Barrierefreiheit bei Fenster und Türen

Barrierefreiheit bei Fenstern und Türen.
Barrierefreiheit bei Fenstern und Türen. - © pixabay.com/Michaela Thiede
Gleich viel Bewegungsfreiheit und Komfort für alle Hausbewohnen. Barrierefreiheit gehört heutzutage zur Selbstverständlichkeit und sollte bei jedem Neubau berücksichtigt werden.

Treppen, die es zu überwinden gilt, bevor man überhaupt zur Haustür gelangt, Türschwellen, die zur Stolpergefahr werden können und Fenster, die sich nur von großgewachsenen Personen bedienen lassen – all das sind gravierende Einschränkungen in der Barrierefreiheit, die es auszumerzen gilt. Glaubt man den Statistiken, werden die Menschen immer älter. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Österreicher. Im Alter können Kleinigkeiten zu großen Hürden im Alltag werden. Rechtzeitig für ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter vorzusorgen ist nicht verkehrt. Neben Senioren betrifft barrierefreies Wohnen natürlich auch alle anderen Menschen, die in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind – dazu zählen Menschen mit Handicap, aber auch Kinder. Man denke zum Beispiel an zu hoch angebrachte Fenstergriffe, die unsere Sprösslinge zu Kletterabenteuer animieren, die vor allem in höheren Stockwerken tragisch enden können. In vielen Bundesländern werden barrierefreie Baumaßnahmen finanziell unterstützt. Meist liegt die Förderung um die 20 bis 35 Prozent der Investitionskosten. Die Stadt Wien gehört mit einer Förderung von maximal 4200 Euro zu den großzügigsten Bundesländern.

Vorteil durch Barrierefreiheit

Viele Umbauten zu einem barrierefreien Haus können nicht verbergen, dass es sich um Hilfsmaßnahmen für Personen mit Handicap handelt. Etwa der Treppenlift oder die Einstiegshilfe in die Badewanne. Bei Türen und Fenster dagegen werden die Maßnahmen nicht als Umrüsten auf Barrierefreiheit erkannt, weil von dem Umbau alle Hausbewohner gleichermaßen profitieren. Es steigt der allgemeine Komfort. Zum Beispiel durch breitere Raumzugänge. Die optimale Zimmertürbreite liegt bei mindestens 80 Zentimetern. Eingangstüren sollten mindestens 90 Zentimeter breit sein, wobei der Trend zu noch breiteren Maßen geht. Schiebeelemente führen etwa zu einer wesentlich großzügigeren Öffnungsbreite. Leichtgängigkeit ist gefragt, sprich, die Tür sollte sich ohne Kraftanstrengung öffnen lassen. Ist das aufgrund des schweren Materials nicht möglich – etwa bei dicken Eichenholztüren – gibt es noch immer die Möglichkeit, automatische Öffnungsmechanismen einzubauen.

Wichtigste Eigenschaft ist die schwellenlose Ausführung. Das gilt besonders für den Eingangs- und Terrassenbereich. Auch hier erweisen sich Schiebeelemente als komfortable Lösungen mit barrierefreien Schwellen. Außerdem bedeutet ein schwellenloser Abschluss eine bessere Wärmedämmung. Zum Beispiel sorgt die Bodenschwelle Isostep aus GFK-Faserverbundwerkstoff für einen sanfteren Übergang ohne Stabilitätseinbußen bei gleichzeitig gutem Wärmedämmwert. Nicht immer kann eine Schwelle verhindert werden. Dann sollten zumindest Übergangsprofile in Betracht gezogen werden. Barrierefreiheit in der Fenstertechnologie bedeuten häufig ein größerer Fensterausschnitt und ein Herabsenken der Griffhöhen. Befinden sich die Bedienelemente für Fenster und Sonnenschutzsysteme zu hoch, übernehmen Fernbedienungen die Aufgaben der Barrierefreiheit.

Text: Christian Scherl

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