Bande verübte brutale Raubüberfälle in NÖ, Wien und Rumänien

Akt.:
Zwei der mutmaßlichen Beschudligten.
Zwei der mutmaßlichen Beschudligten. - © LPD NÖ
“Todesangst gehabt”: Vier brutale Raubüberfälle wurden geklärt, die im Herbst vergangenen Jahres in Niederösterreich, Wien (zwei Fälle) und Rumänien verübt worden sind. Sieben Männer wurden ausgeforscht, sechs von ihnen sind in Haft. Die Opfer wurden durch Misshandlungen schwer verletzt und schließlich beraubt.

Das teilte Landespolizeidirektor Franz Prucher am Donnerstag mit. Bei den Beschuldigten handelt es sich um rumänische Staatsbürger im Alter von 19 bis 28 Jahren.

Die Täter wählten ihre Opfer eher zufällig aus. Laut Chefinspektor Josef Deutsch vom Landeskriminalamt NÖ begann die Serie der Überfälle samt Freiheitsentziehung und Misshandlungen am 8. Oktober 2016 in den frühen Morgenstunden. Fünf der oben Beschuldigten hielten einen 19- jährigen Mann aus dem Bezirk Gänserndorf mit dessen Mercedes 180 C an einer Kreuzung  in  Deutsch/Wagram an und zwangen ihn, in Richtung Gerasdorf zu fahren. Nach kurzer Fahrt zerrten die Täter das Opfer aus dem Fahrzeug, schlugen massiv auf ihn ein, sperrten ihn in den Kofferraum seines eigenen Pkw und fuhren auf einen abgelegenen Feldweg.

19-Jähriger in NÖ überfallen und in Kofferraum gesperrt

Dem 19-Jährigen gelang es während Fahrt aus dem Kofferraum mit seinem Handy über Notruf die Polizei zu verständigen, da die Täter das Fahrzeug jedoch nach einiger Zeit anhielten, musste er das Gespräch mit der Polizei, die eine Alarmfahndung auslöste, abbrechen. Die Täter warfen das geschockte Opfer in der Folge bei einem Feldweg aus dem Kofferraum, traten und schlugen brutal auf ihn ein. Auch nötigten sie das Opfer zur Herausgabe der Bankomat-Codes und fesselten seine Hände und Füße mit einem Gürtel und einem Seil auf dem Rücken. Nachdem die Täter Bankomatkarten, Handy und einen Geldbetrag erbeutet hatten, lösten sie die Fesselung und flüchteten mit dem Pkw des Opfers.

In der Folge wurden von den Tätern Bankomatbehebungen im In- und Ausland (Ungarn/Serbien) durchgeführt. Das schwer geschockte Opfer lief anschließend mehrere Stunden in der Finsternis über Feldwege bis an seine Wohnadresse, verständigte von dort erneut die Polizei und wurde zur Behandlung seiner Verletzungen in das Landesklinikum Mistelbach verbracht. Der geraubte Mercedes 180 C konnte auf der ungarisch/serbischen Grenze sichergestellt werden.

Brutale Überfälle in NÖ und Wien

Der junge Mann habe Todesangst gehabt, sagte der Chefinspektor am Donnerstag. Der 19-Jährige sei nach seiner Freilassung stundenlang durch die Finsternis geirrt.

Nur vier Tage nach dem jungen Niederösterreicher wurde ein 54-jähriger Wiener in Simmering das Opfer eines ähnlich gearteten Überfalls. Er wurde ebenfalls in den frühen Morgenstunden geschlagen und getreten, gefesselt und schließlich bewusstlos aus seinem Auto geworfen. Der lebensgefährlich verletzte Mann wurde erst Stunden später in einer Sackgasse bei einem Gebüsch gefunden. Der von den Tätern geraubte Opel Astra mit Wiener Kennzeichen blieb bisher verschwunden.

Paar gefangen gehalten

Mit Komplizen soll der als Haupttäter geführte 28-Jährige am Abend des 3. November seine ehemalige Freundin (30) und deren Ehemann (20) unter einem Vorwand in ein laut den Kriminalisten rumänisches Lokal nach Wien-Favoriten gelockt haben. Beide wurden in der Folge bedroht, auf den 20-Jährigen wurde zudem eingeschlagen. Wie in den vorangegangenen Fällen mussten die Opfer ihr Handy, Bargeld sowie Bankomatkarten herausrücken.

Das Paar wurde schließlich nach Wiener Neustadt gebracht, wo der 20-Jährige bis zum nächsten Tag in einer Lagerhalle festgehalten wurde. Nachdem ihm die Flucht gelungen war, wurde auch die Frau freigelassen. Der 20-Jährige erlitt Verletzungen unbestimmten Grades und wurde im UKH Meidling behandelt.

Ermittelt wird den niederösterreichischen Kriminalisten zufolge schließlich auch wegen eines Überfalls auf ein Lokal im rumänischen Mioveni. Dort sollen am 8. November die Angestellten bedroht und der Tageslosung beraubt worden sein.

Fahndung nach dem siebenten Tatverdächtigen

Drei der Beschuldigten wurden in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert. Sie sind überwiegend geständig. Drei weitere Männer befinden sich in Rumänien in Auslieferungshaft. Nach dem namentlich noch nicht bekannten siebenten Tatverdächtigen wird mit vorhandenem Bildmaterial international gefahndet.

Auf die Spur der Bande waren die Kriminalisten laut Deutsch aufgrund von Behebungen mit geraubten Bankomatkarten, durch Videos an Tankstellen und Telefonate gekommen. Die Festnahmen seien nach und nach erfolgt. Die Beschuldigten seien teils seit fünf bis sechs Jahren in Wien wohnhaft und beschäftigungslos gewesen. Die Ermittlungen dauern zur Zeit noch an, die Tätergruppe wird zu weiteren Straftaten im In – und Ausland  überprüft.

09022017-lka-raub-foto-ut Bild: LPD NÖ

Hinweise zu dem flüchtigen unbekannten Täter, die auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden, werden an jeder Polizeidienststelle oder an das Landeskriminalamt Niederösterreich, Telefonnummer 059133-30-3333, erbeten.

Weitere Opfer dieser Tätergruppe werden gebeten sich mit dem Landeskriminalamt Niederösterreich, Ermittlungsbereich Raub, Telefonnummer 059133-30-3333 in Verbindung zu setzen – Bilder finden Sie in unserer Diashow.

(APA/Red.)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen