchten. In “300” und dessen Fortsetzung  konnte Headey außerdem schon die dominante Rolle der Herrschergattin übernehmen und die Stärke weiblicher Führung unter Beweis stellen.

Kit Harington (Jon Snow)

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Man sollte meinen, dass in einem großen, sehr gut aufeinandern abgestimmten Schauspielensemble keine Einzelpersonen hervorstechen. Das Kit Harington als Jon Snow der wahre Stern am leuchtenden “Game of Thrones”-Firmament ist, steht jedoch (fast) außer Frage. Umso überraschender erscheint da also der Umstand, das sich der englische Schauspieler bisher kaum mit glamourösen Rollen oder überzeugenden Performances abseits der Hit-Serie schmücken konnte. Neben dem mauen Agententhriller “Spooks – Verräter in den eigenen Reihen” konnte Harington bisher vor allem nur mit dem vergessenswerten Paul W.S. Anderson-CGI-Spektakel “Pompeii” die Zuseher in die Kinos locken.

Peter Dinklage (Tyrion Lannister)

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Mit 54 Auftritten in bisher 60 “Game of Thrones”-Folgen ist Peter Dinklage als Tyrion Lannister quasi der Dienstälteste unter den vielen Charakteren der Serie. Kein Wunder, ist doch sowohl die Figur mit unerwartetem Tiefgang ausgestattet als auch Dinklage selbst sowohl mit Talent wie Charme gesegnet. An schauspielerischer Erfahrung mangelt es dem US-Amerikaner ebenso wenig: Im ausgezeichneten und zurecht preisgekrönten Drama “Station Agent”  überzeugte der Darsteller bereits vor Jahren, zwischenzeitlich gab er sich in mehr oder minder undankbaren Nerd- und Fantasy-Rollen der Marke “Pixels”, “Knights of Badassdom”, “Elf” und “Die Chroniken von Narnia – Prinz Kaspian von Narnia” zufrieden. In jüngerer Vergangenheit konnte auch Marvel nicht die Finger von Dinklage lassen, weswegen er auch in “X-Men: Zukunft ist Vergangenheit” zu sehen war.

Sophie Turner (Sansa Stark)

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Und nochmal “Game of Thrones”-Star in Marvel-Blockbuster: Neben Peter Dinklage ist auch Sophie Turner in einer Comicverfilmung zu sehen, passenderweise gleich in der direkten “X-Men”-Fortsetzung. In “X-Men: Apocalypse” darf die junge Britin ihre Rolle als Sansa Stark in einem anderen Fantasy-Umfeld ausleben und auch dort zeigen, dass hinter dem adretten Äußeren einen ungeheure Kraft steckt, die jeden ihn ihrem Weg auslöscht. Ihr Schauspieldebüt gab Turner übrigens unter der Regie von Isabel Coixet in “Another Me: Mein zweites Ich”.

Alfie Allen (Theon Greyjoy)

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Liebe und Hass liegen eng aneinander, was vor allem Serienfans von “Game of Thrones” von Staffel zu Staffel immer wieder vor Augen geführt wird. Hatte man zunächst nur Verachtung und Feindseligkeit für die Figur übrig, dürfte sich das mittlerweile doch geändert haben. Im Jahr 2014 (oder schon bei der Produktion davor) konnte Alfie Allen jedoch noch als Inbegriff der Antipathie für den Zuseher herhalten, was seine Rolle im Action-Pur-Spektakel “John Wick” erklären dürfte. Immerhin wird dort ein kleiner Welpe zur Strecke gebracht, was Keanu Reeves zu blinder Wut und Vergeltung antreibt.

Nikolaj Coster-Waldau (Jamie Lannister)

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Ein ständiges Auf- und Ab in Sachen Sympathie darf auch Nikolaj Coster-Waldaus Jamie Lannister entgegen kommen: Inzest, (versuchter) Mord sowie Kriegstreiberei steht Verzweiflung und Selbstbehauptung gegenüber. Egal, Coster-Waldau spielt seinen Part bravurös, daran liegt sicherlich kein Zweifel. Fans des dänische Schauspielers werden sicher die eine oder andere Nebenrolle kennen: So war er etwa einer der heroischen Scharfschützen in “Black Hawk Down” oder einer der Untergrundkämpfer in “Oblivion”. Mit “Headhunters” konnte der Mann seine schauspielerische Klasse zeigen, wohingegen er als Horus in “Gods of Egypt” vor allem mit seinem Charme und der Bad-Ass-Attitüde im Gedächtnis bleiben sollte.

Aidan Gillen (Petyr ‘Littlefinger’ Baelish)

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Der Ire Aidan Gillen kann zahlreiche Einträge in seinem schauspielerischen Lebenslauf aufbieten, ein Wunder also, das der Mann bisher kaum in größeren Rollen in Erscheinung treten konnte. In einigen TV-Serien konnte der Darsteller schon sein Talent beweisen, darunter vor allem die renommierten “Queer as Folk” und “The Wire”. In Renny Harlins “Zwölf Runden” sollte er eine seiner ersten Hauptrollen spielen, aber auch in Nebenrollen sollte er etwa in namhaften Produktionen wie “The Dark Knight Rises”, “Am Sonntag bist du tot” und “Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste” (samt Fortsetzung) überzeugen.

Nathalie Emmanuel (Missandei)

missandei

Eine kürze, weil sich erst am Beginn befindliche Karriere weißt die Britin Nathalie Emmanuel vor: Einmalig war sie in der britischen TV-Serie “Misfits” zu sehen, was erwähnenswert erscheint, da eine der Hauptrollen in der Serie mit niemand anderer als Iwan Rheon aka Ramsay Bolton/Snow besetzt war. Ein weiteres Wiedersehen mit der “Game of Thrones”-Besetzung sollte übrigens mit Aidan Gillen in “Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste” stattfinden. Abseits davon hinterließ sie bleibenden Eindruck (für manche, aus falschen Gründen) als Hackerin Ramsey (!) in “Furious Seven”.

Jack Gleeson (Joffrey Baratheon)

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So jung und schon so verhasst: Jack Gleeson hat in der Rolle von Joffrey Baratheon wahrlich eine Meisterleistung abgelegt. Wohl kaum ein anderer Charakter in allen bisherigen Staffel konnte mit so viel Wahnsinn überzeugen, ohne dabei als stereotype Figur zu wirken (Sorry, Ramsay Bolton/Snow). In seiner bisherigen schauspielerischen Karriere finden sich kaum andere Rollen des mittlerweile 24-Jährigen, die nicht altersspezifisch betitelt sind: “Boy with the fish”, “Kid” und “Little Boy” liest man dort. Wobei: Gleeson hat in “Herrschaft des Feuers” schon Bekanntschaft mit Drachen und Christian Bale gemacht, letzterer sollte ihn nochmals als dunkler Ritter in “Batman Begins” treffen.

Kristofer Hivju (Tormund Giantsbane)

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Was für ein Name: Tormund Giantsbane. Was für ein passender Schauspieler zu dem Namen: Kristofer Hivju. Der norwegische Schauspieler überzeugte vor allem in den letzten Folgen der sechsten Staffel mit ungeahnter Humorigkeit abseits dem wilden Äußeren. Arthouse-Freunde dürfte den Darsteller allerdings auch schon vom großartigen Drama “Höhere Gewalt” von Ruben Östlund kennen, wo er schon seine Talent vorführen konnte. Abseits davon: Mit so einem Bart muss man einfach in arktischen Gefilden untergebracht werden, was wohl seinen Einsatz in “The Thing” (das Prequel von 2011) erklärt. Fun Fact: Er wird zusammen mit Nathalie Emmanuel in “Fast 8” zu sehen sein.

Gwendoline Christie (Brienne of Tarth)

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Wie viele Schauspielerinnen mit einer Körpergröße von über 1 Meter 90 sind momentan in Film und Fernsehen zu sehen? Vermutlich wenige und wohl kaum mehr als eine Handvoll, die sowohl in Sachen Ausdruck, Präsenz abseits der Physis als auch Charisma Gwendoline Christie das Wasser reichen könnte. Als schlagfertige Brienne of Tarth hat die Darstellerin ihren Platz unter den beeindruckendsten weiblichen Charakteren der TV-Geschichte wohl bereits gesichert, die filmische Karriere der britischen Schauspielerin lässt zudem noch Spielraum nach oben hin offen. Abseits eines viel gehypten, letztlich jedoch enttäuschenden (drei kurze Auftritte) Einsatzes im Mega-Blockbuster “Star Wars: Das Erwachen der Macht” als enigamtischer Captain Phasma war Christie bisher nur in “Die Tribute von Panem – Mockingjay: Teil 2”  länger zu sehen.

Natalie Dormer (Margaery Tyrell)

margery

Ebenfalls in “Die Tribute von Panem – Mockingjay” war “Game of Thrones”-Kollegin Natalie Dormer zu sehen: Die Britin spielt dort eine größere Rolle und auch durch die ungewöhnliche Haartracht ihrer Figur Cressida hinterließ sie wohl etwas mehr Eindruck. Dormer zeigte unlängst in einer Doppelrolle im Horror-Thriller “The Forrest”, das sie mehr Potential aufzubieten hat, wenn auch der Film selbst in Sachen Drehbuch kaum zu überzeugen wusste. Einige kleinere Auftritte in anspruchsvolleren Werke wie “The Counselor” und “Rush” zeigen zumindest die Wandelbarkeit der Darstellerin.

Richard Madden (Robb Stark)

Robb

Der junge Thronfolger, der King of the North, die Hoffnung aller Rechtschaffenen: Robb Stark. Logisch, dass man mit einer Rollen wie dieser auch den Prinz in der Live-Verfilmung von Disneys “Cinderella” bekommt. Der Schotte Richard Madden konnte mit beiden Performances die jeweilige Klientel überzeugen, leider dürfte die Zukunftsplanung des Schauspielers etwas düster aussehen: Nach seinem jüngsten Projekt, dem Actionthriller “Bastille Day”, wo Madden neben Idris Elba spielt, sind keine weiteren Film vorzufinden – schade.

(Red.)

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