Besuch von “Batman”: 15 Fledermäuse landen im Wiener Tierschutzverein

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Ein Rudel Fledermäuse war zu Gast im Wiener Tierschutzverein
Ein Rudel Fledermäuse war zu Gast im Wiener Tierschutzverein - © WTV/Stefanie Hummer
Ungewöhnlicher Kurzzugang im Wiener Tierschutzverein (WTV): Am Dienstag waren dort Batman und seine Kumpanen zu Gast. 15 Fledermäuse waren bei Baumschneidearbeiten in Schwechat aufgescheucht worden.

Bei Baumschneidearbeiten entdeckten Mitarbeiter des Stadtgartenamtes in Schwechat (Niederösterreich) in einer Baumhöhle 15 Abendsegler, die dort ihr Schläfchen hielten. Eine Fledermaus als Patient ist an sich nichts ungewöhnliches, doch mehr als ein Dutzend ist auch für den Wiener Tierschutzverein eine Seltenheit.

Schlafstörung in der “Bathöhle”: Ein Schwarm Fledermäuse aufgescheucht

Über die Störung ihres Schönheitsschlafs dürften die Flattermänner zwar nicht sehr glücklich gewesen sein, doch die Arbeiten wurden umgehend gestoppt. Der tierliebe Mitarbeiter des Stadtgartenamtes fasste sich jedenfalls ein Herz, rettete die Fledermäuse aus ihrer misslichen Lage und brachte sie behutsam und unversehrt in einem Karton in den Wiener Tierschutzverein nach Vösendorf. Dort wurden die quirligen Tiere kurz durchgecheckt und durften sich von dem Schock etwas erholen. Mittlerweile konnte die Bande wieder in die Freiheit entlassen werden.

Abendsegler aus der Familie der Glattnasen gelten als die größten Fledermäuse Europas und können ein Gewicht von bis zu 50 Gramm erreichen. Sie leben vorwiegend in Wäldern, werden aber auch des Öfteren in Ballungsräumen angetroffen und schlafen tagsüber in Baumhöhlen, Gebäuden oder Höhlen. Am frühen Abend geht es dann auf Nahrungssuche.

Wiener Tierschutzverein mahnt zur Rücksicht auf Wildtiere

Dieses positive Beispiel möchte der WTV dennoch gerade in der aktuellen Jungtierzeit zum Anlass nehmen, um die Bevölkerung um besondere Rücksichtnahme auf Wildtiere zu ersuchen. Doch Vorsicht: Nicht jedes Wildtier oder Jungtier benötigt auch wirklich menschliche Hilfe. Jungtiere, die nicht offensichtlich schwer verletzt sind, sollten generell nicht von Menschenhand berührt oder mit nach Hause genommen werden. Dadurch geraten die Tiere in akute Lebensgefahr, denn nichts ist wichtiger als mütterliche Fürsorge.

Leider kommt es immer wieder, besonders bei Jungvögeln, zu Fehleinschätzungen besorgter Bürgerinnen und Bürger, die den Tieren damit aber mehr schaden als nützen. “Nur wenn ein Wildtier wirklich offensichtlich schwer verletzt ist oder sich an einem Ort befindet, der nicht seinem Lebensraum entspricht, sollte man eingreifen”, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic. Der Wiener Tierschutzverein steht der Bevölkerung als erste Anlaufstelle für Wildtiere alle Art gerne mit Rat und Tat zur Seite. Verletzte Wildtiere können in einem gesicherten Behälter im Wiener Tierschutzhaus in Vösendorf abgegeben werden.

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