AUA: Gewerkschaft gegen saftige Gehaltskürzungen

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Die Gewerkschaft stellt sich gegen neue Kollektivverträge für AUA-Mitarbeiter.
Die Gewerkschaft stellt sich gegen neue Kollektivverträge für AUA-Mitarbeiter. - © APA
Die Gewerkschafter und Betriebsräte der AUA (Austrian Airlines) werden der Vorladung zur Unterschrift unter neue Kollektivverträge kommende WOche “selbstverständlich” nicht Folge leisten, sagte GPA-djp-Vizechef Karl Proyer am Freitag.

Dies hieße ja, Kürzungen bei Bezügen und Abfertigungen zuzustimmen, den Menschen Geld wegzunehmen. Die Gewerkschaft pocht auf aufrechte Kollektivverträge, die von allen Sozialpartnern unterfertigt seien. In dieser Frage ziehen die Belegschaftsvertretungen von Boden und Bord an einem Strang.

AUA-Mitarbeiter soll Gehaltskürzungen drohen

Den Arbeitgebern wird nun ein Bruch sozialpartnerschaftlicher Abkommen vorgehalten. “Das funktioniert nicht einmal in Mexiko”, hieß es nach der Betriebsversammlung des Boden-Personals. Einen ad-hoc-Gesprächstermin mit Albrecht bekamen die protestierenden Mitarbeiter heute Mittag nicht, da konnten sie vor der AUA-Zentrale noch so laut pfeifen und rufen.

Man sei den Menschen im Wort, man dürfe ihnen nichts wegnehmen, sagten GPA-Boss Wolfgang Katzian und sein Vize. Proyer rechnete vor, dass nach den bisher bekannten Sparplänen des Vorstands bei den Abfertigungen 15.000 bis 30.000 Euro (“an Perspektiven”, Anm.) fehlen würden. Bei den Vorrückungen ginge es um 500 Euro pro Monat weniger. Dazu käme jede Menge weiterer Grauslichkeiten in dem Entwurf. “Das kann man von uns nicht verlangen”.

AUA-Mitarbeitern reicht es

AUA-Bodenbetriebsratschef Alf Junghans nannte die Vorgangsweise der AUA-Chefs “beschämend. Es reicht uns allen”. Der über Nacht an die Belegschaft herangetragene Kollektivvertragsentwurf verdiene den Namen nicht. Die – trotz Abbaus von 1.500 Mitarbeitern – vom Vorstand errechnete Personalkostensteigerung kann der Betriebsrat nicht nachvollziehen. Junghans’ Rechnungen nach sind die Personalkosten in Bezug auf die Gehälter in den letzten zwei Jahren um 17 Prozent zurück gegangen. Und überhaupt machten die Personalkosten der rund 2.600 kaufmännisch-technischen Mitarbeiter nur 7 Prozent der Gesamtkosten in der AUA aus.

Junghans und seine Kollegen vermuten, dass die Lufthansa “eine Story” für die Börse braucht, um ihren eigenen Aktienkurs wieder nach oben zu bringen. “Uns da jetzt solche Eile vorzugaukeln, ist ein bisserl komisch. Die Lufthansa ist unser Eigentümer, kann mehr oder weniger machen was sie will, sie ist aber nicht unser Feind”, so Junghans.

Kleine Versprätungen am Flughafen Wien

Die heutige Betriebsversammlung in Schwechat war hitzig, aber die AUA-Passagiere spürten beim Abflug nur kleinere Verspätungen. Flüge fielen nicht aus.

Die AUA-Spitze will nach zahlreichen kleineren Reformen die teuren Kollektivverträge so drastisch umbauen, als gäbe es ein Gläubigerschutzverfahren (nach Muster Chapter 11). Den Rotstift ansetzen wollen Albrecht und seine Manager bei kostspieligen Zuschlägen für längeren Flugeinsatz der Piloten (bisher ab 70 Stunden pro Monat), bei den zahlreichen Vorrückungen und beim teuren Pensionssystem. Dass alles auf den (billigen) Tyrolean-KV heruntergebrochen werden soll, wird aber in Abrede gestellt. Verweigerten sich die Arbeitnehmervertreter und scheiterte das Sanierungspaket, drohe die AUA an die Wand zu fliegen.

(apa)

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