Bis zu 3.000 Flüchtlinge kamen in Österreich an: Zug in Wien erwartet

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Bis zu 3.000 Flüchtlinge kamen in Österreich an: Zug in Wien erwartet
Nach Einschätzungen der Polizei sind in der Nacht auf Samstag im Burgenland bis zu 3.000 Flüchtlinge aus Ungarn nach Österreich gekommen, so Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil. Der erste Sonderzug der ÖBB mit bis zu 350 Personen wird am Vormittag um 08.50 Uhr am Wiener Westbahnhof erwartet.

Die Nova-Rock-Halle in Nickelsdorf sei mit 400 bis 500 Personen “überfüllt”, weitere 400 bis 500 sollen nun nach Parndorf gebracht werden. “Es sind hier noch möglicherweise Tausend Leute, die am Lkw-Parkplatz warten”, berichtete Doskozil.

Um etwa 04.30, 05.00 Uhr seien die ersten 400 Personen zu Fuß zum Bahnhof Nickelsdorf zu dem Zug gegangen, der mittlerweile abgefahren sei. “Es sind dorthin die zweiten Vierhundert unterwegs. Teilweise hat es sehr stark geregnet, jetzt nieselt es noch ein bisschen. Die Leute sind alle durchnässt”, so der Landespolizeidirektor.

Ströme an Flüchtlingen aus Ungarn Richtung Österreich

“Ich stehe direkt an der Grenze zu Ungarn und schaue hinunter. Die Ströme, die raufkommen, die reißen derzeit nicht ab”, schilderte Doskozil.

“Wir warten auf 17, 18 Doppelstockbusse, dass wir Leute weiterverbringen können nach Wien, vielleicht auch noch Richtung Deutschland.” Ein Ende der Flüchtlingsbewegungen an der Grenze zu Österreich hat sich Samstag früh nicht abgezeichnet. “So wie sich die Situation jetzt entwickelt hat und so unübersichtlich sie jetzt auch ist, kann man mit allem rechnen”, so Doskozil. Man könne noch die einen oder anderen Tausend Flüchtlinge erwarten. Wie viele Flüchtlinge im Lauf des Tages noch die österreichische Grenze passieren, lässt sich immer schwieriger sagen. Die Schätzungen ändern sich mittlerweile minütlich. Von bis zu 10.000 Personen, die noch unterwegs sein könnten, war laut Agenturberichten bereits die Rede.

Kritik an ungarischen Behörden

An den ungarischen Behörden übte Doskozil Kritik. In der Nacht habe man versucht, nachdem die zu erwartenden Zahlen bekannt geworden seien, mit den ungarischen Behörden zu sprechen. “Wir waren auf der ungarischen Seite hier (…) in Hegyeshalom, haben versucht, die Busse geordnet und gezielt direkt dorthin zu bringen, wo wir unsere Züge erwarten, wo wir unsere Sammelstellen haben, wo wir Busse hinbestellt haben. Das ist von den ungarischen Kollegen abgelehnt worden”, berichtete Doskozil.

“Wir haben das massiv gefordert – auch mit einer Rückfrage in Budapest”, so der Landespolizeichef, der die ganze Nacht im Einsatz war. Aber es sei nicht möglich gewesen: “Daraufhin haben wir uns hier im Bereich der Veterinärdienststelle, unserer Grenzdienststelle, zurückgezogen und versuchen hier, die Leute zu empfangen.”

Flüchtlinge am Westbahnhof erwartet

Der erste Sonderzug der ÖBB mit bis zu 350 Personen wurde am Samstagvormittag um 08.50 Uhr am Wiener Westbahnhof erwartet. Jener, der bereits in Nickelsdorf Richtung Salzburg losgefahren war, soll um 10.30 Uhr am dortigen Hauptbahnhof eintreffen, sagte Sonja Horner, Sprecherin der ÖBB. Mit dieser Garnitur sind rund 450 Flüchtlinge unterwegs.

“Das sind vorerst die einzigen zwei Sonderzüge”, erklärte Horner. Die ÖBB arbeiteten intensiv an einer Lösung. So war angedacht, Züge, die von Hegyeshalom abfahren, außerplanmäßig in Nickelsdorf zu stoppen, um Flüchtlinge aufzunehmen.

>> Tausende marschieren aus Budapest nach Österreich.

(APA)

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