Betriebskostenabrechnung: Wiener Wohnen weist Kritik aus Medien zurück

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Wiener Wohnen wll die Kritik nicht stehen lassen.
Wiener Wohnen wll die Kritik nicht stehen lassen. - © APA/Herbert Pfarrhofer
Wiener Wohnen reagiert auf die Kritik, wonach die Betriebskostenbelastung in Gemeindebauten höher sei als in Privatmiete. Wiener Wohnen ortet “billige Wahlkampfstimmung auf Kosten des Gemeindebaus”.

Wiener Wohnen hat am Montag die von “NZZ.at”, ATV und “Dossier” angestellten Berechnungen zu den Betriebskosten im Gemeindebau im Vergleich zum Privatmarkt zurückgewiesen. Man habe “offensichtlich bewusst Halbwahrheiten publiziert”, heißt es in einer Aussendung. Die Betriebskostenabrechnung sei zudem für alle Mieter transparent einsehbar.

Die Berechnung, die am Sonntagabend veröffentlicht wurde, ergab, dass die Betriebskosten in Wiener Gemeindebauten um 26 Prozent höher als in Privatmiete sind. Für ihre Rechnung zogen die Medien Betriebskostenabrechnungen aus dem Jahr 2014 heran – 32 Gemeindebauten mit einer Nutzfläche von 662.672 Quadratmetern wurden für den am Sonntagabend veröffentlichten Kostenspiegel analysiert.

In Wiener Gemeindebauten fallen demnach Betriebskosten ohne Lift von im Schnitt 2,24 Euro pro Quadratmeter und Monat an. Bei privaten Anbietern sind es laut Mietervereinigung nur 1,78 Euro. Wiener Wohnen kritisierte die Berechnungsmethoden: So habe man etwa Abrechnungen aus dem Jahr 2014 mit Rechnungen aus 2013 verglichen. Auch Daten der Statistik Austria seien nur für die Gemeindebauseite und nicht für den Privatmarkt herangezogen worden.

Strache-Kritik an Wiener Wohnen

Der Gesamtdurchschnitt aller Wiener Wohnen-Mieter, den die Hausverwaltung selbst erhebt und der 2,13 Euro pro Monat und Quadratmeter ausmache, habe keinen Eingang in die Berichterstattung gefunden, beklagte man. Zudem seien große Wohnhausanlagen mit Höfen oder Kinderspielplätzen mit kompakten innerstädtischen Wohnhäusern verglichen worden, so die Argumentation.

“Wiener Wohnen weist die Anschuldigungen, man würde hier den Mietern systematisch zu hohe Betriebskosten verrechnen, aufs Schärfste zurück”, heißt es weiter. Man wolle “auf Kosten des Gemeindebaus billige Wahlkampfstimmung schüren”. Denn jeder Mieter erhalte jährlich eine erläuterte Übersicht über die Betriebskostenabrechnung seines Hauses, auf Wunsch könne man auch Einblick in die gesamte Jahresabrechnung der Wohnhausanlage nehmen. Mieterbeiräte erhielten diese unaufgefordert.

Kritik an den Abrechnungen kam hingegen am Montag von der FPÖ. Wiener Wohnen “räumt Mieter ab wie die Christbäume”, beklagte Landesparteiobmann Heinz-Christian Strache per Aussendung.

(APA, Red.)

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