BP-Wahl: Alexander Van der Bellen stellte sich erneut NEOS-Hearing

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Alexander Van der Bellen bei einem NEOS-Hearing
Alexander Van der Bellen bei einem NEOS-Hearing - © APA
Nach einer Einladung der Parteiakademie stellte sich BP-Kandidat am Mittwochabend abermals für Fragen der NEOS zur Verfügung. Diese wurden angesichts Themen wie Brexit, dem CETA-Abkommen und der US-Wahl entsprechend aktualisiert.

Josef Lentsch, Leiter des NEOSLab, begrüßte den Hofburg-Anwärter mit ironischem Unterton: “Willkommen zu unserer halbjährlichen Veranstaltung mit Alexander Van der Bellen!”.

Alexander Van der Bellen abermals bei den NEOS

Tatsächlich seien es 267 Tage gewesen, seit er sich zum letzten Mal bei dem NEOS-Hearing gestellt hatte, zeigte sich der Kandidat gut vorbereitet. Den NEOS selbst ging es bei der Veranstaltung weniger um Entscheidungsfindung als um Mobilisierung für die Wahl, war zu hören. “Machen wir uns nichts vor, es geht nicht nur um die Wahl zwischen zwei Personen”, beschwor Van der Bellen dann auch gleich zu Beginn die “Richtungsentscheidung” am 4. Dezember. Und abermals sah er auch keine Alternative zu seiner Person und einer “rot-weiß-roten Hofburg” anstelle einer zu befürchtenden blauen: “Ist die Wahl wirklich so schwer?” Dementsprechend appellierte er vor dem NEOS-Publikum an die Unentschlossenen, wählen zu gehen – “Das muss Demokratie schon wert sein.”

Der BP-Kandidat zu außenpolitischen Entwicklungen

Ob man nach so langer Abwesenheit einen Bundespräsidenten überhaupt noch brauche? Die außenpolitische Entwicklung in dieser Zeit habe es gezeigt, bejahte Van der Bellen erwartungsgemäß, neben Brexit und der Wahl Trumps in den USA habe sich auch in der Türkei viel geändert. Abermals beschwor der Grüne den Zusammenhalt Europas, auch wenn manches derzeit schief laufe. Zu internationalen Freihandelsabkommen wie CETA bekannte er sich grundsätzlich. Und Hillary Clinton wäre nach der Zahl der erhaltenen Stimmen US-Präsidentin.

Der Trachtenjanker des Grünpolitikers

Aber auch das oft beschworene Establishment war Thema bei den NEOS. “Es ist der Versuch von Rechtspopulisten, die Welt einzuteilen zwischen ‘wir’ und ‘die'”, befand Van der Bellen. Den Trachtenjanker verteidigte der Grünpolitiker als “angemessene Anpassung an das, was vor Ort üblich ist”. Oder kurz gesagt: “Der steht mir doch gut, oder?” Außerdem liege es auch an seiner Tiroler Herkunft, denn: “Natürlich bin ich ein Städter. Aber ich komme vom Land. Das haben viele vergessen.”

Eine differenzierte Sicht zeigte der Präsidentschaftskandidat auf Bildung als angebliches Mittel gegen Demagogen. “Wenn Sie sich den freiheitlichen Klub ansehen, die sind alle gebildet”, meinte er dazu und verwies auch auf die Geschichte. Bildung sei vielmehr “einer von mehreren Schutzschildern”. Ob man Wahlen auch ohne Populismus gewinnen kann? Van der Bellen: “Was ist überhaupt Populismus? Das ist so wie ‘neoliberal'” – als Begriff nämlich “inflationär”, gab er den NEOS-Anhängern mit.

(APA/Red.)

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