Der Marsianer – Trailer und Kritik zum Film

Der Marsianer – Trailer und Kritik zum Film
Das Wasser, das eine Marssonde der NASA kürzlich auf dem roten Planeten entdeckt hat, hätte Mark Watney (Matt Damon) einiges an Aufwand gespart.

In Ridley Scotts Science-Fiction-Abenteuer “Der Marsianer” muss der tot geglaubt zurückgelassene Astronaut/Botaniker nämlich mit spärlichen Mitteln auf dem Mars überleben. Ihm dabei zuzusehen, birgt 130 Minuten große Unterhaltung. Ab Freitag im Kino.

Der Marsianer – Die Geschichte

Eine US-amerikanische Astronauten-Crew rund um Commander Lewis (Jessica Chastain) forscht gerade auf einer NASA-Basisstation am Mars, als ein gewaltiger Sandsturm aufkommt. Die Mission muss vorzeitig abgebrochen werden – doch bei der Notevakuierung wird der Botaniker Mark Watney (Matt Damon) von einer abgebrochenen Antenne getroffen und zurückgeschleudert. Von seinem Tod überzeugt, starten Lewis und die vier übrigen Astronauten schweren Herzens ihr Raumschiff und lassen Watney zurück. Die Stimmung in der Crew ebenso wie in der Kommandozentrale der US-Raumfahrtbehörde NASA ist dementsprechend am Tiefpunkt. NASA-Direktor Teddy Sanders (Jeff Daniels) muss vor versammelter Weltpresse den Tod eines US-Astronauten bekannt geben – und staunt kurz darauf nicht schlecht, als Satellitenbilder diesen rund um die Basisstation werkend zeigen.

Denn Mark Watney lebt noch. Und damit das so bleibt, muss der gewiefte Wissenschafter herausfinden, wie er in einem auf ein Monat ausgerichteten Habitat auf dem unwirtlichen Planeten mindestens vier Jahre lang, bis die nächste mögliche bemannte Marsmission ihn retten könnte, bestehen kann. “Das heißt: Ich muss mich mit Wissenschaft aus der Scheiße ziehen”, hält Watney in seinem Videoblog, seinem nun einzigen Freund, fest – und macht sich mit Erfindertum daran, aus Wasserstoff Wasser zu machen und Kartoffeln anzupflanzen. Bald findet er einen Weg, mit der NASA Kontakt aufzunehmen. Und während die fieberhaft an einer Lösung arbeitet, plant Lewis’ Crew schon bald eine waghalsige Rettungsmission…

Der Marsianer – Die Kritik

MacGyver kann einpacken: Mit fundiertem Wissen, irrwitzigen Einfällen und dem Wenigen, das er am Mars verfügbar hat, hält sich Mark Watney kongenial selbst am Leben. Matt Damon gibt den Helden in seiner besten Rolle seit langem als nie zweifelnden, erfinderischen Tüftler mit subtilem Humor, der in der Situation zu ungeahnter Größe heranwächst, ohne großkotzig zu erscheinen. Verkehrt ist es ja nicht, sich auf dem menschenleeren Mars als “größter Botaniker dieses Planeten” zu bezeichnen. Und Neil Armstrong damit ziemlich alt aussehen zu lassen.

Mit Augenzwinkern und Ironie agiert neben Damon auch der übrige hochkarätige Cast von Jeff Daniels über Chiwetel Ejiofor und Kristen Wiig im NASA-Team bis zu Jessica Chastain, Kate Mara und Michael Pena in der Raumsonde. Es macht Spaß, ihr Scheitern und Wiederaufrappeln zu verfolgen. Und sorgt dafür, dass “Der Marsianer” kein reines existenzialistisches Action-Spektakel wird. Zwar gibt sich der weltraumaffine Regisseur Ridley Scott (“Alien”) nur zu gerne spektakulären 3D-Aufnahmen der weiten, kupferfarbenen, in der jordanischen Wüste aufgenommenen Marslandschaft hin, so wie auch Watney ab und an innehält. Doch lässt der 77-jährige Scott auch dichte, intime Momente zu, und verliert nie die Leichtigkeit, ja Schwerelosigkeit, in den Dialogen seines hervorragenden Casts aus den Augen.

Basierend auf dem gleichnamigen, 2011 erschienenen Bestseller von Andy Weir versteht sich Drew Goddards Drehbuch zu “Der Marsianer” für Scott auch als “Liebesbrief an die Wissenschaft”, wie er beim New York Film Festival sagte. So fühlt man sich im Laufe 130 fesselnder Minuten großartig unterhalten, und erlangt zugleich eine tiefe Wertschätzung für das so kreative menschliche Gehirn und die Möglichkeiten der Wissenschaft, die uns potenziell aus den unwürdigsten Situationen retten kann.

(APA)

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