“Besser null statt zwei Punkte”: The Makemakes freuen sich trotzdem über “gutes” Jahr”

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The Makemakes sind mit dem Jahr 2015 zufrieden.
The Makemakes sind mit dem Jahr 2015 zufrieden. - © APA/Helmut Fohringer
Die österreichische Band The Makemakes kann dem Jahr 2015 trotz ihres punktelosen Auftritts beim Eurovision Song Contest in Wien viel Positives abgewinnen.

“And twelve points go to…”: Leider nicht Österreich. Das Gastgeberland des diesjährigen Eurovision Song Contest musste sogar null Punkte und den vorletzten Platz beim Wettbewerb hinnehmen. Für die Band, der dieses Schicksal widerfuhr, scheint der ESC bereits wieder “ziemlich weit weg”, so Makemakes-Sänger Dominic Muhrer. Und Schlagzeuger Florian Meindl ergänzte: “Besser null statt zwei Punkte.”

Das Trio, komplettiert durch Bassist Markus Christ, war trotz im Vorfeld positiven Feedbacks mit seiner Ballade “I Am Yours” beim Song Contest in Wien chancenlos. Immerhin brachte die Punktelosigkeit, dass “immer noch darüber geredet wird”, fand Muhrer im APA-Gespräch rückblickend etwas Positives. “Was herausgekommen ist, war für uns auch insofern egal, weil wir in diesem Jahr einfach so viele Erfahrungen gemacht haben. Wir haben viele Möglichkeiten bekommen. Und außerdem würden wir es wieder machen, es war total witzig.”

Makemakes im Museum

Auf einen anderen Aspekt wies Christ hin: “Wer schafft es schon ins Museum?” Immerhin hat der Zeichner, Cartoonist und Bachmann-Preisträger Tex Rubinowitz für die Ausstellung “The Nul-Pointers” im Leopold Museum ein Porträt der Musiker angefertigt. “Das war schon auch einmalig”, lachte der Bassist. Außerdem habe das Wien Museum angefragt, ob es noch Utensilien der Makemakes von ihrem ESC-Auftritt gebe. Aber neben dem markanten, weißen Overall von Christ, der sich im ORF-Fundus befinde, sei eigentlich nichts vorhanden. Und der Hut mit breiter Krempe von Muhrer? “Das ist meiner, den bekommt keiner”, lachte der Sänger.

Über zu wenig Rummel oder Aufmerksamkeit konnten sich The Makemakes in den vergangenen Monaten jedenfalls nicht beklagen: Nachdem man im März die heimische Vorentscheidung zum ESC überstand, ging es quer durch Europa auf Werbetour. “Wir haben extrem viel gesehen, waren in ziemlich vielen Ländern und haben coole Leute kennengelernt”, rekapitulierte Muhrer. Erst kürzlich waren die drei Musiker auch bei der ORF-“Jahresrückblickshow” zu Gast und performten eine nach eigenen Angaben “akrobatische Version” ihres Song-Contest-Titels. Alles in allem also ein “einzigartiges Jahr”, wie Meindl sagte. “Aber es soll nicht einzigartig bleiben.”

Zurück zur Musik

Um das in die Tat umzusetzen, geht man nun wieder ganz den musikalischen Weg: Nach dem selbstbetitelten Debütalbum, das im Mai veröffentlicht wurde, erschienen weitere Singles und hat man mit “Please Come Home For Christmas” auch einen Weihnachtssong auf den Markt geworfen. “Es war eine schwierige Aufgabe, weil das sehr schnell cheesy werden kann”, erläuterte Muhrer. Aber angesichts der Flüchtlingskrise sah man einen Anlass dafür. “Gerade in Zeiten wie diesen haben viele Leute kein Zuhause”, gab der Sänger zu bedenken. Deshalb werde man die gesamten Einnahmen an “Licht ins Dunkel” spenden.

Das dazugehörige Video zum Song wurde im Fürstenzimmer der Festung Hohensalzburg aufgenommen – eine nicht ganz alltägliche, weil normalerweise nicht zugängliche Location. “Wir sind dort gesessen, wo nie wieder jemand sitzen wird”, meinte Christ lachend. “Da ist auch ein Kachelofen, den man sich kaum anzuschauen traut vor lauter Angst, dass er dann zu bröckeln beginnt.” Dem war glücklicherweise aber nicht so, stattdessen tanzt das Trio leicht entrückt um einen kleinen Weihnachtsbaum und setzt auf Drehorgel. Den Humor hat man seit der “We Are The Zeroes Of Our Time”-Anspielung auf den ESC-Sieger Mans Zelmerlöw also nicht verloren.

Wirklich ins Schwärmen gerät das Trio ohnedies bei einem anderen Thema: der als Vorgruppe von One Republic absolvierten Osteuropa-Tour nach dem ESC. Dabei in ausverkauften Stadien vor Tausenden Menschen zu spielen, “hat uns sicher extrem viel Kraft für den weiteren Weg gegeben”, betonte Muhrer. Aber auch der Auftritt beim diesjährigen Donauinselfest sei sehr speziell gewesen. “Einfach vor diesen Massen auf der Bühne zu stehen”, meinte Christ, “das sind Momente, in denen man sich denkt: Es hat sich doch etwas getan dieses Jahr. Wir haben zuvor auch nie in Stadien gespielt. Wenn du da mal drinnen stehst und die auch völlig voll sind und die Leute zu deiner Musik abgehen, das ist schon etwas Besonderes.”

Nötige Pause nach dem Song Contest

Dementsprechend motiviert, zeigen sich die Musiker voller Tatendrang – wobei: Nach dem ESC hatte man eine Pause dringend nötig. “Gegen Ende des Song Contest war es schon wirklich viel”, gestand Muhrer ein. “Vor allem die Medientermine, mit denen man zugeballert wird. Man kommt da nicht zur Ruhe, soll aber trotzdem abliefern und singen. Das kann schon nervenaufreibend sein.” Immerhin habe man es als Trio etwas leichter gehabt, “keiner von uns musste das alleine meistern”, sagte Christ. “Wenn jemand einen schlechten Tag hatte, haben das die beiden anderen kompensiert.” Aber “nach dem Sommer brauchte jeder von uns mal eine Woche, in der er die anderen nicht gesehen hat”, lachte Meindl. “Dafür waren wir danach wieder frisch.”

Für 2016 hat man nun viel vor: Man feilt an einer Australien-Tour, hofft auf einen Besuch des Showcase-Festivals SxSW in Texas und will weiter Konzerte spielen sowie im Studio fleißig sein. Ob eine EP oder doch ein Album am Ende rausschaut, stehe derzeit noch in den Sternen. Und die ORF-Vorausscheidung für den nächsten Song Contest? “Wir sind es”, sagte Meindl – woraufhin seine Kollegen in lautes Gelächter ausbrachen. Zwar habe man kurz mit dem Gedanken gespielt, wieder mitzumachen. “Aber wir sind nicht involviert”, meinte Muhrer. Dann also ESC-Genuss von der Couch aus.

(APA, Red.)

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