Conchita Wurst: Angriffe von Strache und Lugner gegen ESC-Teilnehmerin

Von Daniela Herger
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Männlich, weiblich, sächlich? Conchita Wurst verwirrt Strache und Lugner Männlich, weiblich, sächlich? Conchita Wurst verwirrt Strache und Lugner - © APA/EPA/APA
Kein Ende der Verbal-Attacken gegen Österreichs Song Contest-Hoffnung Conchita Wurst: Nun meldete sich sogar FPÖ-Chef Heinz Christian Strache zu Wort, der sich der Kritik von Alf Poier anschloss. Und auch Societylöwe Richard Lugner ist nicht gerade ein Fan – bzw. versteht das Phänomen Wurst nicht ganz.

Auch wenn Conchita Wurst aka Tom Neuwirth bereits mehrfach klarstellte, dass sie einfach eine Kunstfigur bzw. ein Travestiekünstler ist, also ein Mann, der eine Rolle einnimmt, indem er Frauenkleider trägt, über dessen Geschlechtsidentität jedoch eigentlich keine Unklarheiten herrschen, dürfte sich dies noch nicht überall herumgesprochen haben.

Große Verunsicherung herrscht darüber scheinbar nicht nur im politisch rechten Lager, sondern auch bei heimischen Prominenten wie etwa Richard Lugner.

Strache lobt Mut von Alf Poier

So outete sich FPÖ-Chef Heinz Christian Strache einem Bericht der Tageszeitung “Österreich” zufolge als verständnislos über Wurst. Beim zehnjährigen Jubiläum als Chef der Wiener FPÖ in den Sofiensälen soll er den Kabarettisten Alf Poier, der die ESC-Teilnehmerin zuletzt massiv angriff (“Verschwulte Zumpferl-Romantik” – mehr dazu hier), für seinen Mut hinter dem Angriff gelobt haben.

Poier sei einer der “ganz, ganz wenigen mutigen Künstler” dem für seine kritischen Worte gegenüber Wurst “größter Respekt” gebühre, so Strache.

“Er, sie oder es?” Unklarheiten über Geschlechtsidentität

“Ist es jetzt ein “Es”, ein “Er” oder eine “Sie””, gab sich Strache ob Wurst ratlos und ein wenig trotzig anmutend: “Wenn die Wurst es selber nicht weiß, weiß ich es schon gar nicht.”

FPÖ-Chef kritisiert ORF-Entscheidung

“Ich frag mich ja, ob es uns beim Songcontest begleiten und vertreten sollte”, führte er weiter aus und kritisierte massiv die Entscheidung des ORF, der Conchita Wurst als Teilnehmerin für den ESC 2014 ausgesucht habe, ohne den Österreichern ein Mitspracherecht zu geben.

“Und ich frage mich, wie kommen wir dazu als Zwangsgebührenzahler, dass da nicht die Gebührenzahler befragt worden sind und entscheiden durften”, erregte sich der FPÖ-Chef laut dem Blatt.

Lugner: “Schwanzerl” keine Gewinn-Garantie

Auch Baumeister Richard Lugner äußerte sich “Österreich” gegenüber kritisch: “Mann oder Frau – man sollte sich bekennen. Nur weil sie ein Schwan­zerl hat, muss sie nicht gewinnen.”

Conchita Wurst lässt Kritik kalt

Tom Neuwirth, der Mann hinter Conchita Wurst, begegnete bisher sämtlicher Kritik an seiner Person mit Gleichmut und lässt sich von Kommentaren wie diesen, aber auch diversen homophoben Äußerungen nicht aus der Ruhe bringen.

Wurst ist voller Vorfreude auf das 2. Halbfinale am Donnerstagabend, bei dem es für sie in Kopenhagen, wo sie mit offenen Armen empfangen wurde, auf die riesige Song Contest-Bühne geht.

 (red)

 

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