7. Oktober 2011 14:45; Akt.: 7.10.2011 14:54

Bank Austria: Wien haftet mit 9,6 Milliarden

Werden die Haftungen schlagend, ist Wien mit einem Schlag pleite Werden die Haftungen schlagend, ist Wien mit einem Schlag pleite - © Bilderbox
Nachdem die Ratingagentur Moody’s die Unicredit/Bank Austria deutlich nach unten gestuft hat, macht sich die Wiener Stadtregierung Sorgen um Haftungen der Stadt für die Bank über 9,6 Milliarden Euro.

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Und da lacht man über Kärnten und seine utopische 20-Milliarden-Haftung für die Hypo Alpe Adria… die Kronen Zeitung berichtet am Freitag, 7. Oktober, über eine substanzielle Haftung der Stadt Wien für die Bank Austria. Diese wurde erst am Tag zuvor von der amerikanischen Ratingagentur Moody’s von Stufe A1 auf A2 heruntergeratet und die Aussichten auf ‘negativ’ gestellt. Ungeachtet der Sinnhaftigkeit dieser strategischen Ratings bedeutet das, dass die Bonität der Konzernmutter Unicredit deutlich gesunken ist. Damit muss sie sowohl einen Vertrauensverlust bei Kunden und anderen Banken hinnehmen als auch erhöhte Zinsen, wenn sie kurzfristig Kapital braucht.

In der ‘Krone’ relativiert Stadträtin Renate Brauner die Risken für Wien auch sofort wieder: Die Haftungen würden nur schlagend, wenn die Unicredit als Ganzes pleite ginge. Die Wahrscheinlichkeit für diesen Konzern, in die Pleite zu rutschen? Aufgrund der Größe (too big to fail) mit 960 Milliarden Bilanzsumme und über 160.000 Angestellten vermutlich verschwindend gering.

Warum haftet Wien für die Bank Austria?

Das ist wohl die Frage, die sich viele Wienerinnen und Wiener nach dieser Enthüllung stellen. Warum haftet die Stadt für ein Unternehmen, das zwar Wurzeln in der (halb-)staatlichen Unternehmenskultur hat, jedoch seit 1996 volltändig privat ist? “Es handelt sich um Haftungen für einen Pensionsfonds, der noch in die Zeiten der gemeindeeigenen Zentralsparkasse zurückreicht”, sagt eine Sprecherin von Finanzstadträtig Renate Brauner. Diese Haftungen “schmelzen” allerdings und liegen aktuell bei jenen 9,6 Milliarden. 2001 sei eine Stiftungslösung für die Pensionen der Gemeindebediensteten eingerichtet worden. Die Sprecherin beruhigt allerdings im selben Atemzug: Wenn die Unicredit und damit die Bank Austria zusammenbrächen, wäre diese Haftung wohl das kleinere Problem für Wien, Österreich und Europa. Den Schuldenstand der Stadt würde sie auf jeden Fall auf einen Schlag mehr als verdreifachen.

Genauere Informationen, wie diese Haftung für die Bank Austria zustande kam, finden Sie ab Montag Nachmittag an dieser Stelle!


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