Der Mann aus dem Eis – Trailer und Kritik zum Film

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Der Mann aus dem Eis – Trailer und Kritik zum Film
Wie starb der Eismann Ötzi vor 5.300 Jahren? Eine Frage, die von der Wissenschaft auch ein Vierteljahrhundert nach der Entdeckung der Gletschermumie in den Südtiroler Alpen nicht letztgültig beantwortet werden konnte. Der prähistorische Rachethriller “Der Mann aus dem Eis” zeichnet nun mit einer Paraderolle für Jürgen Vogel die möglichen letzten Tage im Leben von Ötzi nach.

In voller körperlicher Präsenz und weitgehend stumm, verkörpert Vogel einen Sammler und Jäger im hochalpinen Raum, dessen Familie von einer rivalisierenden Gruppe brutal ermordet wird. Die Raubmörder stehlen darüber hinaus ein von seiner Sippe kultisch verehrtes Objekt, einen geschliffenen Stein. So macht sich Ötzi auf die Jagd nach den Feinden – um sich für den Tod seiner Lieben zu rächen und seinen Stein zurückzuholen.

Der Mann aus dem Eis – Die Handlung

Nach einem Prolog, der in langen Kameraeinstellungen die steinzeitliche Gesellschaft in Grundzügen entwirft, wandelt sich “Der Mann aus dem Eis” mithin schnell zu einem frühen Rachewestern, einer Erzählung vom einsamen Kämpfer für Gerechtigkeit, der sich gegen die Natur und das Böse durchsetzen muss. Darin erinnert das Werk frappant an Leonardo DiCaprios Leidensdarstellung in “The Revenant” auf alpin.

Jürgen Vogel gibt dabei den Schmerzensmann, der mit einem überlebenden Baby und einer störrischen Ziege in teils atemberaubend langen und berückend schönen Naturaufnahmen durch die Landschaft zieht. Diese kontemplativeren Momente wechseln sich mit ebenso nüchternen wie langen Actioneinstellungen ab. Die raue Bergwelt wird ohne jeden Tourismuskitsch in ihrer Mitleidslosigkeit gezeigt und für den Zuschauer beinahe körperlich spürbar. Leben bedeutet hier im Wesentlichen Überleben.

Der Mann aus dem Eis – Die Kritik

Der deutsche Autor und Regisseur Felix Randau verlässt sich dabei ganz auf die Kraft der Bilder von Kameramann Jakub Bejnarowicz und das darstellerische Können seines Hauptdarstellers. Auf eine verständliche oder untertitelte Sprache verzichtet er hingegen. Die wenigen Sätze im Film werden in einer rekonstruierten Steinzeitvariation des Rätischen gesprochen und bleiben auch ohne Übersetzung verständlich.

Und so kommt bei aller Action auch das Zwischenmenschliche nicht zu kurz, wenn die lakonische Sexualität der Ära gezeigt wird oder Ötzi auf ein Vater-Tochter-Duo trifft, bei dem sich der geneigte Filmfreund aufs Cameo-Raten verlegen kann, welche Stars sich hinter der Steinzeitmaske verbergen (Achtung Spoiler: Anna F und Franco Nero). Also ist “Der Mann aus dem Eis” auch ein wenig eine Philosophie über den Sinn des Lebens. Aber nur ein wenig. Und das ist ja manchmal auch genug.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Der Mann aus dem Eis”

(APA)

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