Aufregung um "Frauenhelpline"

Der Dachverband-Verein der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser (AÖF) soll nach einem Bericht der „Wiener Zeitung“ Zahlen in der Anruf-Statistik der „Frauenhelpline gegen Männergewalt“ verfälscht haben.

Man wollte sich auf diese Weise öffentliche Subventionen sichern, heißt es in der Freitagausgabe der Tageszeitung weiter. Nach Verdachtsmomenten wurde im August eine Sachverhaltsdarstellung eingeleitet, bestätigte Jürgen Beilein, Sprecher im Gesundheits- und Frauenministeriums, den Bericht. Eine Anzeige liege derzeit aber nicht vor.

Wegen Ungereimtheiten in der Statistik und Betrugsverdacht habe man eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelt, sagte der Sprecher am Freitag zur APA. Die Untersuchung ist am Laufen und sollen klären, ob die Vorwürfen stimmen. Bewahrheiten sich die Anschuldigungen, kann Anzeige erstattet werden. Laut „Wiener Zeitung“ sollen die Ermittlungen im November abgeschlossen werden. Das Ministerium finanziert den Verein jährlich mit rund 300.000 Euro.

Laut „Wiener Zeitung“ sollen die Zahlen der Anrufe von Gewaltopfern und Vermittlungen über die Helpline an Frauenhäuser nachträglich manipuliert und so gesteigert worden sein. Beweisen sollen dies Datenbankausdrucke sowie ein Sitzungsprotokoll vom April 2006. In dem Schriftstück soll die Geschäftsführung zugegeben haben, Fälle zu vervielfachen, um die Statistik aufzupeppen. “… sechs Anrufe zum Gewaltthema, wie sie tatsächlich durchschnittlich die Helpline in 24 Stunden erreichen, seien zu wenig“, so ein Zitat aus dem Protokoll.

Laut Auswertung der statistischen Daten der Frauenhelpline hat es im Jahr 2005 etwa 29.100 Anrufe gegeben – pro Tag hat es rund 80 Mal geklingelt. Da die Hotline aber im Normalfall nur einfach besetzt ist, wurde nur 16.720 Telefonate – täglich rund 46 Fälle – entgegengenommen. 2004 haben die Mitarbeiterinnen 16.986 Anrufe persönlich angenommen. Gewählt wurde die Nummer etwa 32.000 Mal.

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